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Glossar

Sozialer Dialog

Der soziale Dialog bezeichnet die von den Sozialpartnern zur Verteidigung der Interessen ihrer Mitglieder geführten Verhandlungen.

Er trägt zur Ausarbeitung der europäischen Sozialpolitik bei, denn die Organisationen der Sozialpartner beteiligen sich auf europäischer Ebene an Diskussionen, Konsultationen, Verhandlungen und gemeinsamen Maßnahmen und ergänzen damit die auf nationaler Ebene durchgeführten Maßnahmen.

Der soziale Dialog wurde 1985 von der Europäischen Kommission eingeleitet und in der Einheitlichen Europäischen Akte anerkannt. Die Kernpunkte des sozialen Dialogs wurden im Abkommen über die Sozialpolitik definiert, das Bestandteil des Vertrags von Maastricht ist und später in den Vertrag von Amsterdam integriert wurde. Der Vertrag von Lissabon erkennt die bedeutende Rolle der Sozialpartner auf europäischer Ebene an. Die Europäische Union (EU) fördert den sozialen Dialog und achtet dabei die Autonomie der Sozialpartner.

Der europäische soziale Dialog kann folgender Art sein:

  • dreigliedrig, wenn er von den Sozialpartnern und den EU-Organen geführt wird. Die Akteure treten anlässlich des Dreigliedrigen Sozialgipfels für Wachstum und Beschäftigung zusammen;
  • zweigliedrig, wenn er von den Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften untereinander geführt wird.

Der europäische soziale Dialog kann:

  • branchenübergreifend sein; in diesem Rahmen treten die Partner zusammen, um gesamtwirtschaftliche Probleme zu erörtern, insbesondere im Rahmen des Dreigliedrigen Sozialgipfels und des Ausschusses für den sozialen Dialog;
  • branchenspezifisch sein; die Sozialpartner treten dabei nach Tätigkeitsbereichen innerhalb der Ausschüsse für den sektoralen Dialog zusammen.

Die Kommission fördert die Anhörung der Sozialpartner und erleichtert ihren Dialog. Sie hört sie zu allen Legislativvorschlägen, die die Bereiche Beschäftigung und Soziales betreffen an (Artikel 154 des Vertrags über die Arbeitsweise der EU (AEUV)). Nach dieser Anhörung können die Partner entweder Vereinbarungen aushandeln, die sie eigenständig gemäß ihren nationalen Gepflogenheiten umsetzen oder deren Umsetzung durch einen Beschluss des Rates (Artikel 155 AEUV) beantragen.

Siehe auch:

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