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Aviäre Influenza

Die Bekämpfung der Aviären Influenza und die Vorbeugung dieser Seuche wird durch spezifische Maßnahmen geregelt. Mit der vorliegenden Richtlinie ist nun ein umfassender Rechtsrahmen vorhanden, der neueste wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt.

RECHTSAKT

Richtlinie 2005/94/EG des Rates vom 20. Dezember 2005 mit Gemeinschaftsmaßnahmen zur Bekämpfung der Aviären Influenza und zur Aufhebung der Richtlinie 92/40/EWG [Vgl. ändernde(r) Rechtsakt(e)]

ZUSAMMENFASSUNG

Die Europäische Union (EU) legt Maßnahmen zur Bekämpfung der Aviären Influenza fest, sobald ein Verdacht auf diese Krankheit besteht.

Die Mitgliedstaaten sind dafür zuständig, dass

  • die Überwachungsprogramme zur Erkennung des Virus und zur Gewinnung neuer Erkenntnisse auf diesem Gebiet durchgeführt werden,
  • jedes Auftreten dieser Krankheit an die zuständige Behörde gemeldet und epidemiologische Untersuchungen nach einem von der Kommission genehmigten Krisenplan durchgeführt werden.

Bei Verdacht auf Ausbruch der Krankheit veranlasst die zuständige Behörde eine epidemiologische Untersuchung, überwacht den betroffenen Betrieb und ergreift eine Reihe von Maßnahmen, die die Zählung der Tiere, die Erstellung einer Liste der erkrankten, verendeten und infektionsverdächtigen Tiere, die Absperrung des Betriebes und geeignete Desinfizierungsmaßnahmen umfassen. Diese Maßnahmen werden wieder aufgehoben, wenn sich der Krankheitsverdacht amtlich als unbegründet erweist.

Im Anschluss an die epidemiologische Untersuchung können zusätzliche Maßnahmen für den Betrieb angeordnet werden.

Die vorliegende Richtlinie regelt, welche Maßnahmen je nach Krankheitstyp zu ergreifen sind.

Hoch pathogene Aviäre Influenza (HPAI)

Wenn sich der Verdacht auf HPAI bestätigt, sorgt die zuständige Behörde für die Einleitung folgender Maßnahmen:

  • Tötung des Geflügels und anderer in Gefangenschaft gehaltener Vögel
  • Beseitigung der Tierkörper unter amtlicher Aufsicht
  • Überwachung des aus Eiern dieser Bestände geschlüpften Geflügels, wenn die Eier aus der Zeit vor Durchführung der ersten Maßnahmen stammen
  • Ermittlung und Beseitigung des Fleisches von Geflügel, das vor Durchführung der ersten Maßnahmen geschlachtet wurde, und von Eiern, die vor Durchführung der ersten Maßnahmen produziert wurden
  • Geeignete Behandlung der Substanzen, die infiziert sein könnten
  • Reinigung und Desinfizierung von Kot, Gülle, Einstreu sowie aller Geräte und Anlagen, die infiziert sein könnten
  • Überwachung der Bewegungen von Tieren, die im Betrieb ankommen und ihn verlassen
  • Gewinnung des Virusisolats nach dem am besten geeigneten Laborverfahren

Darüber hinaus werden im unmittelbaren Einzugsgebiet des betroffenen Betriebs, der so genannten „Schutzzone“ (in einem Umkreis von mindestens drei Kilometern um den Betrieb) und der „Überwachungszone“ (in einem Umkreis von mindestens zehn Kilometern um den Betrieb) spezifische Maßnahmen durchgeführt. Die in diesen Gebieten ergriffenen Maßnahmen betreffen unter anderem Bestandszählungen in den Betrieben, Betriebsbesichtigungen durch den amtlichen Tierarzt, den Transport von Vögeln, Eiern, Geflügelfleisch und Tierkörpern. Diese Maßnahmen werden bis zum Abschluss der Grobreinigung (in den Schutzzonen mindestens 21 weitere Tage und in den Überwachungszonen mindestens 30 weitere Tage lang) aufrechterhalten.

Niedrig pathogene Aviäre Influenza (NPAI)

Wenn sich der Verdacht auf NPAI bestätigt, veranlasst die zuständige Behörde eine Reihe von Maßnahmen auf der Grundlage einer angemessenen Risikobewertung. Je nach den festgelegten Kriterien können die anzuordnenden Maßnahmen unterschiedlich sein; Kriterien sind unter anderem die betroffenen Vogelarten, die Zahl der Betriebe in dem betroffenen Gebiet, die Lage der Schlachthöfe und die Maßnahmen zur Biosicherheit. Folgende Maßnahmen sind durchzuführen:

  • Räumung des Betriebes von allem Geflügel und allen in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln anderer Spezies. Dabei sind die gemeinsamen Tierschutzvorschriften (Mindestanforderungen) für das Schlachten oder die Tötung von Tieren einzuhalten.
  • Beseitigung von Tierkörpern und Bruteiern zwingend unter amtlicher Aufsicht
  • Überwachung der Bruteier aus der Zeit vor der Durchführung der ersten Maßnahmen sowie der aus solchen Eiern geschlüpften Tiere (Geflügel)
  • Beseitigung der zum Verzehr bestimmten Eier, die vor der Bestandsräumung in dem Betrieb erzeugt wurden, bzw. deren Abtransport zu einer Verpackungszentrale oder zu einem Eierverarbeitungsbetrieb
  • Beseitigung aller Substanzen, die infiziert sein könnten
  • Reinigung und Desinfizierung von Kot, Gülle und Einstreu sowie der Gebäude und der Ausrüstungen mit Infektionsrisiko
  • Zugangs- und Ausgangssperre; als Haustiere gehaltene Säugetiere dürfen weder von außerhalb auf das Betriebsgelände gelangen noch es verlassen

