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Aktionsplan Güterverkehrslogistik

Dieser Aktionsplan Güterverkehrslogistik ist Teil einer Reihe von Initiativen der Europäischen Kommission zur Verbesserung der Effizienz und der Nachhaltigkeit des Güterverkehrs in der Europäischen Union (EU). Er schlägt verschiedene Maßnahmen vor, die dazu beitragen sollen, die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit des EU-Güterverkehrssystems zu gewährleisten.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission vom 18. Oktober 2007: Aktionsplan Güterverkehrslogistik [KOM (2007) 607 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Die Politik der Güterverkehrslogistik konzentriert sich auf die Planung, Organisation, Leitung, Überwachung und Durchführung von Güterverkehrsdiensten in der Versorgungskette. Diese Mitteilung schließt an die vorherige Mitteilung zur Güterverkehrslogistik von 2006 an.

MASSNAHMEN

Elektronisches Güterverkehrssystem (e Freight) und intelligente Verkehrssysteme (IVS)

Fortgeschrittene Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) können durch verbessertes Infrastruktur-, Verkehrs- und Flottenmanagement, Erleichterung der Verfolgung und Ortung von Gütern in den einzelnen Verkehrsnetzen sowie verbesserte Verbindungen zwischen Unternehmen und Behörden einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Ko-Modalität leisten. Die Kommission schlägt vor, einen Plan für die Einführung des computergestützten Güterverkehrs (e Freight) zu entwickeln, der einen papierlosen, elektronischen Informationsfluss umfasst, einschließlich der Fähigkeit, Güter während der Beförderung durch verschiedene Verkehrsträger zu verfolgen und zu orten. Durch neue Technologien wie die Funkfrequenzkennzeichnung (RFID) und die Nutzung des Satellitennavigationsprogramms Galileo wird dieses Vorhaben leichter praktikabel und erschwinglich. In Zukunft könnte dies zu einem „Internet für Fracht“ führen, bei dem Informationen online sicher verfügbar wären.

Die Mitteilung schlägt außerdem den Aufbau eines Systems für den Informationsaustausch im Seeverkehr zwischen Schiff und Land (e Maritim) unter Nutzung des Systems für den Austausch von Seeverkehrsinformationen SafeSeaNet (EN), des Systems zur Fernidentifizierung und -verfolgung LRIT und des automatischen Schiffsidentifizierungssystems AIS vor. Diese Maßnahme soll die Integration von Seeverkehr und anderen Verkehrsträgern verbessern, indem sie für mehr Sicherheit und für Verbesserungen bei Navigation und Logistik sorgt.

Nachhaltige Qualität und Effizienz

Betriebliche, infrastrukturbezogene und administrative Engpässe stellen Hindernisse dar, die der Güterverkehrslogistik in Europa im Wege stehen. Die Kommission schlägt daher vor, die Suche nach praktikablen Lösungen für Engpassprobleme fortzusetzen und dabei gegebenenfalls rechtliche Schritte in Erwägung zu ziehen.

Wegen des Mangels an ausgebildetem Personal in vielen Bereichen der Güterverkehrslogistik muss die EU die Attraktivität der Verkehrslogistikberufe erhöhen und die grenzüberschreitende Mobilität des Personals fördern. Die Kommission wird zusammen mit den europäischen Sozialpartnern und anderen relevanten Interessengruppen einen Rahmen ausarbeiten, der ein Verzeichnis der Mindestqualifikationen und Ausbildungsanforderungen beinhaltet, um die gegenseitige Anerkennung der Ausbildungsnachweise zu gewährleisten.

Die Kommission schlägt vor, eine Reihe von grundlegenden Leistungsindikatoren für Güterverkehrslogistikketten zu erstellen, was nicht nur zur Steigerung der Dienstqualität, sondern auch zur Messung von ökologischen und sozialen Auswirkungen nützlich sein könnte. Diese Maßnahme würde effizientere und nachhaltigere Verkehrsträger fördern und die Leistung im Bereich Logistik insgesamt verbessern.

