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Verringerung der Kohlendioxidemissionen leichter Nutzfahrzeuge

2007 hat sich der Europäische Rat verbindlich verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 20 % zu senken. Diese Verordnung basiert auf dieser Zielsetzung und legt Grenzwerte für die CO2-Emissionen leichter Nutzfahrzeuge fest bei gleichzeitiger Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilindustrie.

RECHTSAKT

Verordnung (EU) Nr. 510/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Mai 2011 zur Festsetzung von Emissionsnormen für neue leichte Nutzfahrzeuge im Rahmen des Gesamtkonzepts der Union zur Verringerung der CO2 -Emissionen von Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen (Text von Bedeutung für den EWR).

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Verordnung legt Anforderungen an die Kohlendioxid (CO2)-Emissionsleistung neuer leichter Nutzfahrzeuge fest.

So wird der CO2-Emissionsdurchschnitt für diese Fahrzeuge ab 2017 auf maximal 175 Gramm CO2 pro Kilometer festgelegt (diese Anforderung wird schrittweise ab 2014 eingeführt). Ab 2020 darf dieser Emissionswert höchstens 147 Gramm CO2 pro Kilometer betragen (sofern die Durchführbarkeit eines solchen Ziels bestätigt wird).

Anwendungsbereich

Die Fahrzeuge, für die diese Verordnung gilt, sind Fahrzeuge der Klasse N1, also für die Güterbeförderung ausgelegte und gebaute Kraftfahrzeuge (Leichtlastwagen), mit einem Höchstgewicht von 3,5 Tonnen und einem Leergewicht von unter 2610 Kilogramm.

Spezifische Emissionsziele

Ab 1. Januar 2014 müssen die Hersteller leichter Nutzfahrzeuge sicherstellen, dass die durchschnittlichen spezifischen Emissionen * von CO2 nicht die in dieser Verordnung festgelegten Emissionsgrenzwerte überschreiten (Anhang I). Diese Zielvorgaben werden schrittweise auf leichte Nutzfahrzeuge, die in der EU zugelassen werden, angewandt. Sie betreffen:

  • 70 % der Fahrzeuge im Jahr 2014;
  • 75 % der Fahrzeuge im Jahr 2015;
  • 80 % der Fahrzeuge im Jahr 2016;
  • 100 % der Fahrzeuge ab 2017.

Außerdem gelten für leichte Nutzfahrzeuge, die mit alternativem Kraftstoff mit einem Bioethanolgehalt von 85 % („E85“) betrieben werden, spezifische Zielvorgaben. Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen dieser Fahrzeuge müssen bis 31. Dezember 2015 um 5 % gesenkt werden.

Hersteller, die eine Emissionsgemeinschaft bilden

Die Hersteller leichter Nutzfahrzeuge können sich zusammenschließen und gemeinsam agieren, um die spezifischen Emissionsziele zu erreichen.

Überwachung und Meldung der durchschnittlichen Emissionen

Jedes Jahr müssen die Mitgliedstaaten ab dem 1. Januar 2012 die Angaben über alle neuen leichten Nutzfahrzeuge in ihrem Hoheitsgebiet erfassen (etwa Hersteller, Fahrzeugtyp, spezifische CO2-Emissionen, Masse).

Die Kommission stellt diese Daten in einem zentralen Verzeichnis zusammen, das ab spätestens 30. Juni 2013 öffentlich einsehbar ist. Auf der Grundlage dieser Daten berechnet sie für jeden Hersteller vorläufig:

  • die durchschnittlichen spezifischen CO2-Emissionen im vorangegangenen Kalenderjahr;
  • die Zielvorgabe für die spezifischen Emissionen im vorangegangenen Kalenderjahr;
  • die Differenz zwischen seinen durchschnittlichen spezifischen CO2-Emissionen im vorangegangenen Kalenderjahr und seiner Zielvorgabe in demselben Jahr.

Nachdem die Hersteller diese Berechnungen überprüft haben, bestätigt die Kommission diese Berechnungen bis spätestens 31. Oktober.

Begünstigungen

Diese Verordnung gewährt den Herstellern von Leichtlastwagen zusätzliche Vergünstigungen für die Herstellung von Fahrzeugen mit niedrigen Emissionen (unter 50 Gramm pro Kilometer). Jedes Fahrzeug mit geringem CO2-Ausstoß zählt 2014 und 2015 als 3,5 Fahrzeuge, 2016 als 2,5 Fahrzeuge und 2017 als 1,5 Fahrzeuge. Diese Regelung hilft den Herstellern, die durchschnittlichen Emissionen von Neufahrzeugen weiter zu senken. Sie können diese zusätzliche Vergünstigung im Zeitraum 2014 bis 2017 für höchstens 25.000 Leichtlastwagen nutzen.

Abgaben wegen Emissionsüberschreitungen

Sollten die Emissionen eines Fahrzeugs ab 2014 die Zielvorgaben überschreiten, ist der Hersteller zur Zahlung einer Abgabe verpflichtet, deren Höhe sich nach der Emissionsüberschreitung bemisst.

Sollten die durchschnittlichen CO2-Emissionen der Neuwagenflotte eines Herstellers ab 2014 den Grenzwert eines Jahres überschreiten, ist der Hersteller verpflichtet, eine Abgabe auf die für jeden Leichtlastwagen registrierte Emissionsüberschreitung zu zahlen. Die Höhe dieser Abgabe beträgt 5 EUR für das erste Gramm Überschreitung pro Kilometer, 15 EUR für das zweite Gramm, 25 EUR für das dritte und 95 EUR für jedes weitere zusätzliche Gramm. Ab 2019 kostet das erste Gramm Überschreitung pro Kilometer 95 EUR. Dieser Betrag entspricht der Höhe der Abgabe für Personenkraftwagen.

Ausnahmen für bestimmte Hersteller

Unabhängigen Herstellern, die weniger als 22.000 neue leichte Nutzfahrzeuge in der Europäischen Union (EU) produzieren, kann eine Ausnahme von der Zielvorgabe für die spezifischen Emissionen gewährt werden.

Ökoinnovationen

Lieferanten oder Hersteller können ihre CO2-Emissionen durch die Nutzung innovativer Technologien senken, deren Gesamtbeitrag zur Reduzierung der Zielvorgabe bis zu 7 Gramm CO2/km erreichen kann.

Schlüsselwörter des Rechtsakts
  • durchschnittliche spezifische CO2-Emissionen: bezeichnet für einen Hersteller den Durchschnitt der spezifischen CO2-Emissionen aller neuen leichten Nutzfahrzeuge, deren Hersteller er ist.

BEZUG

Rechtsakt Datum des Inkrafttretens Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten Amtsblatt

Verordnung (EG) Nr. 510/2011

3.6.2011

-

ABl. L 145, 31.5.2011

Letzte Änderung: 27.07.2011
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