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SET-Plan für die Entwicklung von Technologien mit geringen CO2 -Emissionen

Im Anschluss an die Mitteilung „Ein europäischer Strategieplan für Energietechnologie (SET-Plan) - Der Weg zu einer kohlenstoffemissionsarmen Zukunft“ stellt diese Mitteilung verschiedene Initiativen vor, die die Europäische Union (EU) durchführen muss, um das aktuelle Energiesystem zu einem Modell mit geringeren CO 2-Emissionen zu entwickeln. Die Mitteilung enthält auch Vorschläge für die Finanzierung dieser Initiativen.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen – „Investitionen in die Entwicklung von Technologien mit geringen CO2-Emissionen (SET-Plan)“ [KOM(2009) 519 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Mitteilung stellt den Europäischen Strategieplan für Energietechnologien (SET-Plan) vor. Hauptziel dieses Plans ist die Entwicklung kohlenstoffarmer Technologien und die Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Um dieses Ziel zu erreichen, schlägt der Plan verschiedene europäische Industrieinitiativen sowie die Aufteilung von Risiken vor.

Welches sind diese Initiativen?

Im Rahmen des SET-Plans schlägt die Europäische Kommission die Entwicklung umweltfreundlicher Energietechnologien und die Durchführung konkreter Maßnahmen vor, um das Ziel einer Industrie mit geringeren CO2-Emissionen zu erreichen. Deshalb schlägt die Kommission vor, in den folgenden Bereichen aktiv zu werden:

  • Windkraftinitiative: Hier möchte die Kommission Versuchsanlagen und Demonstrationsprojekte einrichten. Durch diese Projekte sollen bis 2030 bis zu 33 % des Stromverbrauchs aus Windkraft gedeckt und mehr als 250 000 qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Kosten für diese Investitionen werden auf 6 Milliarden EUR veranschlagt.
  • Solarenergie: Durch die Durchführung des SET-Plans würde die EU über ein langfristiges Forschungsprogramm verfügen, dessen Schwerpunkt auf fortgeschrittenen PV-Konzepten liegt. Die Kommission schlägt insbesondere den Bau von Pilotanlangen für die automatisierte Massenerzeugung und Demonstrationsprojekte für zentralisierte und dezentralisierte PV-Stromerzeugung vor. Mit diesen Projekten soll erreicht werden, dass bis zum Jahr 2020 15 % des in der EU verbrauchten Stroms aus Sonnenenergie erzeugt wird und 200 000 qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Investitionskosten werden auf 16 Milliarden EUR veranschlagt.
  • Stromnetze: Hier soll eine solide Basis errichtet werden, um einen echten Binnenmarkt zu schaffen, um außerdem eine wesentlich größere Menge von Energie aus diskontinuierlich zur Verfügung stehenden Quellen zu integrieren und die komplexen Wechselbeziehungen zwischen Lieferanten und Kunden besser zu bewältigen. Ziel ist, bis 2020 50 % der Stromnetze an Anlagen anzuschließen, die Energie aus erneuerbaren Quellen liefern. Für die Finanzierung dieser Stromnetze sind 2 Milliarden EUR veranschlagt.
  • Nachhaltige Bioenergie: In diesem Bereich steht eine Reihe von Technologien zur Verfügung. Um diese zur Marktreife zu führen, muss ihre Wirksamkeit demonstriert werden. Zu diesem Zweck will die Kommission in Europa mehrere solcher Anlagen bauen. Bioenergien sollen mit 14 % zum Energiemix beitragen. Auch damit könnten mehr als 200 000 lokale Arbeitsplätze geschaffen werden. Für die Durchführung dieser Projekte werden 9 Milliarden EUR veranschlagt.
  • CO2-Abscheidung, -Verbringung und -Speicherung: Die Entwicklung dieser Technologien muss massiv unterstützt werden, wenn Europa das Ziel einer CO2-armen Stromerzeugung erreichen will. Deshalb sollen die Forschungen in diesem Bereich intensiviert werden. Die Investitionen würden sich auf 13 Milliarden EUR belaufen.
  • Zukunftsfähige Kernspaltung: Bis 2040 muss eine neue Reaktorgeneration (Generation IV) gebaut werden, um radioaktive Abfälle zu reduzieren und die Risiken der Verbreitung zu minimieren. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Arbeiten jetzt in Angriff genommen werden. Die Investitionen werden auf 7 Milliarden EUR veranschlagt. Langfristig stellt die Kernfusion eine viel versprechende Energiequelle dar.
  • Brennstoffzellen und Wasserstoff: Für diesen Bereich gibt es bereits eine eigene gemeinsame Technologieinitiative (JTI) von 2008 bis 2013, die mit 470 Millionen EUR ausgestattet ist. Allerdings müssten in diesem Bereich noch weitere Projeke in größerem Maßstab durchgeführt werden.
  • Energieeffizienz: Die Initiative „Intelligente Städte“ („Smart Cities“) soll die Voraussetzungen dafür schaffen, dass energieeffiziente Technologien vom Massenmarkt übernommen werden. Mit Investitionen in Höhe von 11 Milliarden EUR bis 2020 soll diese Initiative dazu beitragen, dass Städte zu Vorreitern für die Verbreitung von energieeffizienten Technologien werden. Dazu sollen intelligente Netze, eine neue Generation von Gebäuden und kohlenstoffemissionsarme Verkehrssysteme entwickelt werden. Ziel dieser Initiative ist, das Energiesystem zu verändern.
  • Zentren der Forschung und Wissenschaft: Das Europäische Energieforschungsbündnis (EERA) soll die Zusammenarbeit zwischen nationalen Forschungseinrichtungen im Rahmen gemeinsamer Programme stärken. Mit diesen Forschungsprogrammen sollen die zentralen Aufgaben des SET-Plans bewältigt werden.
  • Internationale Zusammenarbeit auf der Ebene der G20 oder bilateraler Kooperationsmaßnahmen wie das EU-China-Projekt für ein weitgehend emissionsfreies Kohlekraftwerk (NZEC).

Wie sollen diese Initiativen durchgeführt werden?

Nach Schätzung der Kommission sind Investitionen in Höhe von 3 bis 8 Milliarden EUR erforderlich, um die vorgeschlagenen Initiativen durchzuführen. 2007 kamen die Forschungsmittel für den Energiebereich (außer Kernenergie) zu 70 % aus der Privatwirtschaft. Der Anteil der öffentlichen Mittel an den Gesamtinvestitionen sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene sollte erheblich angehoben werden.

Die Banken und Privatinvestoren müssen für Unternehmen, die den Übergang zu einer Wirtschaft mit geringen CO2-Emissionen vorantreiben, Finanzmittel und hohe Investitionen bereitstellen.

Wie ist eine öffentliche Finanzierung für die Durchführung dieser Initiativen möglich?

Die Entwicklung der geplanten Initiativen des SET-Plans kann durch mehrere öffentliche Finanzquellen unterstützt werden:

Hintergrund

Das SET-Programm leistet einen Beitrag zum Erreichen der Energie- und Klimaziele, die bis 2020 und darüber hinaus festgelegt wurden. Es will den derzeitigen Trend bei der Primärenergieversorgung in der EU umkehren. Diese basiert auch heute noch zu 80 % auf fossilen Brennstoffen.

Letzte Änderung: 28.05.2010
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