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Jahresabschlüsse von Banken und anderen Finanzinstituten

Diese Richtlinie sieht einen identischen Aufbau und eine identischen Inhalt der Bilanzen sämtlicher Kreditinstitute in der Gemeinschaft vor.

RECHTSAKT

Richtlinie 86/635/EWG des Rates vom 8. Dezember 1986 über den Jahresabschluss und den konsolidierten Abschluss von Banken und anderen Finanzinstituten [Amtsblatt L 372 vom 31.12.1986].

ZUSAMMENFASSUNG

Die Richtlinie gilt für die meisten Kreditanstalten (z. B. Banken) und andere Finanzinstitute, mit Ausnahme einiger Institute wie z. B.:

  • Griechenland: ETEBA (Nationale Investitionsbank für industrielle Entwicklung) oder
  • Irland: Industrial and Provident Societies.

Einheitliche Offenlegung der Bilanz. Aktiva und Passiva werden in fallender Reihenfolge der Liquidität aufgeführt.

Sonderregelungen für bestimmte Bilanzposten wie z. B. Kassenbestände, Schuldtitel öffentlicher Stellen, Forderungen an Kreditinstitute, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten usw.

Zwei einheitliche Gliederungen der Gewinn-und-Verlustrechnungen. Es besteht eine vertikale und eine horizontale Gliederung.

Besondere Vorschriften zu einzelnen Posten der Gewinn-undVerlust-Rechnung, wie z. B. Zinserträge, Erträge aus Aktien, Erträge/Aufwand aus Finanzgeschäften usw.

Bewertungsregeln für Aktivposten, Finanzanlagen, Wertpapiere, die von Kreditinstituten gehalten werden, börsenfähige Wertpapiere, Darlehen und Vorauszahlungen, nicht festverzinsliche Wertpapiere, auf ausländische Währung lautende Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Detaillierte Bestimmungen über den Inhalt des Anhangs zu den Jahresabschlüssen.

Gesonderte Bestimmungen für die Aufstellung des konsolidierten Abschlusses.

Der Jahresabschluss ist nach den Rechtsvorschriften der einzelnen Mitgliedstaaten offen zu legen. Kopien der offengelegten Jahresabschlüsse müssen zu einem Preis verfügbar sein, der die Verwaltungskosten nicht übersteigt.

Sonderbestimmungen für öffentliche Sparkassen. Eine separate Prüfung ist bei öffentlichen Sparkassen nicht erforderlich, sofern die Pflichtprüfung einer bestehenden Prüfungsstelle vorbehalten ist.

BEZUG

RechtsaktDatum des Inkrafttretens - Datum des AußerkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt
Richtlinie 1986/635/EWG23.12.198631.12.1990ABl. L 372 vom 31.12.1986
Richtlinie 2001/65/EG16.11.200131.12.2003ABl. L 283 vom 27.10.2001
Richtlinie 2003/51/EG17.7.20031.1.2005ABl. L 178 vom 17.7.2003
Richtlinie 2006/43/EG29.6.200629.6.2008ABl. L 157 vom 9.6.2006
Richtlinie 2006/46/EG#R5.9.20065.9.2008ABl. L 224 vom 16.8.2006

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Richtlinie 2006/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14. Juni 2006 zur Änderung der Richtlinien des Rates 78/660/EWG über den Jahresabschluss von Gesellschaften bestimmter Rechtsformen, 83/349/EWG über den konsolidierten Abschluss, 86/635/EWG über den Jahresabschluss und den konsolidierten Abschluss von Banken und anderen Finanzinstituten und 91/674/EWG über den Jahresabschluss und den konsolidierten Abschluss von Versicherungsunternehmen [Amtsblatt L 224 vom 16.8.2006]

Richtlinie 2006/43/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Mai 2006 überAbschlussprüfungen von Jahresabschlüssenund konsolidierten Abschlüssen, zur Änderung der Richtlinien 78/660/EWG und 83/349/EWG des Rates und zur Aufhebung der Richtlinie 84/253/EWG des Rates [Amtsblatt L 157 vom 9.6.2006]

Die Richtlinie zielt darauf ab, die Glaubwürdigkeit der Finanzinformationen zu verbessern und die Europäische Union (EU) besser gegen Finanzskandale zu schützen. Sie enthält unter anderem Bestimmungen hinsichtlich der Verpflichtung zur externen Qualitätssicherung, der öffentlichen Kontrolle durch die Aufsichtsbehörden, der Verwendung internationaler Normen, der Aufgaben der legalen Abschlussprüfer sowie zu den Grundsätzen auf dem Gebiet der Unabhängigkeit der Abschlussprüfer.

