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EUROPASS – Erleichterung der Mobilität der Bürgerinnen und Bürger

Der Europass ist ein einheitliches Portfolio, das den Bürgerinnen und Bürgern helfen soll, ihre Qualifikationen und Kompetenzen in ganz Europa klar und einfach nachzuweisen. Der Europass umfasst fünf auf europäischer Ebene ausgearbeitete Dokumente, die die Transparenz der Qualifikationen verbessern sollen. Der Europass soll die Mobilität all jener erleichtern, die in Europa einer Beschäftigung oder einer Ausbildung nachgehen wollen.

RECHTSAKT

Entscheidung Nr. 2241/2004/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Dezember 2004 über ein einheitliches gemeinschaftliches Rahmenkonzept zur Förderung der Transparenz bei Qualifikationen und Kompetenzen (Europass).

ZUSAMMENFASSUNG

Der Europass ist eines der drei wichtigsten Instrumente der Europäischen Union (EU) zur Unterstützung der Mobilität. Dieses fünf Dokumente umfassende Portfolio hilft den Bürgern dabei, ihre Qualifikationen und Kompetenzen in den EU-Mitgliedstaaten, den Kandidatenländern (Bulgarien, Kroatien, Rumänien und Türkei) sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz klar und einfach nachzuweisen. Der Europass ergänzt das 2002 eröffnete Internetportal Ploteus, das Informationen über Lern- und Ausbildungsangebote in ganz Europa enthält, und den Europäischen Qualifikationsrahmen, der derzeit erstellt wird.

Der Europass umfasst folgende Dokumente:

Europass-Lebenslauf

Dabei handelt es sich um eine verbesserte Fassung des europäischen Lebenslaufs, der im Jahr 2002 von der Kommission erstellt wurde. Der als Muster dienende Europass-Lebenslauf ist der zentrale Bestandteil des Portfolios und wurde entwickelt, um die Kompetenzen der Bürger zu präsentieren.

Europass-Mobilitätsnachweis

Durch die Verwendung eines einheitlichen europäischen Musters können in dem Europass-Mobilitätsnachweis Lernzeiten in anderen Ländern als dem eigenen verzeichnet werden, unabhängig davon, auf welcher Ebene sie stattfinden: Unternehmenspraktikum, Auslandssemester an einer Universität oder sonstige Lernerfahrungen. Der Europass-Mobilitätsnachweis hat einen viel weiteren Anwendungsbereich als der Europass-Berufsbildung, den er ersetzt.

Europass-Diplomzusatz

Der Diplomzusatz liefert Informationen über den akademischen Werdegang des Inhabers. Er beschreibt Art, Niveau, Kontext, Inhalt und Status aller Studiengänge, welche die betreffende Person erfolgreich abgeschlossen hat. Er ersetzt jedoch nicht den Original-Befähigungsnachweis. Der Diplomzusatz, der gemeinsam von Europarat und Unesco entwickelt wurde, wird von der Hochschuleinrichtung ausgefüllt und gleichzeitig mit dem Hochschulabschluss vergeben.

Der Europass-Diplomzusatz besteht aus acht Punkten, die Auskunft über den Qualifikationsinhaber, die Qualifikation, das Niveau der Qualifikation, den Inhalt und die erzielten Ergebnisse, den Zweck der Qualifikation, die Beurkundung des Zusatzes und das nationale Hochschulsystem geben.

Europass-Zeugniserläuterung

Die Zeugniserläuterung beschreibt die beruflichen Qualifikationen des Inhabers des Berufsabschlusszeugnisses, auf das sie verweist. Zu diesem Zweck enthält die Europass-Zeugniserläuterung unter anderem Angaben zu den erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen, den mit diesem Zeugnis zugänglichen Tätigkeitsfeldern, der das Zeugnis ausstellenden Stelle und den für die Anerkennung zuständigen Behörden, dem Niveau des Zeugnisses sowie den Zugangsvoraussetzungen und den Möglichkeiten eines Zugangs zur nächsten Ausbildungsstufe. Die Zeugniserläuterung ist kein Ersatz für das Original-Abschlusszeugnis und stellt keine automatische Anerkennung dar. Sie wird von den zuständigen nationalen Behörden ausgestellt.

Europass-Sprachenportfolio

Das Sprachenportfolio ermöglicht den Bürgern die Darstellung ihrer sprachlichen und landeskundlichen Kenntnisse . Es enthält den Europäischen Sprachenpass mit einer genauen Beschreibung der Sprachkenntnisse des Inhabers anhand gemeinsamer, in ganz Europa anerkannter Kriterien, Informationen zu den in jeder Sprache vorhandenen Erfahrungen und einem Dossier mit persönlichen Arbeiten, um das erreichte Niveau anschaulich zu dokumentieren.

