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Vesikuläre Schweinekrankheit und andere Tierseuchen

Die Europäische Union (EU) will die Ausbreitung von Tierseuchen verhindern und die Rentabilität der Tierzucht erhalten. Deshalb legt sie Maßnahmen fest, die Tiere vor bestimmten Krankheiten schützen.

RECHTSAKT

Richtlinie 92/119/EWG des Rates vom 17. Dezember 1992 mit allgemeinen Gemeinschaftsmaßnahmen zur Bekämpfung bestimmter Tierseuchen sowie besonderen Maßnahmen bezüglich der vesikulären Schweinekrankheit [Vgl. ändernde(r) Rechtsakt(e)].

ZUSAMMENFASSUNG

Die Mitgliedstaaten müssen der für die Durchführung der veterinärrechtlichen Kontrollen zuständigen Behörde unverzüglich alle Seuchenverdachtsfälle melden, die unter diese Richtlinie fallen.

Tierseuchen

Diese Richtlinie legt die Maßnahmen fest, die bei Ausbruch einer der folgenden Seuchen zur Anwendung kommen:

  • Rinderpest;
  • Pest der kleinen Wiederkäuer;
  • Vesikuläre Schweinekrankheit;
  • Blauzungenkrankheit;
  • Epizootische Hämorrhagie der Hirsche;
  • Schaf- und Ziegenpocken;
  • Vesikuläre Stomatitis;
  • Afrikanische Schweinepest;
  • Dermatitis nodularis; und
  • Rifttalfieber.

Diagnose

Besteht der Verdacht, dass sich in einem Betrieb Tiere befinden, die sich mit einer der oben genannten Seuchen infiziert haben, prüft der amtliche Tierarzt, ob diese Krankheit tatsächlich in dem betreffenden Betrieb aufgetreten ist. Zu diesem Zweck führt er eine Reihe von Untersuchungsmaßnahmen durch, zu denen auch Probenahmen für die Laboruntersuchung zählen.

Der betreffende Betrieb bzw. jeder andere Betrieb, von dem die Seuche ihren Ausgang genommen haben kann, wird unter amtliche Überwachung gestellt. Die zuständige Behörde ordnet die Durchführung einer Reihe von Maßnahmen an, unter anderem die Erfassung und Absonderung sämtlicher Tierkategorien, die für diese Seuche anfällig sind.

Die Diagnoseverfahren und der Einsatz der Reagenzien werden von den nationalen Laboratorien koordiniert, die von den Mitgliedstaaten für jede der oben angeführten Seuchen benannt werden. Diese Laboratorien arbeiten mit den gemeinschaftlichen Referenzlaboratorien zusammen.

Wenn sich der Ausbruch der Seuche in einem Betrieb bestätigt, ordnet die zuständige Behörde eine Reihe von Maßnahmen an in Bezug auf:

  • die Tötung aller Tiere der für die Seuche anfälligen Arten;
  • die Behandlung aller Stoffe, die möglicherweise infiziert sind;
  • die Reinigung und Desinfektion der Gebäude, in denen die Tiere untergebracht waren;
  • die frei lebenden Tiere, bei denen ein Seuchenverdacht besteht.

Für nicht gefährdete Produktionseinheiten können Ausnahmen eingeräumt werden.

Darüber hinaus grenzt die zuständige Behörde um den Seuchenbetrieb eine Schutzzone (mit einem Mindestradius von drei Kilometern) und eine Überwachungszone (mit einem Mindestradius von 10 Kilometern) ab. Für die Tiere und Betriebe innerhalb dieser Zonen gelten spezielle Maßnahmen, die frühestens nach Ablauf der Inkubationszeit der betreffenden Seuche aufgehoben werden. Die Menschen, die in dieser Zone leben, werden über die getroffenen Maßnahmen informiert.

Vorbeugung

Die Kommission kann in bestimmten Fällen auch eine Impfung der Tiere als Vorbeugungsmaßnahme beschließen, obwohl dies eine Ausnahme bleiben soll. In diesem Fall sind die geimpften Tiere mit einer eindeutigen Kennzeichnung zu versehen und dürfen die Impfzone nicht verlassen.

Jeder Mitgliedstaat erstellt einen nationalen Krisenplan, der die Maßnahmen regelt, die bei Ausbruch einer der durch diese Richtlinie erfassten Seuchen treffen sind. Diese Pläne müssen von der Kommission genehmigt werden und können je nach Sachlage geändert werden.

Komitologie

Die Kommission wird vom Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit unterstützt.

BEZUG

RechtsaktDatum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt

Richtlinie 92/119/EWG

4.4.1993

1.10.1993

ABl. L 62, 15.3.1993

Ändernde(r) Rechtsakt(e)Datum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt

Akte über den Beitritt Österreichs, Finnlands und Schwedens

1.1.1995

ABl. C 241, 29.8.1994

Akte über die Bedingungen des Beitritts der Tschechischen Republik, der Republik Estland, der Republik Zypern, der Republik Lettland, der Republik Litauen, der Republik Ungarn, der Republik Malta, der Republik Polen, der Republik Slowenien und der Slowakischen Republik

1.05.2004

-

ABl. L 236, 23.09.2003

Verordnung (EG) Nr. 806/2003

5.6.2003

-

ABl. L 122, 16.5.2003

Richtlinie 2008/73/EG

3.9.2008

1.1.2010

ABL. L 219, 14.8.2008

Die späteren Änderungen und Berichtigungen der Richtlinie 92/119/EWG wurden in den Grundlagentext eingefügt. Diese konsolidierte Fassung hat lediglich dokumentarischen Wert.

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Richtlinie 2002/60/EG des Rates vom 27. Juni 2002 zur Festlegung von besonderen Vorschriften für die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest sowie zur Änderung der Richtlinie 92/119/EWG hinsichtlich der Teschener Krankheit und der Afrikanischen Schweinepest [Amtsblatt L 192 vom 20.7.2002].

Richtlinie 2000/75/EG des Rates vom 20. November 2000 mit besonderen Bestimmungen zur Bekämpfung und Tilgung der Blauzungenkrankheit [Amtsblatt L 327 vom 22.12.2000].
Diese Richtlinie gibt die Durchführung von Maßnahmen wie amtliche Untersuchungsmaßnahmen, Impfungen, Nachforschungen zur Epizootiologie vor, die zur Bekämpfung dieser Krankheit zu ergreifen sind, und die Abgrenzung von Schutz- und Kontrollzonen.

Entscheidung 2000/428/EG der Kommission vom 4. Juli 2000 zur Festlegung von Diagnosemethoden, Probenahmeverfahren und Kriterien für die Auswertung der Ergebnisse von Laboruntersuchungen zur Bestätigung und Differentialdiagnose der vesikulären Schweinekrankheit [Amtsblatt L 167 vom 07.07.2000].
Diese Entscheidung enthält im Anhang einen ausführlichen Leitfaden, in dem die Methoden und Verfahren für eine gezielte Diagnose der vesikulären Schweinekrankheit beschrieben werden. Dazu zählen unter anderem Probenahmeverfahren und Verfahren für die Auswertung der Ergebnisse der virologischen Untersuchungen.

Letzte Änderung: 02.05.2011

Siehe auch

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