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Ernährung, Übergewicht, Adipositas: eine Strategie für Europa

Mit diesem Weißbuch gibt die Kommission eine Strategie für Europa vor, um gesundheitlichen Problemen entgegenzutreten. Mit dieser auf wirksamen Partnerschaften basierenden Strategie sollen konkrete, auf Gemeinschaftsebene in Frage kommende Maßnahmen vorangebracht werden, damit ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung nicht mehr die Hauptursachen vermeidbarer Krankheiten und vorzeitiger Todesfälle in Europa sind.

RECHTSAKT

Weißbuch vom 30. Mai 2007: „Ernährung, Übergewicht, Adipositas: eine Strategie für Europa" [KOM(2007) 279 endg. - Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Zweck dieses Weißbuchs ist es, ein integriertes Konzept darzustellen, das dazu beiträgt, Gesundheitsprobleme aufgrund ungesunder Ernährung, Übergewicht und Adipositas abzubauen.

Um dieses für die öffentliche Gesundheit wichtige Thema in Angriff zu nehmen, hält es die Kommission für die beste Lösung, die Strategien bereichsübergreifend zu integrieren, angefangen bei Lebensmitteln und Verbrauchern über Sport und Bildung bis hin zur Personenbeförderung. Außerdem muss unbedingt die sozioökonomische Dimension dieses Problems berücksichtigt werden, da Fettleibigkeit am häufigsten bei den benachteiligten Schichten auftritt. Die Kommission legt vier Grundlagen für die gemeinschaftlichen Maßnahmen fest:

  • die deutliche Verringerung von Gesundheitsrisiken (ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel)
  • der Querschnittscharakter der Maßnahmen: sie müssen alle staatlichen Politikbereiche auf allen Ebenen betreffen und eine Reihe geeigneter Instrumente nutzen, wie Rechtsvorschriften, öffentlich-private Partnerschaft und den Dialog mit der Zivilgesellschaft
  • die Mitwirkung von Akteuren des Privatsektors, wie der Lebensmittelindustrie oder der Zivilgesellschaft, sowie von Akteuren auf örtlicher Ebene
  • die systematische Evaluierung und Beobachtung dieser Maßnahmen, um festzustellen, welche davon wirksam sind und welche nicht.

Partnerschaften als Vehikel

Die Kommission fördert Initiativen wie die im März 2005 eingerichtete Europäische Aktionsplattform für Ernährung, körperliche Bewegung und Gesundheit. Innerhalb von zwei Jahren haben die Mitglieder dieser Aktionsplattform in der EU mehr als 200 Initiativen zu Ernährung und körperlicher Bewegung eingeleitet. Des weiteren wurde der Ruf nach der Einrichtung eines klaren und zuverlässigen Systems zur Überwachung der Einhaltung der Verpflichtungen und nach einem lokalen Aktionsansatz laut.

Die Einbeziehung von lokalen Akteuren (Verbände, KMU) ist einer der Schlüssel zum Erfolg der Strategie. Um Gruppendynamik zu erzeugen, müssen Foren geschaffen werden, in denen die verschiedensten Interessengruppen vertreten sind; so sollen möglichst viele Akteure auf allen Ebenen verbunden werden. Die nationalen Behörden hätten dabei die Koordinierung zu übernehmen, um die Relevanz der Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu gewährleisten. Darüber hinaus ist es Aufgabe der Mitgliedstaaten, die Einbeziehung der Medien zu fördern, damit gemeinsame Botschaften und Kampagnen entwickelt werden können.

Um den Austausch von bewährten Verfahren und die Zusammenarbeit mit den Regierungen zu verbessern, wird die Kommission eine hochrangige Gruppe für Gesundheit, Ernährung und körperliche Bewegung einsetzen. Aufgabe dieser Gruppe wird es sein, dafür zu sorgen, dass die Mitgliedstaaten in allen Politikbereichen Überlegungen und bewährte Verfahren untereinander austauschen. Die Europäische Plattform wird die Kommunikation zwischen den verschiedenen Bereichen erleichtern und das Mandat des europäischen Netzes für Ernährung wird erweitert, um die Arbeit der Gruppe zu unterstützen.

Besser informierte Verbraucher

Die Vorlieben eines Menschen in Bezug auf Essgewohnheiten oder Lebensstil werden häufig von seiner Umgebung geprägt. Die Überlegungen der Kommission hierzu gehen in drei Richtungen:

  • Verbesserung der Verbraucherinformation, insbesondere durch die Nährwertkennzeichnung, an deren Neufassung die Kommission gerade arbeitet. Ein weiterer Aspekt im Zusammenhang mit der Verbraucherinformation betrifft die Regelung für Herstellerangaben; deren Ziel ist es, die Zuverlässigkeit der wissenschaftlichen Angaben und der Nährwertangaben, die das herstellende Unternehmen macht, zu gewährleisten;
  • Förderung von Verhaltensregeln im Bereich der Werbung und des Marketing, deren Botschaften Einfluss auf die Ernährung haben, vor allem auf die von Kindern;
  • Erarbeitung von Informations- und Auflärungskampagnen zu bestimmten Themen (ungesunde Ernährung, Übergewicht) für Problemgruppen, in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten und interessierten Kreisen.

