RSS
Alphabetischer Index
Diese Seite steht in 4 Sprachen zur Verfügung

We are migrating the content of this website during the first semester of 2014 into the new EUR-Lex web-portal. We apologise if some content is out of date before the migration. We will publish all updates and corrections in the new version of the portal.

Do you have any questions? Contact us.


Bedingungen für die Zulassung von Wertpapieren zur Notierung an einer Wertpapierbörse

Ziel dieser Richtlinie ist es, die Informationen für die Zulassung von Wertpapieren zur amtlichen Börsennotierung und die hinsichtlich dieser Wertpapiere zu veröffentlichenden Informationen zu koordinieren, um einen innerhalb der Gemeinschaft einheitlichen Schutz der Anleger zu erreichen.

RECHTSAKT

Richtlinie 2001/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 28. Mai 2001 über die Zulassung von Wertpapieren zur amtlichen Börsennotierung und über die hinsichtlich dieser Wertpapiere zu veröffentlichenden Informationen [Vgl. ändernde Rechtsakte]

ZUSAMMENFASSUNG

Kontext

Wie im Aktionsplan für Finanzdienstleistungen (FSAP) vorgesehen, zielt diese Richtlinie auf eine Kodifizierung der bestehenden Rechtsakte über die Bedingungen für die Zulassung von Wertpapieren zur amtlichen Börsennotierung und über die Finanzinformationen, die börsennotierte Unternehmen den Anlegern zur Verfügung stellen müssen, ab. Dabei handelt es sich um:

  • die Richtlinie 79/279/EWG des Rates zur Koordinierung der Bedingungen für die Zulassung von Wertpapieren zur amtlichen Notierung an einer Wertpapierbörse;
  • die Richtlinie 80/390/EWG des Rates zur Koordinierung der Bedingungen für die Erstellung, die Kontrolle und die Verbreitung des Prospekts, der für die Zulassung von Wertpapieren zur amtlichen Notierung an einer Wertpapierbörse zu veröffentlichen ist;
  • die Richtlinie 82/121/EWG des Rates über regelmäßige Informationen, die von Gesellschaften zu veröffentlichen sind, deren Aktien zur amtlichen Notierung an einer Wertpapierbörse zugelassen sind, und
  • die Richtlinie 88/627/EWG des Rates über die bei Erwerb und Veräußerung einer bedeutenden Beteiligung an einer börsennotierten Gesellschaft zu veröffentlichenden Informationen.

Darüber hinaus müssen die Rechtsvorschriften flexibel gestaltet, auf ein Minimum und auf Teilbereiche beschränkt werden, damit Unternehmen, die einen zunehmendem Kapitalbedarf decken müssen, Zugang zu liberalisierten Kapitalmärkten finden.

Über die durch die Richtlinie 2001/34/EG eingeleitete Kodifizierung hinaus ist zur Aktualisierung und Harmonisierung der Wertpapiermärkte im Hinblick auf den Aufbau eines echten Kapitalmarktes die Stärkung und Vereinfachung der bestehenden Pflichten erforderlich. Da auf diese Weise ein größeres Maß an Kohärenz erreicht wird, ist der Anlegerschutz gewährleistet. Zu diesem Zweck sollen die Richtlinien 2003/71/EG und 2004/109/EG die durch die Richtlinie 2001/34/EG eingeleitete Kodifizierung abrunden, indem vor allem die Bedingungen für die vorzulegenden Information im Zusammenhang mit dem Antrag auf Zulassung von Wertpapieren zur amtlichen Börsennotierung und die Informationen über zum Handel zugelassene Wertpapiere harmonisiert werden.

Die mit dieser Richtlinie verfolgte Koordinierung erstreckt sich auf alle Wertpapiere, deren Zulassung zur amtlichen Börsennotierung beantragt wurde bzw. die börsennotiert sind, und zwar unabhängig von der Rechtsform ihres Emittenten. Allerdings sind bestimmte Ausnahmen bei Wertpapieren vorgesehen bzw. möglich, die von Drittstaaten, von ihren Gebietskörperschaften oder von internationalen Stellen mit öffentlichem Charakter oder von der Europäischen Zentralbank und den Zentralbanken der Mitgliedstaaten begeben wurden.

