RSS
Alphabetischer Index
Diese Seite steht in 5 Sprachen zur Verfügung

We are migrating the content of this website during the first semester of 2014 into the new EUR-Lex web-portal. We apologise if some content is out of date before the migration. We will publish all updates and corrections in the new version of the portal.

Do you have any questions? Contact us.


e Call: Zeit zur Einführung

Obwohl gewisse Fortschritte verzeichnet werden konnten und Vereinbarungen zwischen den verschiedenen Beteiligten im Hinblick auf die Umsetzung des e Call-Systems geschlossen wurden, ist dieses System nach Ansicht der Europäischen Kommission bisher nicht flächendeckend eingeführt worden. Sie beabsichtigt die Verabschiedung von Rechtsvorschriften, damit das e Call-System den Bürgern der Europäischen Union (EU) so schnell wie möglich zur Verfügung steht.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission vom 21. August 2009 an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen – e Call: Zeit zur Einführung [KOM(2009) 434 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Mitteilung enthält eine Bestandsaufnahme der im Rahmen der Einführung des e Call-Dienstes in Europa erzielten Fortschritte.

e Call: Funktionsweise

Das „e Call“-Gerät funktioniert nach dem Prinzip, das in der Mitteilung „Verbreitung des e Call-Systems unter den Bürgern“ bereits 2005 beschrieben wurde.

Bei einem Unfall lösen im Fahrzeug eingebaute Sensoren automatisch einen e Call-Notruf aus. Zunächst wird eine Sprachverbindung mit der Europäischen Notrufnummer 112 aufgebaut und an die Notrufzentrale (Notrufabfragestelle, Public Safety Answering Point PSAP) weitergeleitet; gleichzeitig wird mit dem Sprachanruf eine Notmeldung mit den wichtigsten Angaben über den Unfall wie Zeit, Ort, Fahrtrichtung (der Mindestdatensatz – MSD) abgesetzt.

Mithilfe des Systems, das die MSD-Daten verarbeitet, kann der Notrufmitarbeiter hören, was im Fahrzeug passiert und möglicherweise mit den Fahrzeuginsassen sprechen. Dadurch kann er leichter feststellen, welche Notdienste und Ausrüstung am Unfallort benötigt werden.

Fortschritte und Erfolge

Normung

Das Europäische Komitee für Normung (CEN) hat die Struktur des MSD und das Partnerschaftsprojekt für die 3. Generation (3GPP) die e Call-Kennung angenommen, mit der zwischen 112-Notrufen und e Call-Notrufen sowie zwischen manuell und automatisch ausgelösten e Call-Notrufen unterschieden werden kann.

Die Protokolle für die Übertragung des Mindestdatensatzes vom Fahrzeug zum Mitarbeiter der Notrufzentrale und die hauptsächlichen Betriebsanforderungen für den europaweiten e Call-Dienst wurden ebenfalls genehmigt.

Einbeziehung der wichtigsten Akteure

Die Automobilhersteller haben sich zur Unterstützung des e Call-Dienstes verpflichtet und versprochen, das System als Sonderausstattung für neu typgenehmigte Fahrzeuge bestimmter Kategorien anzubieten.

Auch die Mitgliedstaaten haben sich positiv zur Absichtserklärung geäußert (EN ). Diese wurde bereits von 20 Mitgliedstaaten sowie von Island, Norwegen und der Schweiz unterzeichnet. Auch andere Mitgliedstaaten wie Polen oder Irland wollen die Absichtserklärung unterzeichnen.

Bei den Mobilfunknetzbetreibern hat der Verband der europäischen Mobilfunknetzbetreiber, GSM-Europe, eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die die europäischen Mobilfunknetzbetreiber vertreten soll. Diese Arbeitsgruppe soll Strategien für die Einführung des e Call-Dienstes erarbeiten und einen Beitrag zur Normung leisten.

Vorgeschlagene Maßnahmen

Die ursprünglich für 2009 vorgesehene Einführung von e Call hat sich verzögert. Bei der Einführung des Dienstes ist ein gleichzeitiges Vorgehen aller Beteiligten wichtig.

Die Kommission und die Mitgliedstaaten müssen die Arbeiten der Europäischen e Call-Umsetzungsplattform aktiv unterstützen, damit alle Beteiligten gemeinsam an der Einführung des Systems mitwirken.

Um den Dienst zu erläutern und die Nachfrage danach zu steigern, sind koordinierte Aufklärungskampagnen geplant.

Sollten keine wesentlichen Fortschritte erzielt werden, beabsichtigt die Kommission, 2010 folgende rechtliche Maßnahmen vorzuschlagen:

  • eine Empfehlung an die Mitgliedstaaten und an die Mobilfunknetzbetreiber;
  • einen Verordnungsvorschlag in Bezug auf die EG-Typgenehmigung;
  • eine mögliche rechtliche Maßnahme in Bezug auf die Aufrüstung der Infrastrukturen der öffentlichen Notrufzentralen.

Hintergrund

Im Jahr 2009 wurden 35 000 Todesopfer und mehr als 1,5 Mio. Verletzte auf den Straßen der Europäischen Union gezählt. Angesichts dieser Zahlen muss das e Call-System schnellstmöglich eingeführt werden, damit Unfallstellen schneller geräumt und weniger Staus auf den Straßen entstehen. Hierdurch könnten Kraftstoffverbrauch und Kohlendioxidemissionen reduziert werden. Dieses System würde nicht nur zur Rettung von bis zu 2 500 Menschenleben pro Jahr beitragen, sondern außerdem die Folgen schwerer Verletzungen mindern, die Gesundheitskosten senken und das menschliche Leid mildern.

Letzte Änderung: 28.01.2010

Siehe auch

  • e Call EN
  • Europäisches Komitee für Normung EN
  • 3GPP EN
  • GSM Europe EN
Rechtlicher Hinweis | Über diese Website | Suche | Kontakt | Seitenanfang