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Nationale Programme zur Reduzierung der Drogennachfrage: Erster Bericht

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1) ZIEL

Auf die vom Europäischen Rat auf seiner Sitzung in Dublin am 25./26. Juni 1990 ausgesprochene Aufforderung hin legt die Kommission einen Überblick über die in den Mitgliedstaaten zur Reduzierung der Drogennachfrage durchgeführten Maßnahmen vor.

2) RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission vom 8. November 1990 über einen Bericht über nationale Programme zur Reduzierung der Drogennachfrage in der Europäischen Gemeinschaft [KOM(90) 527 endgültig - nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

3) ZUSAMMENFASSUNG

In allen Mitgliedstaaten sind die Zuständigkeiten im Bereich Drogen auf die nationale, die regionale und die lokale Ebene aufgeteilt. So werden im allgemeinen die großen politischen Leitlinien auf nationaler Ebene festgelegt, während die Durchführung einzelner Aktionen regionalen oder lokalen Einrichtungen obliegt. Es läßt sich ein Bemühen um ein Gleichgewicht zwischen einer Dezentralisierung durch innovative lokale Aktivitäten einerseits und der erforderlichen Mindestabstimmung der einzelnen Politiken andererseits feststellen.

Hinsichtlich der Finanzierung der Maßnahmen ist eine ähnliche Aufteilung wie bei den Zuständigkeiten zu beobachten, wobei jedoch in einigen Mitgliedstaaten noch ein wesentlicher Beitrag von nichtstaatlicher Seite hinzukommt (z. B. in Griechenland). Der Gesamtbetrag der zur Verfügung gestellten Mittel wurde in mehreren Staaten angesichts der zusätzlichen Bedrohung durch Aids deutlich erhöht.

Was das Ausmaß und die Trends des Drogenkonsums betrifft, so fällt ein Vergleich schwer, da jeder Mitgliedstaat bei der Datensammlung seine eigenen Verfahren und Definitionen verwendet und manchmal (insbesondere im Vereinigten Königreich) ein kohärentes Konzept für die Datenbeschaffung fehlt. Die Gesamtzahl der Drogenkonsumenten läßt sich nur schwer feststellen, da eine große Anzahl von ihnen keine Hilfe beantragt und keinerlei Kontakt mit den Behörden hat. Jedoch haben, ausgehend von den verfügbaren Daten über die bekannten Drogenabhängigen, mehrere Mitgliedstaaten in den letzten Jahren einen Anstieg festgestellt. In manchen Staaten stabilisiert sich die Gesamtzahl der Drogenkonsumenten, insbesondere der Heroinkonsumenten. Ferner läßt sich in einigen Ländern beobachten, daß der Konsum von Kokain und neuen Drogen zunimmt.

Hinsichtlich der rechtlichen Behandlung der Drogenabhängigkeit wird in der Mehrzahl der Staaten einem therapeutischen Ansatz der Vorzug gegeben. Die Therapie erfolgt teils auf freiwilliger Basis, teils als Zwangsmaßnahme (als Alternative zur Haftstrafe). In einigen Mitgliedstaaten scheint es strengere Bestimmungen für Drogenbesitz bzw. -konsum zu geben. Was die Vorschriften im Bereich der Entgiftung und Substitutionsbehandlung betrifft, so kam es infolge einer besseren Erkenntnis des Aids-Infektionsrisikos durch intravenösen Drogenkonsum zu konkreten Entscheidungen wie beispielsweise die Zulassung von Methadon-Behandlungen oder die Freigabe des Spritzenverkaufs.

Auf dem Gebiet der Prävention haben die Mitgliedstaaten ihre Anstrengungen vervielfacht und koordinierte, fortlaufende und strukturierte Maßnahmen in die Wege geleitet, mit denen auf die in rascher Entwicklung begriffene Situation reagiert werden soll. Allerdings haben nur einige Länder die Medien in ihre Informationskampagnen einbezogen.

Hinsichtlich der Behandlungseinrichtungen gibt es beträchtliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten; das Spektrum reicht von staatlichen Einrichtungen bis zu Angeboten der Wohlfahrtsverbände. Angesichts des Risikos der Aids-Übertragung sahen sich die Mitgliedstaaten veranlaßt, flexiblere Ansätze zu entwickeln, mit denen versucht wird, die Drogenabhängigen in ihrer gewohnten Umgebung anzusprechen und ihnen eine Hilfe anzubieten, ohne vorab die Aufgabe des Drogenkonsums zu verlangen. Die Aufteilung auf Einrichtungen des Gesundheitswesens und solche des Sozialbereichs variiert zwischen den einzelnen Ländern. Zum Teil spielen auch psychiatrische Betreuungseinrichtungen eine Rolle.

Da man sich erst in letzter Zeit über die notwendigen finanziellen und personellen Mittel klargeworden ist, befinden sich die Einrichtungen erst am Anfang ihrer Entwicklung. Es besteht ein dringender Personalbedarf. Auch der bislang kaum koordinierte Bereich der Forschung bedarf eines besonderen Augenmerks und verstärkter finanzieller Unterstützung.

Die einzelnen Mitgliedstaaten verfolgen sehr unterschiedliche Konzepte, die ihrerseits einer ständigen Veränderung unterliegen. Man ist sich jedoch bewußt, welche Bedeutung den Programmen zur Reduzierung der Drogennachfrage im Rahmen einer globalen Drogenpolitik zukommt, die die kulturellen, gesundheitlichen und sozialen Probleme berücksichtigt.

4) DURCHFÜHRUNGSMASSNAHMEN

5) WEITERE ARBEITEN

Letzte Änderung: 04.09.2002
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