Der Anlegerschutz erfordert zwangsläufig Informationen, insbesondere über die Finanzlage des Emittenten und die Charakteristika der Wertpapiere. Wenn die Zulassung der Wertpapiere zur amtlichen Börsennotierung beantragt wird, werden diese verlangten Informationen in Form eines Prospekts veröffentlicht.

Diese Koordinierung der Anforderungen hinsichtlich der Erstellung, Kontrolle und Verbreitung des Prospekts als einer Art von „Europäischem Pass" (einmalige Zulassung) für die Emittenten wird durch gegenseitige Anerkennung des Prospekts erreicht. Allerdings ist die gegenseitige Anerkennung des Prospekts nicht automatisch mit dem Recht auf Zulassung zur amtlichen Börsennotierung verbunden.

Die Informationen, die die Anleger erhalten, müssen sich auf ein Mindestmaß beschränken und müssen ausreichend und angemessen sein. Außerdem müssen sie regelmäßig veröffentlicht werden und international ausgerichtet sein:

  • auf ein Mindestmaß beschränkt, da die Mitgliedstaaten gegebenenfalls nichtdiskriminierende quantitative Mindestkriterien festsetzen können, die die Emittenten erfüllen müssen, um die in der Richtlinie vorgesehenen Ausnahmeregelungen in Anspruch nehmen zu können. Davon unberührt bleibt die Möglichkeit der Mitgliedstaaten, strengere Vorschriften festzulegen;
  • ausreichend in dem Sinne, dass den Anlegern sachdienliche Informationen vorliegen;
  • sie müssen regelmäßig veröffentlicht werden. Durch in regelmäßigen Zeitabständen oder kontinuierlich übermittelte Informationen werden die Anleger während der gesamten Dauer der Börsennotierung angemessen informiert. Sämtliche Informationen - egal ob es sich um den Jahresfinanzbericht, den Halbjahresfinanzbericht oder die Zwischenerklärungen der Geschäftsführung handelt - müssen den Anlegern ein getreues Abbild der Finanzlage des Emittenten sowie der Prognosen vermitteln;
  • angemessen in dem Sinne, dass die Inhaber von bedeutenden Unternehmensbeteiligungen die Anleger über Änderungen unterrichten, durch die diese Beteiligungen beeinflusst werden;
  • international, da für in Drittländern ansässige Unternehmen die Vorschriften über die Gleichwertigkeit der Informationspflicht gelten.

Zur Vereinfachung des Zugangs zum Prospekt und zu den Informationen und damit zur Stärkung der Harmonisierung der Wertpapiermärkte wird der Herkunftsmitgliedstaat, in dem sich der Geschäftssitz des Emittenten befindet, zur einheitlichen Grundlage der vorzulegenden Dokumente.

Darüber hinaus stand bei der Entscheidung für die Verwendung einer gemeinsamen Sprache - egal ob es sich dabei um eine von den zuständigen Behörden des Herkunftsmitgliedstaats und/oder der aufnehmenden Mitgliedstaaten anerkannte Sprache oder um eine in der internationalen Finanzwelt allgemein verwendete Sprache handelt - das Streben nach Kohärenz und Effizienz bei der Veröffentlichung und Übermittlung der Informationen im Vordergrund.

Die Richtlinie 2005/1/EG löst den Kontaktausschuss auf. Dieser wird durch den Europäischen Wertpapierausschuss ersetzt.

BEZUG

Rechtsakt

Datum des Inkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt

Richtlinie 2001/34/EG [Annahme: Mitentscheidung COD/2000/0174]

26.7.2001

-

ABl. L 184 vom 6.7.2001

Ändernde(r) Rechtsakt(e)

Datum des Inkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt

Richtlinie 2003/71/EG [Annahme: COD/2001/0117]

31.12.2003

1.7.2005

ABl. L 345 vom 31.12.2003

Richtlinie 2004/109/EG [Annahme: COD/2003/0045

20.1.2005

20.1.2007

ABl. L 390 vom 31.12.2004

Letzte Änderung: 04.08.2005
Rechtlicher Hinweis | Über diese Website | Suche | Kontakt | Seitenanfang