RSS
Alphabetischer Index
Diese Seite steht in 5 Sprachen zur Verfügung

We are migrating the content of this website during the first semester of 2014 into the new EUR-Lex web-portal. We apologise if some content is out of date before the migration. We will publish all updates and corrections in the new version of the portal.

Do you have any questions? Contact us.


Binnenschifffahrt: Informationsdienste

Europa verfügt über mehr als 30 000 km Kanäle und Flüsse, die Hunderte wichtige Städte und industrielle Ballungsräume miteinander verbinden. Nach Ansicht der Europäischen Kommission kommt daher der Binnenschifffahrt große Bedeutung als potenzieller alternativer Verkehrsträger für den Frachtverkehr zu.. Durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien auf Binnenwasserstraßen können Sicherheit und Effizienz der Binnenschifffahrt erheblich erhöht werden.

RECHTSAKT

Richtlinie 2005/44/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über harmonisierte Binnenschifffahrtsinformationsdienste (RIS) auf den Binnenwasserstraßen der Gemeinschaft [Vgl. Ändernde Rechtsakte].

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Richtlinie schafft die Voraussetzungen für die Einführung und die Nutzung harmonisierter Binnenschifffahrtsinformationsdienste (RIS) in der Europäischen Union (EU), um Sicherheit, Effizienz und Umweltfreundlichkeit der Binnenschifffahrt zu verbessern und um Kompatibilität und Interoperabilität mit anderen Verkehrsträgen zu erreichen..
Diese Richtlinie gilt für alle Binnenwasserstraßen der Mitgliedstaaten der Klasse IV und darüber.

Zu den RIS gehören u. a. folgende Dienstleistungen:

  • Fahrwasserinformationen: Die Informationssysteme enthalten geographische, hydrologische und administrative Angaben, die von den Schiffsführern und Flottenmanagern benötigt werden, um eine Reise zu planen, auszuführen und zu überwachen (Beispiele: Wasserstände, Verkehrszeichen, Betriebszeiten von Schleusen usw.);
  • Verkehrsinformationsdienste: Hierbei handelt es sich um Taktische Verkehrsinformation (Darstellung der aktuellen Charakteristika des Schiffs und seiner Bewegungen in einem begrenzten Teilbereich der Wasserstraße) und Strategische Verkehrsinformation (Darstellung des Schiffs und seiner Charakteristika in einem größeren geographischen Rahmen, einschließlich Vorhersagen und Analyse künftiger Verkehrssituationen);
  • Verkehrsmanagement: Das Verkehrsmanagement soll die Nutzung der Infrastrukturen optimieren und die sichere Schiffsführung erleichtern. Derzeit sollen so genannte VTS-Zentren (Vessel Traffic Services - Schiffsverkehrsdienste) die Sicherheit und Effizienz des Schiffsverkehrs verbessern und die Umwelt schützen;
  • Unfallbekämpfungsdienste: Ihre Aufgabe ist es, zu Beginn einer Fahrt die Fahrzeug- und Transportdaten zu registrieren und diese während der Fahrt mit Hilfe eines Schiffsmeldesystems zu aktualisieren. Bei einem Unfall können die zuständigen Behörden die entsprechenden Daten unmittelbar an die Rettungs- und Notfallteams weiterleiten;
  • Informationen für das Transportmanagement: Dazu gehört die Angabe der Geschätzten Ankunftszeiten (ETA) durch Schiffsführer und Flottenmanager aufgrund von Fahrwasserinformationen, damit die Ressourcen für Vorgänge in Häfen und Terminals geplant werden können. Schließlich umfassen die Informationen über Ladungs- und Flottenmanagement Angaben über das Fahrzeug und die Flotte sowie detaillierte Angaben zu der beförderten Ladung;
  • Statistik und Zolldienste: Durch die RIS wird die Sammlung statistischer Daten über die Binnenwasserstraßen in den EU-Ländern verbessert und erleichtert;
  • Wasserstraßenabgaben und Hafengebühren: Anhand der Reisedaten des Schiffs können automatisch die Abgabe berechnet und die Rechnungsstellung eingeleitet werden.

Die EU-Länder müssen die Maßnahmen ergreifen, die für die Umsetzung der RIS erforderlich sind, und die Vorgaben für ihre Entwicklung festlegen. In diesem Zusammenhang müssen die EU-Länder:

  • den RIS-Benutzern alle im vorangegangenen Absatz genannten, relevanten Daten für die Navigation auf den Binnenwasserstraßen übermitteln;
  • gewährleisten, dass den RIS-Benutzern auf allen europäischen Binnenwasserstraßen navigationstaugliche elektronische Schifffahrtskarten zur Verfügung stehen;
  • insoweit nationale oder internationale Vorschriften ein Meldeverfahren für Schiffe vorsehen, die zuständigen Behörden in die Lage versetzen, elektronische Meldungen von Reise- und Frachtdaten von Schiffen zu empfangen;
  • sicherstellen, dass Nachrichten für Schifffahrtstreibende, einschließlich Wasserstands- und Eisberichte für die Binnenwasserstraßen, in standardisierter, codierter und abrufbarer Form bereitgestellt werden. Die standardisierte Nachricht muss mindestens die für die sichere Schiffsführung erforderlichen Informationen enthalten;
  • RIS-Zentren entsprechend den regionalen Erfordernissen einrichten;
  • die Funkkanäle für die automatischen Identifikationssysteme zur Verfügung stellen, wie es in der Basler Vereinbarung vorgesehen ist;
  • Anstöße dazu geben, dass die Führer, Betreiber oder Makler von Schiffen, die auf ihren Wasserstraßen fahren, und die Verlader oder Eigentümer der Waren an Bord solcher Schiffe aus den neuen Diensten umfassenden Nutzen ziehen.

Um die Einrichtung harmonisierter und interoperabler RIS zu gewährleisten, müssen Leitlinien und technische Spezifikationen festgelegt werden. Die Leitlinien umfassen technische Vorgaben und Anforderungen für Planung, Einführung und Betrieb der RIS und der damit verbundenen Systeme.

Technische Spezifikationen sind insbesondere für das System zur elektronischen Darstellung von Binnenschifffahrtskarten und von damit verbundenen Informationen (Inland ECDIS), für elektronische Schiffsmeldesysteme, Nachrichten für Schifffahrtstreibende und Schiffsverfolgungs- und -aufspürungssysteme wie AIS (Automatic Identification Systems) vorgesehen.

BEZUG

Rechtsakt Datum des Inkrafttretens Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten Amtsblatt

Richtinie 2005/44/EG

20.10.2005

20.10.2007

Abl. L 255 vom 30.9.2005

Ändernde(r) Rechtsakt(e) Datum des Inkrafttretens Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten Amtsblatt

Verordnung (EU) 219/2009

20.4.2009

-

ABl. L 87 vom 31.3.2009

Die Änderungen und Berichtigungen der Richtlinie 2005/44/EG wurden in den Ursprungstext eingearbeitet. Diese konsolidierte Fassung dient lediglich Referenzzwecken.

Letzte Änderung: 29.07.2011
Rechtlicher Hinweis | Über diese Website | Suche | Kontakt | Seitenanfang