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Glossar

Organisierte Zivilgesellschaft

Die Zivilgesellschaft ist ein Sammelbegriff für alle Formen sozialen Handelns von Einzelnen oder Gruppen, die nicht auf Initiative des Staates zurückgehen und nicht von diesem gelenkt werden.

Der Begriff „organisierte Zivilgesellschaft“ findet Anwendung auf Organisationsstrukturen, deren Mitglieder über einen demokratischen Diskurs- und Verständigungsprozess dem allgemeinen Interesse dienen und welche auch als Mittler zwischen öffentlicher Gewalt und den Bürgern auftreten.

Zu den Organisationen der Zivilgesellschaft zählen insbesondere:

  • die Arbeitsmarktparteien, über die Organisationen der Sozialpartner;
  • Vertretungsorganisationen im sozialen und wirtschaftlichen Bereich;
  • Nicht-Regierungsorganisationen, die gemeinsame Ziele verfolgen (Umweltschutz, Verbraucherschutz, Aus- und Weiterbildung usw.);
  • Community-Based Organisations, also Organisationen, die aus der Mitte und von der Basis der Gesellschaft her entstehen (etwa Jugendorganisationen, Familienverbände);
  • Religionsgemeinschaften.

Der Vertrag von Lissabon (Artikel 15 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union – EUAV) erkennt die Bedeutung der Beteiligung der Zivilgesellschaft für eine verantwortungsvolle europäische Verwaltung an.

Da die Arbeitsweise der Europäischen Union auf der repräsentativen Demokratie beruht, sieht Artikel 11 des Vertrags über die Europäische Union vor, dass ein offener, transparenter und regelmäßiger Dialog mit den Organisationen der Zivilgesellschaft errichtet wird. Bevor die Kommission einen Vorschlag unterbreitet, konsultiert sie die Organisationen der Zivilgesellschaft, die von den Aktivitäten der Union betroffen sind.

Das beratende Organ, das die Zivilgesellschaft auf europäischer Ebene vertritt, ist der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss.

Siehe:

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