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Abtrennen von Haifischflossen

Das Abtrennen von Haifischflossen * mit anschließendem Zurückwerfen des Tierkörpers ins Meer stellt eine ernste Bedrohung für die Erhaltung dieser Arten und die Nachhaltigkeit der Fischerei dar. Für diese Flossen besteht immer mehr Nachfrage, insbesondere auf den asiatischen Märkten, wo wie zu sehr hohen Preisen verkauft werden. Es müssen daher dringend Maßnahmen erlassen werden, die die Fortsetzung dieser Praxis verbieten bzw. verhindern. Diese Verordnung, mit der das Abtrennen von Haifischflossen, ihre Aufbewahrung an Bord sowie ihre Umladung und Anlandung verboten werden, ist eine Maßnahme, mit der die überhöhte Mortalität dieser gefährdeten Arten gesenkt werden soll.

RECHTSAKT

Verordnung (EG) Nr. 1185/2003 des Rates vom 26. Juni 2003 über das Abtrennen von Haifischflossen an Bord von Schiffen.

ZUSAMMENFASSUNG

Ziel dieser Verordnung des Rates ist es, die Praxis des Abtrennens von Haifischflossen an Bord von Fischereifahrzeugen und das anschließende Zurückwerfen des Tierkörpers ins Meer zu verbieten. Das wirksamste und rationellste Mittel, um das Verbot des Abtrennens der Flossen durchzusetzen und dem Beifang von Haien den Anreiz zu nehmen, besteht darin, das Abtrennen der Flossen, ihre Aufbewahrung an Bord sowie das Umladen und Anlanden von abgetrennten Haifischflossen zu verbieten.

In bestimmten Fischereien kann es allerdings praktisch und notwendig sein, die Haifischflossen an Bord abzuschneiden, um Flossen und Körper getrennt an Bord zu verarbeiten, auch wenn der Körper aufbewahrt und verwertet werden muss. Für diese Fälle ist es angezeigt, eine spezielle Fangerlaubnis zu erteilen, die ein solches Vorgehen unter der Bedingung zulässt, dass Haifischflossen nur dann an Bord mitgeführt, angelandet oder umgeladen werden, wenn ebenfalls Haifischkörper mit einem entsprechenden Gewicht mitgeführt, angelandet oder umgeladen werden. Um diese Vorschrift durchzusetzen und Verstöße zu verhindern, empfiehlt es sich, einen einzigen für alle Haiarten geltenden Umrechnungsfaktor festzulegen.

Geltungsbereich

Die Praxis des Abtrennens von Haifischflossen und die damit verbundenen Probleme bestehen nicht nur in den Gemeinschaftsgewässern. Deshalb gilt die Verordnung nicht nur für alle Fischereifahrzeuge in den Gemeinschaftsgewässern, sondern auch für Gemeinschaftsschiffe, die außerhalb der Gemeinschaftsgewässer unter der Hoheit der Mitgliedstaaten fischen.

Verbotene Tätigkeiten

Die Verordnung verbietet

  • das Abtrennen von Haifischflossen an Bord von Fischereifahrzeugen, ihre Aufbewahrung an Bord, sowie ihre Umladung und Anlandung;
  • den Kauf und Verkauf von Haifischflossen, die unter Verstoß gegen diese Verordnung abgetrennt, an Bord aufbewahrt, umgeladen oder angelandet wurden.

Ausnahmeregelung und Auflagen

Der Flaggenmitgliedstaat kann eine spezielle Fangerlaubnis erteilen und verwalten, die das Abtrennen von Flossen toter Haie an Bord (mit anschließender Aufbewahrung an Bord, Umladung oder Anlandung) unter der Bedingung erlaubt, dass der restliche Tierkörper (ausgenommen die beim Ausnehmen, Köpfen und Häuten anfallenden Abfälle) ebenfalls an Bord aufbewahrt wird. Eine solche spezielle Fangerlaubnis darf nur Fischereifahrzeugen erteilt, die in der Lage sind, alle Haifischteile zu verwerten, und die nachweisen können, dass sie die Haifischflossen und die übrigen Teile der Haifische an Bord getrennt verarbeiten müssen.

In diesem Fall darf das Gewicht der an Bord aufbewahrten Flossen 5 % des Gesamtgewichts des Haifischfangs (Lebendgewicht) nicht übersteigen.

Um die Einhaltung der Auflagen sicherzustellen, müssen die Kapitäne der Schiffe, die im Besitz einer speziellen Fangerlaubnis sind, über das Gewicht der Haifischflossen und der übrigen Haifischteile, die an Bord mitgeführt, umgeladen, angelandet und verkauft werden, Buch führen. Diese Angaben werden von den Mitgliedstaaten überprüft.

Die Anlandung in Häfen außerhalb der Gemeinschaft ist mindestens 72 Stunden im Voraus anzumelden.

Schlüsselwörter des Rechtsakts
  • Abtrennen von Haifischflossen: Diese Praxis, auf Englisch „finning" genannt, besteht darin, dass die Flossen des Hais abgeschnitten und der Rest des Körpers ins Meer zurückgeworfen wird. Sie trägt zu erhöhter Mortalität bei den Beständen dieser Arten bei.

BEZUG

RechtsaktDatum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt
Verordnung (EG) Nr. 1185/20032.9.2003-ABl. L 167 vom 4.7.2003
Letzte Änderung: 25.03.2011
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