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Überwachung von Zoonosen und Zoonoseerregern

Der Schutz der menschlichen Gesundheit vor Krankheiten und Infektionen, die durch Tiere auf natürliche und direkte bzw. indirekte Weise übertragen werden können, ist von größter Bedeutung. Zuständig für die Datenerhebung mittels Überwachungssystemen und für die epidemiologischen Untersuchungen der Infektionsherde sind die Mitgliedstaaten. Die Europäische Kommission fördert die Zusammenarbeit sowie den Informationsaustausch und bewertet die Entwicklungstendenzen, die sich auf europäischer Ebene abzeichnen.

RECHTSAKT

Richtlinie 2003/99/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. November 2003 zur Überwachung von Zoonosen und Zoonoseerregern und zur Änderung der Entscheidung 90/424/EWG des Rates sowie zur Aufhebung der Richtlinie 92/117/EWG des Rates [Vgl. ändernde Rechtsakte].

ZUSAMMENFASSUNG

Die Europäische Union verstärkt die Überwachung von Zoonosen *, Zoonoseerregern * und der damit verbundenen Antibiotikaresistenz. Sie legt die Mindestanforderungen fest, welche die Mitgliedstaaten erfüllen müssen, um die bereits vorhandenen Überwachungssysteme zu verstärken. Diese Systeme erheben, analysieren und verbreiten die betreffenden Daten, um die Gefahren zu ermitteln und zu beschreiben, die Exposition zu bewerten und die damit verbundenen Risiken zu definieren.

Verstärkte Überwachung von Zoonosen und Antibiotikaresistenz

Die Verantwortung für die Einrichtung und Pflege von Überwachungssystemen obliegt den Mitgliedstaaten. Diese Systeme werden auf der Stufe der Primärproduktion * oder anderen Stufen der Lebensmittelkette, einschließlich Futtermittel oder Lebensmittel angewendet.

Die Überwachung betrifft vorrangig folgende Zoonosen: Brucellose, Campylobacteriose, Echinokokkose, Listeriose, Salmonellose, Trichinellose, Tuberkulose durch Mycobacterium bovis, Verotoxische Escherichia coli.

Die Überwachung betrifft je nach der epidemiologischen Situation auch: virale Zoonosen (Calicivirus, Hepatitis-A-Virus, Influenzavirus, Tollwut, durch Arthropoden übertragene Viren), bakterielle Zoonosen (Borreliose, Botulismus, Leptospirose, Psittakose, andere als die oben genannte Tuberkulose, Vibriose, Yersiniose und ihre Erreger), parasitäre Zoonosen (Anisakiase, Cryptosporidiose, Zystizerkose, Toxoplasmose) usw.

Die Überwachungsmodalitäten umfassen folgende Angaben:

  • Die (Teil-)Population der Tiere und die Stufen der Nahrungsmittelkette, die überwacht werden;
  • Art und Typ der zu erhebenden Daten;
  • Probenahmeverfahren und Analysemethoden;
  • Häufigkeit der Meldung der Seuchen oder Risiken.

Manchmal sind die im Rahmen der Routineüberwachung erhobenen Informationen unzureichend. Es kann sich als notwendig erweisen, für eine oder mehrere Zoonosen koordinierte Überwachungsprogramme zu erstellen, um ein spezifisches Risiko einzuschätzen oder Referenzwerte festzulegen.

Die Mitgliedstaaten vergewissern sich, dass die Überwachung vergleichbare Daten über das Auftreten einer Antibiotikaresistenz bei den Zoonoseerregern und gegebenenfalls bei anderen wichtigen Erregern liefert. Diese Resistenz bedeutet, dass ein Mikroorganismus überleben oder sich vermehren kann, obwohl ein antimikrobielles Mittel in einer Konzentration verabreicht wird, die normalerweise ausreicht, diese Mikroorganismen abzutöten oder zu hemmen. Die Überwachung der Antibiotikaresistenz ergänzt die Überwachung der beim Menschen auftretenden Stämme gemäß der Entscheidung Nr. 2119/98/EG, mit der ein Gemeinschaftsnetz für die epidemiologische Überwachung und Kontrolle übertragbarer Krankheiten eingerichtet wurde.

Untersuchung der Herde toxischer Lebensmittelinfektionen

In den Mitgliedstaaten führen die zuständigen Behörden Untersuchungen der Herde toxischer Lebensmittelinfektionen durch. Die Untersuchungen stellen Informationen über das epidemiologische Profil, die betroffenen Lebensmittel und die möglichen Ursachen zusammen. Die jeweilige Behörde übermittelt der Kommission jährliche Berichte über die Untersuchungsergebnisse, die auch an die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) weitergeleitet werden.

Erleichterung des Informationsaustausches

Der Informationsaustausch soll es ermöglichen, umfassende und vergleichbare Informationen auf europäischer Ebene zu erheben. In jedem Mitgliedstaat arbeiten eine oder mehrere zuständige Behörden mit ihren für tierseuchenrechtliche Maßnahmen, Tierernährung und Lebensmittel zuständigen Amtskollegen zusammen. Auch werden einzelstaatliche und gemeinschaftliche Referenzlabors benannt.

Die Mitgliedstaaten bewerten auf ihrem Staatsgebiet die Entwicklungstendenzen und Quellen der Zoonosen, Zoonoseerreger und der Antibiotikaresistenz. Sie übermitteln der Kommission bis Ende Mai jeden Jahres einen Bericht. Die Kommission leitet diese Berichte an die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit weiter, welche sie prüft und Ende November jeden Jahres eine Zusammenfassung der Unterlagen veröffentlicht.

Schlüsselwörter des Rechtsakts
  • Zoonosen: sämtliche Krankheiten und/oder sämtliche Infektionen, die auf natürlichem Weg direkt oder indirekt zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können.
  • Zoonoseerreger: sämtliche Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten oder sonstigen biologischen Einheiten, die Zoonosen verursachen können.
  • Primärproduktion: die Erzeugung, die Aufzucht oder der Anbau von Primärprodukten einschließlich Ernten, Melken und landwirtschaftliche Nutztierproduktion vor dem Schlachten. Sie umfasst auch das Jagen und Fischen und das Ernten wild wachsender Erzeugnisse.

BEZUG

RechtsaktDatum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt

Richtlinie 2003/99/EG

12.12.2003

12.04.2004

ABl. L 325, 12.12.2003

Ändernde(r) Rechtsakt(e)Datum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt

Richtlinie 2006/104/EG

1.1.2007

1.1.2007

ABl. 363, 20.12.22006

Verordnung (EG) Nr. 219/2009

20.4.2009

-

ABl L 87, 31.3.2009

Die vorgenommenen Änderungen und Berichtigungen der Richtlinie 2003/99/EG wurden in den Ursprungstext eingearbeitet. Diese konsolidierte Fassung hat rein dokumentarischen Wert.

VERBUNDENE RECHTAKTE

Entscheidung 2007/407/EG der Kommission vom 12. Juni 2007 zu einer harmonisierten Überwachung von Antibiotikaresistenz von Salmonellen bei Geflügel und Schweinen [Amtsblatt L 153 vom 14.6.2007].

Entscheidung 2004/564/EG der Kommission vom 20. Juli 2004 betreffend Gemeinschaftliche Referenzlaboratorien für die Epidemiologie von Zoonosen und für Salmonellen sowie nationale Referenzlaboratorien für Salmonellen [ABl. L 251 vom 27.7.2004].

Letzte Änderung: 15.04.2011
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