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Glossar

Gebiete in äußerster Randlage

Es gibt sieben sogenannte Regionen in äußerster Randlage: Guadeloupe, Guayana, Martinique und Réunion (die vier französischen überseeischen Departements), die Kanarischen Inseln (Spanien) sowie die Azoren und Madeira (Portugal). Im Gegensatz zu den überseeischen Ländern und Hoheitsgebieten (ÜLG), die mit den Mitgliedstaaten assoziiert sind, sind die Regionen in äußerster Randlage Teil der Europäischen Union (EU) und es gelten die damit verbundenen Rechte und Pflichten. Kennzeichnend für diese Regionen sind ihre geringe Bevölkerung, die große Entfernung zum europäischen Festland, ihre Insellage, ihre geringe Größe (mit Ausnahme von Guayana), schwierige Relief- und Klimabedingungen und ihre wirtschaftliche Abhängigkeit von einigen wenigen Erzeugnissen. Aufgrund ihrer besonderen Lage stellen sie für Europa Brückenköpfe dar, über welche die Handelsbeziehungen zu den Drittländern des jeweiligen geografischen Gebiets (Atlantik, Karibik und Indischer Ozean) ausgebaut werden können und die EU verfügt dank dieser Regionen über die weltweit größte Meeresfläche mit einer Wirtschaftszone von 25 Mio. km².

Gemäß Artikel 349 des Vertrags über die Arbeitsweise der EU (AEUV) können für diese Regionen geeignete spezifische Maßnahmen getroffen werden, die die Besonderheiten und besonderen Gegebenheiten dieser Regionen berücksichtigen.

Gemäß Artikel 355 (6) AEUV kann der Europäische Rat auf Initiative des betroffenen Mitgliedstaats einen Beschluss zur Änderung des Status eines dänischen, französischen oder niederländischen Landes oder Hoheitsgebiets gegenüber der Union erlassen (die Insel St Barthelemy machte von dieser Option Gebrauch und äußerte den Wunsch, ihren Status als Region in äußerster Randlage aufzugeben und 2012 in die überseeischen Länder und Gebiete eingegliedert zu werden.

Für den Programmplanungszeitraum 2007 – 2013 erhalten die Regionen in äußerster Randlage EU-Finanzhilfen in Höhe von 7,84 Mrd. EUR, die größtenteils in wirtschaftliche und soziale Infrastrukturen, in neue Informations- und Kommunikationstechnologien sowie in Forschung und Entwicklung fließen.

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