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Der Beitrag der EU zur Bekämpfung von Ebola

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Als Reaktion auf den Ebola-Ausbruch in Westafrika, der im März 2014 begonnen hat, stellt die EU humanitäre Hilfe und Fachwissen zur Verfügung und hilft durch internationale Zusammenarbeit und eine langfristige Entwicklungshilfe. Von den drei am meisten betroffenen Regionen ist bisher nur Liberia als von Ebola befreit erklärt worden. Die EU konzentriert sich nun insbesondere auf den langfristige Wiederaufbau: Finanzprogramme für die Gesundheitsversorgung, die Landwirtschaft, Instrukturen, Bildung, Hygiene, makroökonomische Stabilität und das Verkehr. 

Hintergrund

Der Ebola-Ausbruch hat hauptsächlich die Region Westafrika betroffen: Liberia, Sierra Leone und Guinea. Es war der schlimmste und komplexeste Ausbruch der Epidemie, der je verzeichnet wurde. Liberia wurde am 3. September 2015 als von Ebola befreit erklärt, die letzten Fälle in Guinea und Sierra Leone wurden Ende September 2015 verzeichnet.

Obwohl internationale Bemühungen zur Bekämpfung von Ebola die Anzahl der Infektionen erfolgreich verringert haben, gibt es keinen Grund zur Sorglosigkeit: anhaltende Bemühungen, die Anzahl der Fälle von Ebola auf Null zu bringen, sind weiterhin erforderlich. (Zum jüngsten Lagebericht vgl. Website der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder das Informationsblatt zu Ebola ). Durch den Ebola-Ausbruch entstanden auch weitere humanitäre Bedürfnisse wie z.B. Versorgung mit Essen, sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Epidemie zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite erklärt und eine koordinierte internationale Reaktion gefordert. Weniger heftige Ausbrüche in Mali, Nigeria und im Senegal konnten nun eingedämmt werden.

Die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten arbeiten eng mit dem Ausschuss für Gesundheitssicherheit (HSC) zusammen, um die neuesten Entwicklungen zu bewältigen und Ansätze zur Prävention und Vorsorge von Ebola zu koordinieren.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstellen Risikobewertungen, epidemiologische Aktualisierungen, Reisehinweise und andere Informationen zu dem Notfall.

 Rechtsgrundlage: Beschluss 1082/2013/EU zu schwerwiegenden grenzüberschreitenden Gesundheitsbedrohungen

Stellungnahme des EU-Ebola-Koordinators zum Ende der Ebola-Epidemie in Liberia

Weitere Informationen zu Ebola in Westafrika

 

Die Reaktion der EU

Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten haben nunmehr über 1,8 Milliarden Euro bereitgestellt, um auf die Ebola-Epidemie in Westafrika zu reagieren. Die Union hat damit das auf dem Europäischen Rat vom 23. und 24. Oktober festgelegte Ziel übertroffen, das eine Hilfe von 1 Milliarde Euro zur Eindämmung der Epidemie vorsah.

Darüber hinaus wurden humanitäre Helfer entsandt sowie dringend benötigtes Material zur Verfügung gestellt, einschließlich einer Luftbrücke für Personen und Waren, die über den EU-Katastrophenschutzmechanismus eingerichtet wurde. Internationale Hilfsarbeiter sind das Rückgrat der Reaktion auf die Ebola-Epidemie. Um ihre Mobilsierung und ihren Schutz zu unterstützen, hat die EU ein medizinisches Evakuierungssystem eingerichtet, für welches die Mitgliedstaaten Kapazitäten zur Verfügung stellen. Die EU garantiert zudem, dass den internationalen freiwilligen Helfern im Falle einer Ansteckung die entsprechende Versorgung zukommt.  

Das Koordinierungszentrum für Katastrophenhilfe der Europäischen Kommission (ERCC) überwacht die Entwicklungen, seit der Ausbruch im März 2014 gemeldet wurde. Eine Ebola-Einsatztruppe wurde eingerichtet, die sich aus Mitarbeitern aller Dienststellen der Kommission sowie des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD) zusammensetzt, einschließlich den Mitarbeitern aus den EU-Delegationen in den betroffenen Ländern werden.

