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Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Zukunft für die Aquakultur

Etwa die Hälfte aller Speisefische stammt bereits heute aus der Aquakultur. Wenngleich die europäische Aquakulturindustrie zahlreiche Stärken aufweist, stagniert die europäische Produktion im weltweiten Vergleich. In dieser Mitteilung nennt die Kommission die Hauptherausforderungen des Sektors und versucht, neue Impulse für ein nachhaltiges Wachstum des Aquakultursektors der Europäischen Union (EU) zu geben.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat - Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Zukunft für die Aquakultur - Neuer Schwung für die Strategie für die nachhaltige Entwicklung der europäischen Aquakultur [KOM(2009) 162 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Seit Annahme der Strategie für die nachhaltige Entwicklung der europäischen Aquakultur im Jahr 2002 sind sieben Jahre vergangen. Seither wurden beachtliche Fortschritte erzielt, insbesondere hinsichtlich der ökologischen Nachhaltigkeit dieser Tätigkeit und der Qualität der Aquakulturproduktion der Europäischen Union (EU). Allerdings stagniert das Gesamtvolumen der EU-Aquakulturproduktion (überwiegend Fische und Muscheln) im Gegensatz zu anderen Regionen der Welt, die starke Wachstumsraten zu verzeichnen haben.

In ihrer Mitteilung untersucht die Kommission die Gründe für diese Stagnation und etwaige Maßnahmen im Zuständigkeitsbereich der öffentlichen Behörden, die dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit, die Nachhaltigkeit und die Verwaltung des Sektors zu verbessern.

Hindernisse für das Wachstum der europäischen Aquakultur

Die Europäische Union ist zunehmend auf die Einfuhr von Erzeugnissen der Fischerei und der Aquakultur angewiesen. Wenngleich die europäische Aquakultur über einen dynamischen und innovativen Forschungs- und Technologiesektor sowie über geeignete Anlagen und geeignetes Fischfutter verfügt, von qualifizierten und geschulten Unternehmern geleitet wird und einen Rechtsrahmen für Umwelt- und Gesundheitsschutz vorweisen kann, ist dieser Sektor mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Die Unternehmen des Aquakultursektors benötigen ausreichend Raum und genügend Wasser für ihre Produktion sowie zahlreiche Genehmigungen für ihre Tätigkeit. Sie müssen die Gesundheit der Fische bei gleichzeitigem Mangel an geeigneten Arzneimitteln und Impfstoffen garantieren, benötigen Kapital für Investitionen und Entwicklung, müssen dem Wettbewerbsdruck durch Einfuhren standhalten usw.

Gestaltung der Zukunft der EU-Aquakulturindustrie

Es liegt im Interesse der Europäischen Union, die Bekanntheit dieses Sektors zu steigern und die öffentlichen Behörden und Investoren für ihn zu sensibilisieren. Selbst wenn die Wildbestände ihren höchstmöglichen Dauerertrag wieder erreichen würden, müsste doch auch auf die Aquakultur zurückgegriffen werden, um die stark expandierende Nachfrage zu befriedigen.

Die EU muss Maßnahmen ergreifen, damit der EU-Aquakultursektor bei der Produktion aquatischer Nahrungsmittel, in den Bereichen Technologie und Innovation sowie bei der Ausarbeitung von Normen und Zertifizierungsverfahren auf EU- und internationaler Ebene eine führende Rolle spielen kann. Diese Mitteilung soll dazu beitragen, die Voraussetzungen für eine erfolgreiche und nachhaltige Aquakulturindustrie zu schaffen, die auf dem Markt erfolgreich konkurrieren kann.

Die öffentlichen Behörden müssen einen rechtlichen und administrativen Rahmen schaffen, der vorhersehbar, kohärent und kostenwirksam ist. Diese Strategie ist nur dann wirksam, wenn sie von allen unterstützt wird. Die Behörden müssen sich auf nationaler und regionaler Ebene für die Vision und die Ziele einsetzen und sie weitervermitteln.

Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, der Nachhaltigkeit und der Verwaltung

Um die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors zu erhöhen, müssen Forschung und technologische Entwicklung weiterhin unterstützt, die Raumordnung in Küstenzonen gefördert und die Bedürfnisse des Aquakultursektors in Bezug auf den Markt für Erzeugnisse der Fischerei und Aquakultur berücksichtigt werden.

Zur Sicherstellung einer nachhaltigen Entwicklung der Aquakultur muss die EU weiterhin umweltverträgliche Produktionsmethoden unterstützen und gleichzeitig darüber wachen, dass eine hohe Qualität der Umwelt und insbesondere des Wassers für diesen Sektor gewährleistet ist. Darüber hinaus muss sie die Gesundheit und das Wohlergehen der Tiere sicherstellen und weiterhin ein hohes Verbraucherschutzniveau garantieren.

Das Image der europäischen Aquakulturwirtschaft muss verbessert werden und die öffentlichen Behörden müssen für eine verbesserte Verwaltung des Sektors sorgen, indem sie den Verwaltungsaufwand reduzieren, Interessenträger konsultieren und die Öffentlichkeit informieren.

Voraussetzung für den Erfolg der Aquakultur ist vor allem ein günstiges Umfeld für die Unternehmen des Sektors. Die Kommission möchte daher für die Mitgliedstaaten und die regionalen Behörden Leitlinien ausarbeiten, damit die auf lokaler und nationaler Ebene sowie auf EU-Ebene ergriffenen gezielten Maßnahmen den Sektor bei der vollen Entfaltung seiner Stärken unterstützen.

Ein konzertiertes Vorgehen auf allen Ebenen, das darauf ausgerichtet ist, das gesamte Potenzial des Aquakultursektors auszuschöpfen, würde viele Vorteile bieten. Die Kommission ist der Ansicht, dass eine solide und mit neuer Dynamik erfüllte Aquakulturindustrie auch den verbundenen Sektoren nutzt, zur Entwicklung der ländlichen und Küstenzonen beiträgt und den Bedürfnissen der Verbraucher entsprechen kann, die Zugang zu hochwertigen, gesunden und nach ökologischen Methoden hergestellten Nahrungsmitteln erhalten.

Letzte Änderung: 26.11.2009
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