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Eine Strategie für Umwelt und Gesundheit

Diese Strategie, auch „Initiative SCALE" genannt (Science, Children, Awareness, Legal instrument, Evaluation, wissenschaftliche Erkenntnisse, Kinder, Bewusstsein, Rechtsinstrument, Bewertung), dient der Vertiefung der Erkenntnisse über das komplexe Zusammenspiel zwischen Umwelt und Gesundheit. Ziel ist die Ergreifung von Maßnahmen, um die Beeinträchtigungen der menschlichen Gesundheit durch Umweltfaktoren zu verringern.

RECHTSAKT

Europäische Strategie vom 11. Juni 2003 für Umwelt und Gesundheit [KOM(2003) 338 endg. - Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Hauptelemente und Durchführung der Strategie

Mit dieser Strategie, auch „SCALE-Initiative" genannt (Science, Children, Awareness, Legal instrument, Evaluation) sollen Informationen über den Zustand der Umwelt, des Ökosystems und der Gesundheit der Bevölkerung zusammengetragen werden. Das endgültige Ziel dieser Strategie ist die Entwicklung eines Rahmens für die kausalen Zusammenhänge zwischen Umwelt und Gesundheit, der die nötigen Informationen für die Gestaltung einer integrierten Gemeinschaftspolitik liefert. Die Ermittlung und Prävention neuer Gesundheitsgefahren, die durch Umweltfaktoren hervorgerufen werden, sowie der Ausbau der Möglichkeiten der EU, in diesem Bereich wirkungsvoller Rechtsvorschriften zu erlassen, stellen ebenfalls Ziele der Strategie dar. Wie das Akronym im Englischen angibt, beruht die Strategie auf der Wissenschaft (Science), ist auf Kinder (Children) ausgerichtet, bezweckt die Bewusstseinsschärfung (Awareness), benutzt Rechtsinstrumente (Legal instruments) und sieht eine ständige Bewertung (Evaluation) vor.

Die Strategie wird in Phasen durchgeführt und erweitert ihren Anwendungsbereich schrittweise. Die erste Phase läuft von 2004 bis 2010. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Beziehung zwischen den Umweltfaktoren und

  • Atemwegserkrankungen, Asthma, Allergien bei Kindern,
  • Störungen der neurologischen Entwicklung,
  • Krebs bei Kindern,
  • Störungen des Hormonsystems (System der Drüsen, die die Hormone abgeben).

Mit der Strategie kann ein Gemeinschaftssystem eingerichtet werden, das die notwendigen Informationen liefert, um die gesamten Auswirkungen der Umwelt auf die Gesundheit des Menschen und die kausalen Zusammenhänge zu analysieren und eine integrierte Politik in den Bereichen Umwelt und Gesundheit zu entwickeln. Drei Pilotprojekte werden in der ersten Phase anlaufen, um eine Methodik für die Schaffung eines integrierten europäischen Systems zur Überwachung von Umwelt und Gesundheit zu entwickeln. Bei diesen Projekten geht es um drei wichtige Schadstoffe, für die man mit der Einholung und Analyse von Daten bereits gut voran gekommen ist: Dioxine, Schwermetalle und Hormonstörungen verursachende Stoffe. Während der ersten Phase wird die Möglichkeit der Einrichtung eines harmonisierten europäischen Biomonitoringsystems für Kinder untersucht.

Um den Kenntnistand über Umwelt- und Gesundheitsprobleme auszubauen, werden weitere Forschungsarbeiten durchgeführt.

Besondere Anstrengungen werden der Verringerung der Belastung mit Umweltproblemen gewidmet. Dabei geht es insbesondere um Luftqualität, Schwermetalle, elektromagnetische Felder und eine gesunde städtische Umwelt.

Die Verwirklichung dieser Strategie erfordert eine breite Einbeziehung der Betroffenen. Die Kommission wird technische Arbeitsgruppen und eine Beratergruppe zum Thema „Umwelt und Gesundheit" einsetzen. Bis zum Jahr 2004 sind drei regionale Konferenzen geplant. Im Frühjahr 2004 hat eine große Konferenz, auf der die beteiligten Parteien zusammengekommen sind, es ermöglicht, das Aktionsprogramm für die Jahre 2004-2010 festzulegen. Dieses Programm stellt die Ziele und Maßnahmen für die erste Phase und den Beitrag der EU zur vierten Ministerkonferenz über Umwelt und Gesundheit in Budapest im Juni 2004 dar.

Bereits bestehende Maßnahmen auf dem Gebiet von Umwelt und Gesundheit

Bislang wurden bei den politischen Maßnahmen in den Bereichen Umwelt und Gesundheit deren Wechselbeziehungen nicht berücksichtigt. Die Europäische Union hat bereits Rechtsvorschriften erlassen über gesundheitsschädliche Einflüsse wie Chemieprodukte, Hormonstörungen verursachende Stoffe, Pestizide, Luft- und Wasserverschmutzung, Lärm, Abfälle, Industrieabfälle und ionisierende Strahlung.

Seit dem 1. Januar 2003 läuft das Aktionsprogramm der Gemeinschaft im Bereich der öffentlichen Gesundheit für den Zeitraum 2003-2008. Weitere Tätigkeiten werden durchgeführt auf dem Gebiet des Tabakkonsums, der Lebensmittelsicherheit, der elektromagnetischen Felder, des Strahlenschutzes und der Folgenabschätzung für die Gesundheit.

Seit 1995 sehen die europäischen Rahmenprogramme für Forschung und Entwicklung Forschungsmaßnahmen auf den Gebieten Umwelt und Gesundheit vor.

Ferner gibt es eine Gemeinschaftsstrategie über Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz.

Die Europäische Union beteiligt sich an internationalen Maßnahmen wie der Europäischen Charta für Umwelt und Gesundheit und an dem Projekt „Gesunde Umwelt für Kinder", die in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation entwickelt wurden. Sie hilft bei der Vorbereitung der nächsten paneuropäischen Ministerkonferenz über Umwelt und Gesundheit in Budapest.

VERWANDTE RECHTSAKTE

Mitteilung der Kommission vom 9. Juni 2004 an den Rat, das Europäische Parlament und den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss - „Der Europäische Aktionsplan Umwelt und Gesundheit 2004-2010" [ KOM(2004) 416 endg. - Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

Dieser europäische Aktionsplan 2004-2010 zugunsten der Umwelt und Gesundheit zielt auf die Verringerung der Anzahl der durch Umweltverschmutzung verursachten Erkrankungen ab. Der besondere Nutzen des Aktionsplans besteht darin, dass er die Verbesserung der vorhandenen Informationen und Erkenntnisse und eine engere Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Gesundheit, Umwelt und Forschung erlauben wird.

Der Plan sieht 13 Aktionen vor, mit denen folgende Ziele verfolgt werden:

  • Verbesserung der Informationen über die Zusammenhänge zwischen Umwelt und Gesundheit;
  • Ausbau der europäischen Forschung, insbesondere über die vier Hauptkrankheiten: Asthma/Allergie, Störungen der Entwicklung des Nervensystems, Krebs und Störungen des Hormonhaushalts;
  • Schaffung von Mechanismen für die verbesserte Risikobewertung und eines Systems zur frühzeitigen Erkennung neuer Probleme, etwa der Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit.
  • Konsequenzen aus den gesammelten Informationen und den durchgeführten Maßnahmen: Sensibilisierungsmaßnahmen, verbesserte Risikokommunikation sowie Schulungs- und Erziehungsmaßnahmen.
Letzte Änderung: 28.04.2005
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