Gesunde Ernährung leichter zugänglich machen

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) stellt für die Kommission ein Werkzeug bei der Verwirklichung der Ziele im Bereich der öffentlichen Gesundheit dar; auch die Reform der Gemeinsamen Marktorganisation für Obst und Gemüse (GMO) ist eines dieser Instrumente: die Kommission wird die Verteilung von überschüssigen Erzeugnissen in Bildungseinrichtungen und Ferienzentren für Kinder fördern. Dank der Reform der GMO verfügt die Kommission auch noch über andere Förderungsinstrumente, wie die Durchführung von an junge Verbraucher gerichtete Kampagnen oder die Einführung eines von der EU kofinanzierten Projektes, welches den Verzehr von Obst in der Schule fördern soll.

Förderung der körperlichen Bewegung

Die Kommission definiert als körperliche Bewegung eine ganze Reihe von Aktivitäten, angefangen von organisiertem Sport bis hin zum „aktiven Schul- oder Arbeitsweg", und sie möchte, dass die Mitgliedstaaten und die EU proaktive Schritte in diesem Bereich unternehmen, nachhaltige Maßnahmen zum städtischen Nahverkehr eingeschlossen.

Vorrangige Gruppen und Umgebungen

Fettleibigkeit bei Kindern steigt drastisch an; am häufigsten betroffen sind Kinder aus den sozioökonomisch am stärksten benachteiligten Schichten. Nichtsdestotrotz ist die Wirksamkeit von lokalen Aktionen im Bereich der Erziehung zur gesunden Ernährung und zur körperlichen Bewegung eigens für Kinder (0-12 Jahre) bewiesen. Diese beiden Aktionsbereiche zählen zu den vorrangigen Themen des neuen Programms für lebenslanges Lernen (2007-2013).

Die Rolle der Forschung

Forschung spielt eine maßgebliche Rolle bei der Bekämpfung der Fettleibigkeit; die Kommission möchte mit ihrer Hilfe die Kenntnisse über die Faktoren der Lebensmittelwahl vertiefen, insbesondere im Rahmen des Teils Gesundheit und Ernährung des Siebten Forschungsrahmenprogramms der EU.

Follow-up-Strategien

Die Kommission hat beschlossen, die weitere Überwachung der Daten über Fettleibigkeit und Übergewicht auf drei Schlüsselebenen zu verstärken:

  • auf der Makroebene, damit - im Rahmen der Gesundheitsindikatoren der Europäischen Gemeinschaft (ECHI) im Bereich Ernährung und körperliche Bewegung - einheitliche vergleichbare Daten über Indikatoren für den Gesamtfortschritt zur Verfügung stehen;
  • auf der Ebene der Mitgliedstaaten, um die bereits ergriffenen Maßnahmen und ihre Auswirkungen zu bewerten;
  • auf der Ebene von einzelnen Programmen.

Die Kommission weist darauf hin, dass die ganze Palette an vorgeschlagenen Maßnahmen dazu dient, die Maßnahmen der Mitgliedstaaten zu unterstützen oder zu ergänzen.

Einbeziehung von privaten Akteuren

Die privaten Akteure können zu einer Förderung gesunder Essgewohnheiten der Verbraucher beitragen; dies bedeutet :

  • die Option einer gesunden Ernährung zu begünstigen, indem man Lebensmittel zu erschwinglichen Preisen anbietet: die Lebensmittelindustrie spielt übrigens eine Rolle bei der neuen Zusammensetzung von Lebensmitteln (Salz-, Fett-, Zuckergehalt);
  • die Verbraucher, Einzelhändler und Unternehmen auf dem Laufenden zu halten und einen Beitrag zu den laufenden freiwilligen nationalen Initiativen zu leisten;
  • die körperliche Bewegung zu fördern: Sportvereine könnten mit Gruppen aus dem Bereich der öffentlichen Gesundheit Werbe- und Marketingkampagnen für körperliche Bewegung entwickeln;
  • auf vorrangige Gruppen einzugehen: Zweckmäßige, nicht auf kommerzielle Beziehungen ausgerichtete Partnerschaften von Schulen und privaten Akteuren könnten geschaffen werden. Weiters könnten auch die Unternehmen die Entwicklung einer gesunden Lebensweise der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz unterstützen;
  • sich an bewährten Verfahren zu orientieren: Vor allem die Maßnahmen von Organisationen der Zivilgesellschaft, die in den Bereichen Gesundheit, Jugend und Sport tätig sind, haben sich bewährt.

Internationale Zusammenarbeit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) (EN) (ES) (FR) und die Kommission arbeiten derzeit gemeinsam an der Einrichtung eines Überwachungssystems für Ernährung und körperliche Bewegung für die EU der 27. Es handelt sich um eine der Follow-up-Maßnahmen zur Europäischen Charta zur Bekämpfung der Adipositas, die am 16. November 2006 in Istanbul angenommen wurde.

Letzte Änderung: 30.06.2011

Siehe auch

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