Um die Effizienz der intermodalen Terminals (einschließlich Häfen und Flughäfen) zu verbessern, sollte die EU zusammen mit der Industrie einige grundlegende Benchmarks entwickeln, die dann in einen Kodex bewährter Vorgehensweisen oder eine Empfehlung aufgenommen werden könnten.

Die mangelnde Kenntnis der Vorzüge anderer Verkehrsträger, die mangelnde Integration der Verkehrträger und die zusätzlichen Umschlagskosten könnten Gründe dafür sein, dass der multimodale Güterverkehr noch relativ wenig genutzt wird. Das könnte sich durch die Förderung und den Austausch bewährter Verfahren und durch praktische Unterstützung ändern. Die Kommission schlägt daher vor, die Rolle der Förderstellen für den Kurzstreckenseeverkehr auf die Landverkehrslogistik auszuweiten und Initiativen der Industrie zum Austausch von Erfahrungen und vorbildlichen Verfahren zu fördern.

Vereinfachung der Verkehrsketten

Die Vereinfachung des Austausches güterbezogener Informationen durch den Aufbau einer einzigen Anlaufstelle und einer „Verwaltung aus einer Hand“ für Verwaltungsverfahren für alle Verkehrsträger könnte die Kosten, die der Logistikindustrie durch die Einhaltung der rechtlichen Anforderungen entstehen, wesentlich senken. Die Kommission wird auch einen Legislativvorschlag zur Vereinfachung und Förderung des Kurzstreckenseeverkehrs im Sinne eines Seeverkehrsraums ohne Grenzen unterbreiten. Ein einheitliches Beförderungsdokument für den gesamten Güterverkehr mit allen Verkehrsträgern könnte den multimodalen Güterverkehr erleichtern. Die Kommission wird daher die Möglichkeiten und den Zusatznutzen dieses Dokuments prüfen.

Fahrzeugabmessungen und Verladenormen

Europäische Rechtsvorschriften legen Beschränkungen für Abmessungen und Gewicht von Fahrzeugen im grenzüberschreitenden Kraftverkehr bzw. für Abmessungen im innerstaatlichen Verkehr fest, doch lassen sie den EU-Ländern einen gewissen Spielraum, was aus Sicht der Betreiber zu Uneinheitlichkeit führt und die Durchsetzung erschwert. Diese Mitteilung weist auf die Möglichkeit einer Überarbeitung und Aktualisierung der geltenden europäischen Rechtsvorschriften hin und schlägt die Entwicklung neuer Normen für Ladeeinheiten vor, die von allen Verkehrsträgern verwendet werden können.

„Grüne“ Güterverkehrskorridore

Verkehrskorridore sind geprägt durch die Konzentration auf den Güterverkehr zwischen großen Knotenpunkten und die Beförderung über relativ große Entfernungen. „Grüne“ Verkehrskorridore würden einem integrierten Verkehrskonzept entsprechen, in dem Kurzstreckenseeverkehr, Schiene, Binnenwasserstraßen und Straße einander ergänzen und die Entscheidung für eine umweltfreundliche Beförderungsweise ermöglichen. Die Kommission schlägt vor, „grüne“ Korridore im Rahmen der Prioritäten des transeuropäischen Verkehrsnetzes und des Programms Marco Polo zu stärken sowie mit den Behörden und Güterverkehrslogistikunternehmen zusammenzuarbeiten, um Verbesserungen zu ermitteln und eine angemessene Infrastruktur für nachhaltigen Verkehr zu gewährleisten.

Güterverkehrslogistik in Städten

Die Güterverkehrslogistik hat im Wesentlichen eine städtische Dimension. Diese Mitteilung schlägt daher vor, den Teil der CIVITAS-Initiative, die den Güterverkehr betrifft, im Hinblick auf eine bessere Integration des Personen- und Güterverkehrs sowie des Verkehrs zwischen Städten (große Entfernungen) und der innerstädtischen Verkehrslogistik zu stärken.

Letzte Änderung: 17.10.2011
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