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Die europäischen Normen bis zum Jahr 2020

Die Entwicklung von Normen ist das Ergebnis einer Partnerschaft zwischen Industrie, Behörden und anderen Interessengruppen in der Europäischen Union (EU). Die Normungstätigkeit spielt eine wichtige Rolle für Wachstum und Produktivität der europäischen Wirtschaft. Eine große Zahl von Normen wird jedoch weiterhin von der Industrie initiiert. Durch die Einführung eines europäischen Rahmens für die Normung will die Europäische Kommission die Teilnahme aller Interessengruppen am Normsetzungsprozess verbessern.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat und den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss vom 1. Juni 2011 – Eine strategische Vision der europäischen Normung: Weitere Schritte zur Stärkung und Beschleunigung des nachhaltigen Wachstums der europäischen Wirtschaft bis zum Jahr 2020 (Text von Bedeutung für den EWR) [KOM(2011) 311 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Mitteilung stellt eine Strategie für die Entwicklung eines europäischen Normungssystems vor.

Europäische Normen im Dienste der Industriepolitik und der Innovation

Die Einführung europäischer Normen bringt enormen Nutzen für die Industrie. So bewirken Normen unter anderem Kosteneinsparungen, und sie bieten die Möglichkeit, technische Anforderungen vorwegzunehmen oder die Transaktionskosten zu reduzieren. In Bezug auf die Innovation können europäische Normen den Stand der Technik in verschiedenen Technologiebereichen kodifizieren und verbreiten.

Um die Industriepolitik und die Innovation zu unterstützen, will die Europäische Kommission vor allem dafür sorgen, dass:

  • europäische Normen für innovative Produkte und Dienste rasch ausgearbeitet und verabschiedet werden, beispielsweise in den Bereichen Ökodesign, intelligente Netze oder Energieeffizienz von Gebäuden;
  • Leistungskriterien für die europäischen Normungsorganisationen ausgearbeitet werden;
  • das Bewusstsein und die Aus- und Fortbildung hinsichtlich der Normen gestärkt werden.

Europäische Normen im Dienste der Gesellschaft

Europäische Normen spielen eine wichtige Rolle bei der Förderung des Verbraucherschutzes und bei der Verbesserung der Zugänglichkeit für behinderte und ältere Menschen.

Ein weiterer Bereich, der von europäischen Normen profitieren würde, ist das umweltverträgliche Wachstum. Hier könnten Normen den Übergang zu einer ressourceneffizienten Wirtschaft mit niedrigem Kohlenstoffausstoß fördern.

Um die europäischen Normen in den Dienst der Gesellschaft zu stellen, schlägt die Kommission vor:

Die europäischen Normen im Dienste eines integrativen Normsetzungsprozesses

Nach Auffassung der Kommission spielen europäische und nationale Normungsgremien eine wichtige Rolle in einem integrativen Normsetzungsprozess. Aus diesem Grund fordert sie diese Gremien auf, ein System mit Parametern für die Teilnahmekriterien und ein System für die Beurteilung durch Gleichrangige zu entwickeln mit dem Ziel, die Beteiligung der verschiedenen Interessengruppen am Normsetzungsprozess zu überwachen.

Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert, die Beteiligung der nationalen Organisationen, die KMU und gesellschaftliche Interessengruppen vertreten, am Normsetzungsprozess zu fördern.

Die europäischen Normen im Dienste des Binnenmarkts

Im Bereich des freien Warenverkehrs hat das europäische Normungssystem bereits einen erheblichen Beitrag geleistet, im Wesentlichen durch eine „neue Herangehensweise“. Wichtig wäre jedoch, die europäischen Normen auch auf die Dienstleistungen anzuwenden.

Aus diesem Grund will die Kommission Normen für Dienstleistungen in den Anwendungsbereich der zukünftigen Verordnung zur Normung aufnehmen. Diese Normen für den Dienstleistungssektor müssen marktorientiert sein, auf einem Konsens basieren und das öffentliche Interesse berücksichtigen.

Die europäischen Normen im Dienste der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT)

Auf die IKT entfallen 5 % des europäischen BIP mit einem jährlichen Marktvolumen von 660 Milliarden EUR. Es ist daher wichtig, die Interoperabilität von Geräten, Anwendungen, Datensammlungen, Diensten und Netzen mit Hilfe von Normen zu gewährleisten, wie dies vor allem in der digitalen Agenda für Europa gefordert wird.

Die Europäische Kommission plant daher die Einrichtung und die Übernahme des Vorsitzes einer speziellen Multi-Stakeholder-Plattform zur Beratung der Kommission in Fragen der Umsetzung der Normungspolitik im IKT-Bereich. Aufgabe der europäischen Normungsorganisationen wäre in diesem Zusammenhang, die Verfahren für die Übernahme von IKT-Normen, die von anderen Normungsorganisationen entwickelt wurden, in das europäische Normungssystem stetig zu verbessern.

Die europäischen Normen im Dienste der Wettbewerbsfähigkeit der EU auf dem Weltmarkt

Die europäischen Normungsorganisationen sind alle Mitglieder der Internationalen Normungsorganisation (ISO) (EN) (FR) und der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) (EN). Dadurch kann die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen auf dem Weltmarkt verbessert werden, da Normen Auslandsmärkte öffnen und Geschäftspartnerschaften überall in der Welt ermöglichen.

Die EU möchte die Verwendung internationaler Normen fördern und Nachbarländer und andere Regionen der Welt auffordern, diese auch zu nutzen. Die Kommission wird daher Ländern und Regionen technische Hilfe leisten, um sie zur Beteiligung an der internationalen Normsetzung zu ermutigen. Darüber hinaus werden die europäischen und nationalen Normungsgremien aufgefordert, Vorschläge für internationale Normen in den Bereichen vorzulegen, in denen Europa weltweit führend ist.

Schlüsselwörter des Rechtsakts
  • Normen sind auf freiwilliger Basis anzuwendende Dokumente, in denen technische oder die Qualität betreffende Anforderungen festgelegt sind, denen bereits bestehende oder künftige Produkte, Produktionsverfahren, Dienstleistungen oder Verfahren entsprechen können. Sie sind das Ergebnis der freiwilligen Zusammenarbeit von Industrie, Behörden und anderen Interessengruppen, die im Rahmen eines Systems zusammenarbeiten, das auf Offenheit, Transparenz und Konsens gründet.

Diese Kurzbeschreibung hat rein informativen Charakter. Sie dient weder der Auslegung noch ersetzt sie das Referenzdokument, das die einzige verbindliche Rechtsgrundlage ist.

Letzte Änderung: 26.09.2011

Siehe auch

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