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Glossar

Gemeinsame Marktorganisationen für Agrarerzeugnisse (GMO)

Die gemeinsamen Marktorganisationen für Agrarerzeugnisse (GMO) wurden seit 1962 im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) geschaffen. Die GMO decken ungefähr 90 % der landwirtschaftlichen Erzeugung der Europäischen Union ab. Sie regeln die Erzeugung und die Vermarktung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen oder Kategorien von Erzeugnissen (Getreide, Obst und Gemüse, Schweinefleisch, Eier, Wein, usw.), um so den Landwirten ein stabiles Einkommen und den europäischen Verbrauchern eine kontinuierliche Versorgung zu gewährleisten. Die GMO bilden die wichtigsten Werkzeuge des Binnenmarkts für landwirtschaftliche Erzeugnisse, da sie die Hemmnisse für den innergemeinschaftlichen Handel mit Agrarerzeugnissen beseitigen und eine Handelsschranke gegenüber Drittländern darstellen.

Um ihrer Rolle gerecht zu werden, verfügen die GMO über mehrere Mechanismen:

  • Intervention auf den Märkten (Aufkauf von Überproduktion, Beihilfen zur Einlagerung, den Markt flankierende Preisregelungen);
  • Direktzahlungen an die Landwirte;
  • Produktionsbeschränkungen;
  • Handelmassnahmen (Zölle, Zollkontingente, Ausfuhrerstattungen).

Seit der Reform der GAP im Jahr 2003 gilt für die meisten GMO das System der einmaligen Betriebsprämien. Der größte Teil der Beihilfen wird mittlerweile unabhängig vom Produktionsvolumen direkt an die Landwirte gezahlt (Entkoppelung).

2007 wurde im Rahmen des Vereinfachungsprozesses der GAP eine einzige gemeinsame Marktorganisation geschaffen, die die verschiedenen Sektoren abdeckt und die 21 bestehenden GMO ersetzt. Durch diese Änderung werden auch die Verwaltungsausschüsse der einzelnen Sektoren durch einen einzigen Ausschuss ersetzt, nämlich durch den Verwaltungsausschuss für die gemeinsame Organisation der Agrarmärkte.

Siehe auch:

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