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Bekämpfung der Newcastle-Krankheit

Die Europäische Union ergreift Maßnahmen, um eine Ausbreitung der Newcastle-Krankheit zu verhindern. Die Gemeinschaftsmaßnahmen werden von den Mitgliedstaaten bei Seuchenverdacht ergriffen. Sie gelten solange, bis der Seuchenverdacht entkräftet oder die Seuche getilgt wurde.

RECHTSAKT

Richtlinie 92/66/EWG des Rates vom 14. Juli 1992 über Gemeinschaftsmaßnahmen zur Bekämpfung der Newcastle-Krankheit [Vgl. ändernde Rechtsakte].

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Richtlinie legt einheitliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Newcastle-Krankheit fest, die beim ersten Verdacht auf Ausbruch der Krankheit in Geflügelzuchtbetrieben zu ergreifen sind. Ähnliche Maßnahmen werden bei Brieftauben sowie sonstigen in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln ergriffen.

Bei Verdacht auf Ausbruch der Newcastle-Krankheit muss der amtliche Tierarzt die zuständige Behörde hiervon in Kenntnis setzen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Diese Maßnahmen beinhalten:

  • die amtliche Überwachung der seuchenverdächtigen Betriebe;
  • die Erfassung sämtlicher Geflügelkategorien in diesen Betrieben;
  • die gesonderte Unterbringung der Tiere in Stallungen;
  • das Verbot der Verbringung von Geflügel;
  • die von der zuständigen Behörde angeordnete Einschränkung der Verbringung von möglicherweise infizierten Personen, Fahrzeugen, anderen Tieren und Materialien;
  • das Verbot, die Eier außerhalb des Betriebs zu verbringen;
  • die Verwendung geeigneter Desinfektionsmittel innerhalb des Betriebs;
  • die Durchführung einer epizootiologischen Untersuchung.

Die präventiven Maßnahmen werden vom Tierarzt aufgehoben, sobald der Seuchenverdacht offiziell entkräftet wurde.

Wird die Newcastle-Krankheit dagegen amtlich bestätigt, ordnet die zuständige Behörde eine Reihe von Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche an. Hierzu gehören:

  • die Tötung des gesamten Geflügelbestands in dem betreffenden Betrieb;
  • die Beseitigung oder Behandlung aller Stoffe und Abfälle, die infiziert sein könnten;
  • die Beseitigung des aus dem Betrieb stammenden Geflügelfleischs, das während der vermuteten Inkubationszeit geschlachtet wurde;
  • die Beseitigung der während der vermuteten Inkubationszeit gelegten Eier;
  • die Reinigung und Desinfektion der für die Unterbringung des Geflügels verwendeten Stallungen;
  • die Einhaltung einer Wartefrist nach Reinigung und Desinfektion der Stallungen von mindestens 21 Tagen vor der Wiederaufstockung der Geflügelbestände;
  • Durchführung einer epizootiologischen Untersuchung.

Bestimmte Geflügelbestände können am Leben gelassen werden, wenn der amtliche Tierarzt bestätigt, dass die Tiere gesund sind und vollständig von den infizierten Tieren getrennt gehalten werden.

Nach Bestätigung der Newcastle-Krankheit richtet die zuständige Behörde um den Seuchenbetrieb ein Sperrgebiet ein, das aus einer Schutzzone mit einem Mindestradius von drei Kilometern und einer Überwachungszone mit einem Mindestradius von zehn Kilometern besteht. In diesem Sperrgebiet sind besondere Maßnahmen anzuwenden. Diese Maßnahmen umfassen unter anderem: die Ermittlung aller Geflügelhaltungsbetriebe innerhalb dieses Gebiets, regelmäßige Kontrollbesuche, klinische Untersuchungen und die getrennte Aufstallung der Tiere. In der Schutzzone werden diese Maßnahmen frühestens 21 Tage nach den Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten im Betrieb aufgehoben. In der Überwachungszone muss eine Wartefrist von 30 Tagen vor Aufhebung dieser Maßnahmen befolgt werden.

Jeder Mitgliedstaat benennt ein nationales Laboratorium, das für die Koordinierung der angewandten Standards und Diagnoseverfahren, der Verwendung von Reagenzien und der Impfstoffprüfungen der Newcastle-Krankheit zuständig ist. Jeder Mitgliedstaat teilt anschließend den übrigen Mitgliedstaaten und der Öffentlichkeit die Adressdaten seines Labors mit. Die nationalen Laboratorien arbeiten mit dem gemeinschaftlichen Referenzlabor in Weybridge (Vereinigtes Königreich) zusammen.

Impfungen gegen die Newcastle-Krankheit erfolgen entsprechend den Modalitäten, die von den Mitgliedstaaten festgelegt sind. Die Mitgliedstaaten können auch ein Programm für die Impfung von Brieftauben vorsehen. Wird der Ausbruch der Seuche bestätigt, kann in den betroffenen Gebieten und innerhalb des Zeitraums, der von der zuständigen Behörde bestimmt wird, eine Notimpfung durchgeführt werden.

Jeder Mitgliedstaat stellt einen Krisenplan auf, der auf einzelstaatlicher Ebene die Maßnahmen zur Bekämpfung der Newcastle-Krankheit regelt. Diese Pläne müssen einer Reihe von Kriterien entsprechen, die in der Richtlinie festgelegt sind. Zu diesen Kriterien zählen zum Beispiel die Einrichtung eines Krisenzentrums auf nationaler Ebene, die Erstellung einer Liste der örtlichen Seuchenbekämpfungszentren und ausführliche Angaben über die Personen, die mit der Seuchenbekämpfung befasst sind.

Die Sachverständigen der Kommission können bestimmte nationale Betriebe kontrollieren.

Für die Ausrottung der Newcastle-Krankheit können die Mitgliedstaaten Finanzhilfen der Gemeinschaft in Anspruch nehmen. Die Modalitäten der finanziellen Beteiligung der Gemeinschaft sind in der Entscheidung 90/424/EWG festgelegt.

Der Ständige Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit unterstützt die Kommission bei der Bekämpfung der Newcastle-Krankheit. Er wird auch bei der Festlegung der Kriterien hinzugezogen, nach denen die Sachverständigen der Kommission Kontrollen durchführen sollen.

BEZUG

RechtsaktDatum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt
Richtlinie 92/66/EWG

25.9.1992

1.10.1993

ABl. L 260 vom 5.9.1992

Ändernde(r) Rechtsakt(e)Datum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt
Verordnung (EG) Nr. 806/2003

5.6.2003

-

ABl. L 122 vom 16.5.2003

Richtlinie 2008/73/EG

3.9.2008

1.1.2010

ABl. L 219 vom 14.8.2008

Die späteren Änderungen und Berichtigungen der Richtlinie 92/66/EWG wurden in den Grundlagentext eingefügt. Diese konsolidierte Fassung hat lediglich dokumentarischen Wert.

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Entscheidung 2007/24/EG der Kommission vom 22. Dezember 2006 zur Genehmigung von Krisenplänen zur Bekämpfung der Geflügelpest und der Newcastle-Krankheit [Amtsblatt L 8 vom 13.1.2007].

Letzte Änderung: 26.11.2008
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