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Eine Strategie für die europäische Forschung auf dem Gebiet der neuen und künftigen Technologien

Die Europäische Union (EU) ist in der Forschung auf dem Gebiet der neuen und künftigen Technologien (FET) mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Um die Führungsposition in diesem Bereich zu übernehmen, muss Europa unabhängig von der Wirtschaftskrise mutige Initiativen ergreifen, die junge Forscher aus aller Welt einbeziehen.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen vom 20. April 2009 - Neue Horizonte für die IKT – eine Strategie für die europäische Forschung auf dem Gebiet der neuen und künftigen Technologien [KOM(2009) 184 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Mitteilung betont die Vorzeigerolle der neuen und künftigen Technologien (FET) in der Forschung und legt den Grundstein für eine langfristige Strategie zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovation in Europa.

Präsentation des FET-Programms

Seit seinen Anfängen im Jahr 1989 ermöglichte das FET-Forschungsprogramm die Erkundung und Gestaltung grundlegend neuer Informationstechnologien.

Mit dem Programm werden überwiegend Forschungsaktivitäten in neuartigen Bereichen finanziert, die zum Entstehen neuer Praktiken in der Forschung beitragen. Es stützt sich auf die Multidisziplinarität und fördert die Zusammenarbeit zwischen europäischen Forscherteams.

Herausforderungen für die Forschung auf dem Gebiet der neuen und künftigen Technologien

Wegen der Wirtschaftskrise investiert Europa wenig in die risikoreiche transformative Forschung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Die öffentlichen und privaten Investitionen in die risikoreiche Forschung müssten erhöht werden.

Zudem erfordern zahlreiche gesellschaftliche Herausforderungen wie nachhaltige Entwicklung, Klimawandel, Gesundheit, Bevölkerungsalterung sowie soziale und wirtschaftliche Integration und Sicherheit bahnbrechende Lösungen im Bereich der IKT. Die Forscher sollten ermutigt werden und die Freiheit erhalten, Lösungen anhand der transformativen Grundlagenforschung zu entwickeln.

Zudem ist es wichtig, dass Europa die fachübergreifende Zusammenarbeit fördert. Die Initiative „Virtuelle Humanphysiologie“ (VHP), die an der individuellen Simulation des menschlichen Körpers arbeitet, stellt eines der ersten Beispiele für eine solche Zusammenarbeit dar.

Die Grundlagenforschung ist noch zu stark fragmentiert, was zu Doppelarbeit, abweichenden Prioritäten und ungenutzten Potenzialen führt. Eine gemeinsame Strategie muss aufgestellt werden, um diese Fragmentierung der Forschung zu verhindern.

Darüber hinaus leidet Europa unter einem starken Mangel an qualifizierten Forschern und unter dem globalen Wettbewerb. Um diesen Mangel zu beheben, müssten den talentiertesten jungen Forschern attraktivere Laufbahnen angeboten werden.

Die strategischen Forschungspläne der europäischen Technologieplattformen berücksichtigen den Forschungsbedarf der Industrie nicht in ausreichendem Maße. Nach Beendigung der Programme sollten die Ergebnisse systematisch in der Industrie verbreitet werden, damit diese die Ergebnisse dieser Programme anwenden kann.

Das FET-Programm misst der internationalen Zusammenarbeit nicht genügend Wert bei. Dennoch ist es wichtig, dass die Forscher ihre Ressourcen bündeln, um die Exzellenz auf globaler Ebene zu steigern.

Vorgeschlagene Strategie

Die Kommission schlägt eine verstärkte FET-Forschung innerhalb des IKT-Themas vor. Zu diesem Zweck sollen die Haushaltsmittel des 7. Rahmenprogramms für die FET-Forschung im Zeitraum von 2011 bis 2013 um jährlich 20 % aufgestockt werden.

FET-Vorzeigeinitiativen müssen gestartet werden. Eine dieser Initiativen würde darin bestehen, modellhaft darzustellen, wie in der Natur Informationen verarbeitet werden und auf dieser Grundlage langfristig künftige Biocomputer zu entwickeln.

Europa sollte nationale und gemeinschaftliche Maßnahmen koordinieren, um gemeinsame Prioritäten zu ermitteln und zu unterstützen, insbesondere im Bereich der Quanten- und Neuroinformatik, um auf diese Weise einer Zersplitterung der Forschung entgegenzuwirken. Zwischen 2010 und 2013 sollen Ausschreibungen in FET-Bereichen von gemeinsamem Interesse durchgeführt werden.

Maßnahmen zur stärkeren Einbeziehung junger Forscher in den FET-Bereich sollten eingerichtet werden. In diesem Sinne soll die Einführung neuer Studiengänge durch nationale und regionale Behörden vorangetrieben und gefördert werden.

Um die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie zu stärken, werden die Forscher aufgefordert, für eine bessere Verbreitung der Ergebnisse ihrer Arbeit zu sorgen. Zudem sieht die Kommission vor, High-Tech-KMU dabei zu unterstützen, sich selbst an der Forschung zu beteiligen.

Um Forscher aus allen Ländern anzuziehen, wird die Europäische Kommission auf außereuropäische Finanzierungseinrichtungen (insbesondere in den USA, China und Russland) zugehen, um engere Kontakte im Forschungsbereich zu knüpfen.

Hintergrund

Diese Mitteilung geht auf die Ergebnisse des Aho-Berichts über Forschung, Entwicklung und Innovation ein. Die Ergebnisse dieses Berichts unterstreichen die Notwendigkeit des Aufbaus von Spitzenkompetenzzentren, um in strategischen Bereichen eine kritische Masse an Forschungstätigkeiten zu erreichen.

Diese Kurzbeschreibung hat rein informativen Charakter. Sie dient weder der Auslegung noch ersetzt sie das Referenzdokument, das die einzige verbindliche Rechtsgrundlage ist.

Letzte Änderung: 13.08.2009

Siehe auch

  • Pilotinitiative für offenen Zugang (EN)
  • Virtuelle Humanphysiologie (EN)
  • Blue Brain-Projekt (EN)
  • Aho-Bericht (EN)
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