Auf dieser Landkarte finden Sie Informationen zur Sachhilfe der EU für die von Ebola betroffenen Länder

Auf operativer Ebene kommt die Einsatzgruppe zweimal wöchentlich im ERCC zusammen, das als Plattform für die Koordinierung der europäischen Reaktion dient. Die Mitgliedstaaten und andere interessierte Kreise wie z.B. internationale Organisationen und NRO nehmen daran teil. Die Einsatzgruppe steht in ständiger Verbindung zur UN-Mission für die Reaktion auf Ebola, UNMEER (United Nations Mission for Ebola Emergency Response), zur WHO und zu anderen wichtigen Partnern.

Am 16. Oktober fand in Brüssel ein hochrangiges Treffen zwischen EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg und den Gesundheitsministern der Mitgliedstaaten statt. Darin wurde vereinbart, die Anstrengungen bei der Bekämpfung von Ebola zu intensivieren und die Abwehrbereitschaft sowie die Reaktion der EU-Mitgliedstaten zu verstärken.

Während des Treffens des Europäischen Rates am 23. und 24. Oktober hat die EU den neuen Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, Christos Stylianides, zum Ebola-Koordinator der EU ernannt. Seine Nominierung war während des Treffens der EU-Außenminister am 20.  Oktober von der Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitsfragen, Catherine Ashton, angekündigt worden und soll sicherstellen, dass das Engagement der Europäischen Union, der Mitgliedstaaten und der UN am wirksamsten zum Tragen kommt. 

Bericht des Ebola-Koordinators der EU
Zweiter Bericht des Ebola-Koordinators der EU

Weniger als zwei Wochen nach dem Amtsantritt der neuen, von Jean-Claude Juncker geführten Europäischen Kommission sind Christos Stylianides, Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenreaktion, der auch zum Ebola-Koordinator der EU ernannt wurde, sowie Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis ins Zentrum der Ebola-Krise nach Liberia, Guinea und Sierra Leone gereist. 

Am 3. März 2015 organisierte die Europäische Union eine hochrangige Konferenz zur Ebola-Epidemie. Die Konferenz verfolgte erstens das Ziel, eine Bestandsaufnahme der laufenden Notfallreaktionen vorzunehmen und sie an die sich entwickelnde Lage vor Ort anzupassen, um eine Ausrottung der Krankreit zu erreichen, und zweitens, langfristig zu planen und die Erholung und die Widerstandsfähigkeit der betroffenen Länder zu unterstützen, einschließlich der Entwickung ihrer Gesundheitssysteme. Den Vorsitz der Konferenz hatten die EU, Guinea, Sierra Leone und Liberia, die Vereinten Nationen, die Afrikanische Union und die Wirtschaftsgemeinschaft der westafrikanischen Staaten (ECOWAS) inne.

Die Europäische Kommission hat ebenfalls als Sofortmaßnahme dringende Forschung im Hinblick auf möglichen Behandlungen, Impfstoffe und Diagnosetests unterstützt und hierfür rund 700 Millionen Euro aus dem Forschungs- und Innovationsförderprogramm der EU, Horizont 2020, zur Verfügung gestellt. 

 

 

Maßnahmen der Europäischen Union im Kampf gegen Ebola
Informationsblatt: Die Reaktion der EU auf den Ebola-Ausbruch in Westafrika
Weitere Informationen zur Unterstützung der EU bei der Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs in Westafrika
Europäische Union unterstützt Ebola-Forschung mit 24,4 Mio. EUR
EU bündelt Kräfte, um die Ebola-Epidemie zu stoppen

 

EU-Unterstützung und Fachwissen vor OrtDie EU hat auf die Ebola-Epidemie seit ihrem Ausbruch reagiert. Seit März 2014 hat die Europäische Kommission mehr als 70 Millionen Euro an Mitteln zur Verfügung gestellt, um die wichtigsten humanitären Bedürfnisse anzugehen. Diese Mittel werden durch humanitäre Partnerorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen, die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften, International Medical Corps (IMC), Save the Children, International Rescue Committee (IRC), Alima, den humanitären Hilfsdienst des UN-Welternährungsprogramms, UNICEF und die WHO verteilt.