Herstellung des Virusisolats

Zusätzlich werden in der unmittelbaren Umgebung des Betriebs in dem als „Restriktionsgebiet“ bezeichneten Sperrgebiet (im Umkreis von mindestens einem Kilometer) spezifische Maßnahmen durchgeführt. Die im Restriktionsgebiet durchgeführten Maßnahmen beinhalten unter anderem Bestandszählungen, Tests in gewerblichen Geflügelhaltungen und die Steuerung der Transporte von Geflügel, anderen in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln und Eiern. Diese Maßnahmen werden für unbestimmte Zeit beibehalten; wie lange, darüber entscheidet die jeweils zuständige Behörde.

Übertragung auf andere Arten

Wenn sich der Ausbruch der Aviären Influenza in einem Betrieb bestätigt, so werden unter Umständen infizierte Säugetiere, insbesondere Schweine, ebenfalls Tests unterzogen. Für den Fall eines positiven Testnachweises kann die Behörde die Verbringung der Schweine in einen anderen Haltungsbetrieb oder den Abtransport zum Schlachthof anordnen.

Reinigung, Desinfizierung und Wiederbelegung

Die Mitgliedstaaten tragen Sorge dafür, dass alle seuchengefährdeten Flächen, einschließlich der Betriebe, Schlachthäuser, Fahrzeuge und sonstigen Ausrüstungen, gereinigt und desinfiziert werden.

21 Tage nach Beendigung dieser Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten kann der Betrieb gemäß den Bestimmungen der vorliegenden Richtlinie wieder belegt werden.

Diagnoseverfahren

Alle Pflichten, die Kriterien und die bei der Diagnose und den klinischen bzw. Post-mortem-Untersuchungen anzuwendenden Testmethoden sind in einem durch die Richtlinie 2006/437/EG angenommenen Diagnosehandbuch festgelegt. Diese Untersuchungen werden ausschließlich in den zugelassenen nationalen Labors durchgeführt.

Jeder Mitgliedstaat benennt ein Labor auf nationaler Ebene und teilt den anderen Mitgliedstaaten und der Öffentlichkeit die Kontaktdaten seines Labors mit. Die nationalen Labore arbeiten mit dem gemeinschaftlichen Referenzlabor in Surrey (Vereinigtes Königreich) zusammen, das für die Koordinierung der Forschungstätigkeiten im Bereich der Aviären Influenza zuständig ist.

Impfung

Im Allgemeinen dürfen bei Aviärer Influenza keine Impfungen durchgeführt werden, außer in Fällen, in denen eine Notimpfung oder eine präventive Impfung erforderlich ist. Die Impfpläne sind genehmigungspflichtig seitens der Kommission, und die betreffenden Höfe werden streng überwacht. Die Richtlinie enthält die Durchführungsvorschriften für die Durchführung dieser Maßnahmen und sieht die Möglichkeit der Einrichtung von Impfstoffbanken vor.

Ausschussverfahren

Der Ständige Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit unterstützt die Kommission bei der Organisation von Maßnahmen gegen die Aviäre Influenza. So kann er u. a. bei der Festlegung vorbeugender Maßnahmen zur Biosicherheit mitwirken.

Hintergrund

Spezifische Maßnahmen zur Bekämpfung der Aviären Influenza fanden Eingang in das Gemeinschaftsrecht in Form der Richtlinie 92/40/EWG, die bis zum 1. Juli 2007 gültig war. Die Neufassung der gesetzlichen Bestimmungen war aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Aviäre Influenza notwendig geworden, welche zu neuen Tests und neuen Impfstoffen führten und auch zur Änderung des Gesundheitskodex für am Boden lebende Tiere beitrugen.

BEZUG

RechtsaktDatum des Inkrafttretens - Datum des AußerkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt
Richtlinie 2005/94/EG

3.2.2006

1.7.2007

ABl. L 10 vom 14.1.2006

Ändernde(r) Rechtsakt(e)Datum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt
Richtlinie 2008/73/EG

3.9.2008

1.1.2010

ABl. L 219 vom 14.8.2008

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Entscheidung 2007/598/EG der Kommission vom 28. August 2007 über Maßnahmen zur Verhütung der Ausbreitung der hoch pathogenen Aviären Influenza auf in Zoos, amtlich zugelassenen Einrichtungen, Instituten oder Zentren in den Mitgliedstaaten gehaltene Vögel [Amtsblatt L 230 vom 1.9.2007].

Entscheidung 2007/118/EG der Kommission vom 16. Februar 2007 zur Festlegung von Einzelvorschriften für ein alternatives Identitätskennzeichen gemäß der Richtlinie 2002/99/EG des Rates [Amtsblatt L 51 du 20.2.2007].

Entscheidung 2006/415/EG der Kommission vom 14. Juni 2006 mit Maßnahmen zum Schutz gegen die hoch pathogene Aviäre Influenza des Subtyps H5N1 bei Geflügel in der Gemeinschaft und zur Aufhebung der Entscheidung 2006/135/EG [Amtsblatt L 164 vom 16.6.2006].

Letzte Änderung: 27.01.2011
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