Die Initiative Europass wird durch ein auf Gemeinschaftsebene betriebenes Europass-Internetnetportal unterstützt. Dieses Portal ermöglicht es den Bürgern, ihren Europass-Lebenslauf und ihren Sprachenpass selbst auszufüllen und sich über die anderen Europass-Dokumente zu informieren.

Es ist geplant, Kofinanzierungsmittel für den Aufbau eines Netzes von nationalen Europass-Zentralstellen bereitzustellen, die für die Durchführung (insbesondere die Koordinierung und Förderung) auf nationaler Ebene zuständig sind.

Die Kommission soll dem Europäischen Parlament erstmalig am 1. Januar 2008 und danach alle vier Jahre einen Bericht über die Durchführung dieser Entscheidung vorlegen.

Die Anhänge dieser Entscheidung enthalten die Muster für die Europass-Dokumente.

In der Entscheidung wird herausgestellt, wie wichtig das Zusammenspiel und die gegenseitige Ergänzung mit den anderen Instrumenten zur Förderung der Mobilität auf europäischer und internationaler Ebene sind. Dies gilt insbesondere für

  • das Europäische Informationsnetz für Fragen der Beschäftigung (EURES) und
  • das Europäische Netz der nationalen Informationszentren für Fragen der akademischen Anerkennung und der Hochschulmobilität (ENIC-NARIC), das von Europarat und Unesco eingerichtet wurde.

BEZUG

RechtsaktZeitpunkt des InkrafttretensUmsetzungsfrist in den MitgliedstaatenAmtsblatt
Entscheidung (EG) Nr. 2241/2004

1.1.2005

-

ABl. L 390 vom 21.12.2004

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Bericht der Kommission vom 4. Juli 2008 an das Europäische Parlament und den Rat über die erste Evaluierung der Europass-Initiative [KOM(2008) 427 endgültig – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].
Dieser Bericht enthält die wichtigsten Schlussfolgerungen und Empfehlungen der ersten externen Evaluierung der Europass-Initiative sowie die Schlussfolgerungen der Kommission hinsichtlich der Follow-up-Maßnahmen. Die Evaluierung hält die Initiative für ein effektives Mobilitätsinstrument, mit dem die Bürger ihre Qualifikationen und Kompetenzen sowohl im Bildungsbereich als auch am Arbeitsmarkt klar und deutlich präsentieren können. Das Netzwerk Nationaler Europass-Zentralstellen (NEC) und das Internetportal werden von den Interessengruppen und Nutzern geschätzt und als kostengünstige Umsetzungshilfsmittel angesehen. Dennoch gelangt die Evaluierung zu dem Schluss, dass das Potenzial der Initiative noch besser genutzt werden könnte. Zur Verbesserung von Relevanz und Wirksamkeit der Initiative empfiehlt die Evaluierung Folgendes:

  • Entwicklung der beruflichen Mobilität durch verbesserte Umsetzungsinstrumente;
  • Verbesserung der Tätigkeitsberichte der NEC durch die Verwendung spezifischer Indikatoren;
  • Steigerung des Bekanntheitsgrads der Initiative bei Lernenden und Arbeitgebern;
  • Weiterentwicklung des Programms zur Erstellung des Lebenslaufs und insbesondere der Vorlage und der Anleitungen;
  • stärkere Integration des Diplomzusatzes und der Zeugniserläuterung in den Euopapass-Rahmen;
  • verstärkte Zusammenarbeit mit Arbeitsvermittlungs- und Orientierungsdiensten, um eine höhere Wirkung bei Arbeitslosen und geringer Qualifizierten zu erreichen.

Als Reaktion auf die Evaluierung plant die Kommission folgende Maßnahmen:

  • weitere Zusammenarbeit mit den zuständigen Institutionen, um die Initiative auch bei geringer Qualifizierten und Arbeitslosen bekannt zu machen;
  • Bereitstellung einer weiterentwickelten Version des Europass-Lebenslaufs und eines entsprechenden Selbstbewertungstools;
  • weitere Förderung der Nutzung des Europass-Mobilitätsnachweises bei nationalen und regionalen Mobilitätsmaßnahmen;
  • Ausstellung des Europass-Mobilitätsnachweises im Rahmen des Programms für lebenslanges Lernen;
  • Sicherstellung einer besseren Koordination bei der Verwaltung des Europapass-Diplomzusatzes und der Europass-Zeugniserläuterung;
  • Weiterentwicklung des Europass-Diplomzusatzes, damit die Lernergebnisse des Inhabers besser berücksichtigt werden können;
  • Verknüpfung der Europass-Initiative mit der Umsetzung des Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen (EQR).
Letzte Änderung: 05.08.2008
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