Humanitäres Fachpersonal und Seuchenschutzexperten wurden in die betroffenen Region entsandt, wo sie über die Situation berichten und mit Partnern und Behörden zusammenarbeiten. Von der EU finanzierte mobile Laboratorien (EMLab) sind ebenfalls vor Ort im Einsatz. Sie unterstützen bei der Diagnose und analysieren Blutproben.

Zusätzlich zu den bestehenden bilateralen Partnerschaften und Partnerschaften mit der EU stellt die Kommission über 660 Millionen Euro an Entwicklungshilfe und Hilfe für die erste Erholung zur Verfügung. Die meisten dieser Mittel werden zur Stabilsierung der Länder und zur Erholung von der Krise und darüber hinaus zur Verfügung gestellt.  

Diplomatische Dienste werden über die Delegationen der Europäischen Union und andere Kanäle zur Verfügung gestellt, um humanitäre Hilfe in den betroffenen Ländern zu erleichtern und die Regierungen dahingehend zu sensibilisieren, mit geeigneten und angemessenen Mitteln auf die Krise zu reagieren, insbesondere im Hinblick auf Reisebeschränkungen, Handelshemmnisse usw.

 

Informationsblatt zu Ebola

 

Ist Ebola ein öffentliches Gesundheitsrisiko für die EU?

Europa ist nicht von der Gefährdung durch Ebola nicht ausgeschlossen. Die Gefahr einer weiten Verbreitung innerhalb der EU-Bevölkerung wird jedoch nach wie vor als gering eingestuft. Obwohl das Ebola-Virus hoch ansteckend ist, ist seine Ausbreitung auf ganz bestimmte Bedingungen beschränkt, z.B. den engen Kontakt mit den Körperflüssigkeiten einer infizierten Person oder Leiche.

Darüber hinaus hat Europa sehr hohen Standards bei den Verfahren zur Infektionskontrolle.

Trotz des geringen Risikos, muss die EU auf die Möglichkeit vorbereitet sein, dass ein Reisender mit dem Ebola-Virus in die EU zurückkehrt und dass es zu weiteren Folgefällen in Europa kommt.

 

Am 20. Oktober 2014 haben die EU-Außenministger eine Prüfung und eine Verstärkung der Screening-Systeme für Reisende bei der Ausreise aus den betroffenen Ländern gefördert. 

Sie betonten auch, dass es wichtig ist, die von den EU-Mitgliedstaaten bereits getroffenen nationalen Maßnahmen für die Einreise besser zu koordinieren.

Es ist wichtig, dass Präventionsmaßnahmen umgesetzt werden, dass z.B. rückkehrende Reisende und  Gesundheitsmitarbeiter informiert und sensibilisiert werden und dass sichergestelllt wird, dass die europäischen Gesundheitssysteme für die Diagnose und die Behandlung von Ebola im Notfall vorbereitet sind.

Die Kommission hat ferner die „Ebola-Kommunikationsplattform für Ärzte“ eingerichtet - eine Online-Plattform, die den schnellen Austausch von Informationen über die Behandlung und die Prävention von Ebola ermöglicht. Die Plattform umfasst Krankenhäuser und Ärzte in der EU, die als Referenzzentren für die Behandlung von Ebola anerkannt sind.

 

Wie sich Ebola verbreitet und wie die Ansteckungsgefahr verringert werden kann

Öffentliche Gesundheit – jüngste Entwicklungen
Fragen und Antworten: Ebola und Gesundheitsauswirkungen für die EU
Reiseinformationen
Informationen für Gesundheitspersonal

Audiovisuelle Links

Maßnahmen der EU zur Bekämpfung von Ebola  
Die Ebola-Krise in Westafrika - Fotos  
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