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Innergemeinschaftlicher Handel mit Schafen und Ziegen

Die Harmonisierung der Vorschriften für den Handel mit Schafen und Ziegen innerhalb der Europäischen Union (EU) hat einen zweifachen Vorteil: Sie verringert die Gefahr der Ausbreitung von ansteckenden Tierkrankheiten und leistet einen Beitrag zur Konsolidierung des Binnenmarktes. Die derzeit geltenden Vorschriften wurden 2003 infolge des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche im Jahr 2001 ausgebaut.

RECHTSAKT

Richtlinie 91/68/EWG des Rates vom 28. Januar 1991 zur Regelung tierseuchenrechtlicher Fragen beim innergemeinschaftlichen Handelsverkehr mit Schafen und Ziegen [Vgl. Ändernde(r) Rechtsakt(e)].

ZUSAMMENFASSUNG

Die tierseuchenrechtlichen Bedingungen für den europäischen Handelsverkehr mit Schafen und Ziegen werden von der Richtlinie 91/68/EWG festgelegt. Diese Richtlinie, die mehrmals geändert wurde, legt die Garantien im Bereich Tiergesundheit fest, die für den Handel zwischen den Mitgliedstaaten erforderlich sind. Die Verbringung von Tieren innerhalb eines Mitgliedstaates wird von dieser Richtlinie jedoch nicht erfasst.

Mindestanforderungen

Schafe und Ziegen dürfen nur dann mit einem anderen Mitgliedstaat gehandelt werden, wenn:

  • die Tiere gekennzeichnet und registriert sind;
  • die Tiere bei tierärztlichen Kontrollen keine klinischen Anzeichen einer Krankheit zeigen, (diese Kontrollen müssen innerhalb von 24 Stunden vor dem Tag der Verladung stattfinden);
  • die Tiere nicht zur Schlachtung im Rahmen eines Programms zur Tilgung einer Krankheit bestimmt sind;
  • die Tiere nicht aus einem Betrieb stammen, über den über den aus tierseuchenrechtlichen Gründen eine Sperre verhängt wurde (Brucellose, Tollwut, Milzbrand);
  • die Tiere nicht tierseuchenrechtlichen Beschränkungsmaßnahmen aufgrund der europäischen Rechtsvorschriften über die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche unterliegen oder gegen die Maul- und Klauenseuche geimpft worden sind;
  • die Tiere entweder in der EU geboren sind und gehalten wurden oder in Übereinstimmung mit den europäischen Rechtsvorschriften aus einem Drittland eingeführt wurden;
  • die Tiere nur für einen Mindestzeitraum in dem betreffenden Mitgliedstaat verbleiben;
  • die Tiere vor ihrem Versand nicht mit anderen Schafen oder Ziegen (21 Tage vor dem Versand) oder mit anderen Paarhufern in Kontakt gekommen sind (30 Tage vor dem Versand);
  • die Tiere innerhalb kürzester Zeit versandt werden, um das Kontaminierungsrisiko zu verringern.

Zusätzliche Anforderungen

Hinzu kommen weitere Bedingungen für Schlacht-, Zucht- oder Mastschafe und -ziegen. Für Zucht- und Masttiere sieht die Richtlinie zusätzliche Kontrollen hinsichtlich bestimmter Seuchen wie Maedi Visna, virale Arthritis/Enzephalitis der Ziege, infektiöse Agalaktie oder Paratuberkulose vor.

Finanzierung der nationalen Programme

Die Gemeinschaft kann sich an der Finanzierung nationaler Programme zur Tilgung der Maul- und Klauenseuche, der Brucellose, der infektiösen Epidydimitis des Schafbocks, des Milzbrands und der Tollwut beteiligen. Diese Finanzierung wird gewährt, wenn die betreffenden Programme von der Kommission genehmigt werden.

Sammelstellen

Die Sammelstellen, in denen die Schafe und Ziegen zu Partien zusammengefasst werden, müssen bestimmte tierseuchenrechtliche Bedingungen erfüllen und von den zuständigen Behörden regelmäßig kontrolliert werden. Außerdem gewährleistet ein System zur Tierhändlerregistrierung und -zulassung ausreichende Hygienebedingungen beim Handelsverkehr mit Schafen und Ziegen sowie gegebenenfalls bei deren Verbleib im eigenen Betrieb.

Alle Sammelstellen werden registriert. Jede dieser Stellen erhält eine Veterinärkontrollnummer. Die Liste der Sammelstellen und ihrer Veterinärkontrollnummern wird von den Mitgliedstaaten regelmäßig auf aktualisiert und den übrigen Mitgliedstaaten und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Tiertransport

Auch beim Tiertransport, insbesondere bei der Fahrzeughygiene, der Isolierung der transportierten Tiere und der Gesundheitsbescheinigungen müssen bestimmte Kriterien der Richtlinie eingehalten werden.

Kontrollen

Die zuständige Behörde eines jeden Mitgliedstaats führt regelmäßige Kontrollen durch, um nachzuprüfen, ob die Anforderungen der Richtlinie erfüllt werden.

BEZUG

RechtsaktDatum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt

Richtlinie 91/68/EWG

4.2.1991

Artikel 7 und 8: 4.4.1991;
sonstige Bestimmungen: 31.12.1992

ABl. L 46, 19.2.1991

Ändernde(r) Rechtsakt(e)Datum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt

Richtlinie 2001/10/EG

20.6.2001

30.6.2001

ABl. L 147, 31.5.2001

Richtlinie 2003/50/EG

9.7.2003

30.6.2004

ABl. L 169, 8.7.2003

Verordnung (EG) Nr. 806/2003

5.6.2003

-

ABl. L 122, 16.5.2003

Richtlinie 2006/104/EG

1.1.2007

-

ABl. L 363, 20.12.2006

Richtlinie 2008/73/EG

3.9.2008

1.1.2010

ABl. L 219, 14.8.2008

Die Änderungen und Berichtigungen der Richtlinie 91/68/EG wurden in den Ursprungstext eingearbeitet. Diese konsolidierte Fassung hat lediglich Dokumentationswert.

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Entscheidung 93/52/EWG der Kommission vom 21. Dezember 1992 zur Feststellung, dass bestimmte Mitgliedstaaten oder Gebiete die Bedingungen betreffend die Brucellose (Br. melitensis) eingehalten haben, und zur Anerkennung dieser Mitgliedstaaten oder Gebiete als amtlich brucellosefrei. [Amtsblatt L 13 vom 21.1.1993].

Letzte Änderung: 15.06.2011
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