Richtlinie 2003/51/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juni 2003 zur Änderung derRichtlinien 78/660/EWG,83/349/EWG, 86/635/EWG und91/674/EWGüber den Jahresabschluss und den konsolidierten Abschluss von Gesellschaften bestimmter Rechtsformen, von Banken und anderen Finanzinstituten sowie von Versicherungsunternehmen [Amtsblatt L 178 vom 17.7.2003]

Die Richtlinie bezweckt die Harmonisierung der Rechnungslegungsvorschriften, die für Gesellschaften und andere Organisationen, die nicht der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards für börsennotierte Unternehmen unterliegen (dies entspricht ca. 5 Millionen Gesellschaften). Auf diese Weise beseitigt sie jegliche Diskrepanz zwischen den Rechnungslegungsrichtlinien und der Verordnung betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards (IAS), da sie es ermöglicht, die IAS-Rechnungslegung auf Unternehmen anwendbar zu machen, die als Rechtsgrundlage die Rechnungslegungsrichtlinien beibehalten. Außerdem schafft die Richtlinie Klarheit über die Behandlung von nicht in die Bilanz aufgenommenen Finanzierungen (Schulden und Kredite) und weitet die Risikoanalyse über die finanziellen Aspekte in den Geschäftsberichten der Unternehmen aus. Sie fasst auch den obligatorischen Inhalt des Berichts der Abschlussprüfer genauer.

Richtlinie 2001/65/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. September 2001 zur Änderung der Richtlinien78/660/EWG,83/349/EWGund 86/635/EWG im Hinblick auf die im Jahresabschluss bzw. im konsolidierten Abschluss von Gesellschaften bestimmter Rechtsformen und von Banken und anderen Finanzinstituten zulässigen Wertansätzen [Amtsblatt L 283 vom 27.9.2001].

Die Richtlinie zielt auf die Modernisierung der europäischen Rechnungslegungsvorschriften durch Gestattung der Rechnungslegung nach dem Zeitwert „fair value" (der Zeitwert entspricht gewöhnlich dem aktuellen Wert eines Finanzierungsinstruments auf dem Markt im Unterschied zu den historischen Kosten). So können bestimmte Unternehmen, Banken und Finanzinstitute der EU Abschlüsse aufstellen, die in der gesamten Welt verstanden und akzeptiert werden. Dieser Text ändert auch die Vierte und die Siebente Richtlinie im Bereich des Gesellschaftsrechts.

Empfehlung der Kommission vom 30. Mai 2001 zur Berücksichtigung von Umweltaspekten in Jahresabschluss und Lagebericht von Unternehmen in Bezug auf Ausweis, Bewertung und Offenlegung an [C(2001/453/EG) - veröffentlicht im Amtsblatt L 156 vom 13.6.2001].
In dieser Empfehlung werden die Offenlegungsvorschriften präzisiert und dargelegt, wie sich Qualität, Transparenz und Vergleichbarkeit der umweltbezogenen Angaben in den Jahresabschlüssen und Lageberichten verbessern lassen. Solange es keine einheitlichen Offenlegungsvorschriften für solche Angaben gibt, sind die Unternehmen in dieser Hinsicht nur schwer vergleichbar. Die Empfehlung soll den Unternehmen helfen, den Regulierungsbehörden, Anlegern, Finanzanalysten und der Öffentlichkeit allgemein verlässlichere Umweltdaten zur Verfügung zu stellen. Sie gilt für die in den Geltungsbereich der Vierten und Siebenten Gesellschaftsrechtsrichtlinie fallenden Unternehmen, Banken und Versicherungsunternehmen. Berücksichtigt wird überdies die Vorgabe für börsennotierte Gesellschaften, ab 2005 die internationalen Rechnungslegungsgrundsätze (IAS) anzuwenden.

Bericht der Kommission vom 1. September 1993 über abweichende Regelungen in Bezug auf Anpassungen der Gliederung, der Nomenklatur, der Terminologie und den Inhalt der Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung gemäß Artikel 2 Absatz 3 der Richtlinie 86/635/EWG des Rates [KOM(93) 414 endg. - Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

Diesem Bericht zufolge hatten zum 1. Mai 1993 acht Mitgliedstaaten keine Ausnahmeregelungen zugelassen: Belgien, Dänemark, Griechenland, Spanien, Italien, Irland und Luxemburg (im Falle Griechenlands war die Umsetzung der betreffenden Richtlinie noch nicht erfolgt, auch wenn die bestehende Situation jede Ausnahmeregelung ausschließt). Folgende vier Ländern hatten Ausnahmeregelungen: Deutschland, Niederlande, Portugal und Vereinigtes Königreich.

Letzte Änderung: 25.01.2007
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