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Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche

Die Europäische Union (EU) gleicht die Gemeinschaftsvorschriften zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche auf der Grundlage der Erfahrungen an, die sie im Zusammenhang mit der im Vereinigten Königreich 2001 aufgetreten Seuche gesammelt hat. an . Mit der neuen Richtlinie werden Schutz-, Bekämpfungs- und Tilgungsmaßnahmen festgelegt. Sie enthält auch die erforderlichen Schritte, um den Status „frei von Maul- und Klauenseuche und Infektion ohne Impfung" wieder zu erlangen. Der Grundsatz der Regionalisierung und die Notimpfung sind Kernelemente der Strategie.

RECHTSAKT

Richtlinie 2003/85/EG des Rates vom 29. September 2003 über Maßnahmen der Gemeinschaft zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche, zur Aufhebung der Richtlinien 85/511/EWG sowie der Entscheidungen 89/531/EWG und 91/665/EWG und zur Änderung der Richtlinie 92/46/EWG.

ZUSAMMENFASSUNG

Die Maul- und Klauenseuche ist eine für den Menschen ungefährliche, aber hoch ansteckende Viruserkrankung, die hauptsächlich Klauentiere (Gras fressende Säugetiere mit Hufen) betrifft.

Die Seuche, von der im Jahr 2001 über 2000 britische Betriebe betroffen waren, verursachte erhebliche wirtschaftliche Verluste für den ländlichen Raum. Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche, die zur Notschlachtung infizierter Bestände führten, die Beschränkung des gemeinschaftlichen Handels und die indirekten Auswirkungen der Seuche auf Umwelt und Fremdenverkehr in den betroffenen Regionen verursachten hohe Kosten für die gesamte Gemeinschaft. Um das erneute Auftreten einer solchen Situation zu verhindern, passt die Europäische Union die bestehenden Rechtsvorschriften an, um diese Krankheit wirksamer bekämpfen zu können.

GEGENSTAND UND ANWENDUNGSBEREICH

Diese Richtlinie beinhaltet

  • gemeinschaftliche Mindestmaßnahmen zur Bekämpfung und Tilgung der Maul- und Klauenseuche ungeachtet des Virustyps;
  • Präventivmaßnahmen zur Verbesserung der Sensibilisierung und der Bereitschaft der zuständigen Behörden und der Landwirte für den Seuchenfall.

Die Mitgliedstaaten können zur Verhütung und Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche strengere Maßnahmen ergreifen als die in dieser Richtlinie vorgesehenen.

BEKÄMPFUNG VON AUSBRÜCHEN DER MAUL- UND KLAUENSEUCHE

Die Meldung der Maul- und Klauenseuche ist vorgeschrieben. Personen, die beruflich mit Tieren empfänglicher Arten zu tun haben, müssen den zuständigen Behörden oder dem amtlichen Tierarzt unverzüglich die Präsenz oder vermutete Präsenz dieser Krankheit mitteilen.

Maßnahmen bei Verdacht auf Maul- und Klauenseuche

Die Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge, dass die folgenden Maßnahmen angewandt werden, wenn sich in einem Betrieb eines oder mehrere seuchen- oder ansteckungsverdächtige Tiere befinden:

  • der amtliche Tierarzt leitet amtliche Ermittlungen ein: Entnahme und Untersuchung der Laborproben;
  • die zuständige Behörde stellt den Betrieb unter amtliche Überwachung: Zählung und Aussonderung der Tiere, Erfassung aller Erzeugnisse tierischen Ursprungs (Milch, Milcherzeugnisse, Fleisch, Fleischerzeugnisse, Häute und Felle, Wolle, Sperma, Eizellen, Embryonen, Gülle, Mist, Futtermittel und Einstreu) und Durchführung einer epidemiologischen Untersuchung;
  • die Verbringung von Tieren und Erzeugnissen tierischen Ursprungs in einen und aus einem betroffenen Betrieb ist untersagt; das Betreten oder das Verlassen des Betriebs durch Personen ist streng geregelt, um eine Verschleppung des Erregers zu verhindern.

Bei einer hohen Besatzdichte von Tieren empfänglicher Arten, bei umfangreichen Bewegungen von Tieren oder bei Verzögerungen bei der Mitteilung von Verdachtsfällen kann die zuständige Behörde eine zeitweilige Kontrollzone abgrenzen, in der die vorgenannten Maßnahmen angewandt werden. Die Verbringung von Tieren kann in einem Gebiet, das das gesamte Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaates umfassen kann, bis zu 72 Stunden lang untersagt werden.

Nach vorheriger Unterrichtung der Kommission kann die zuständige Behörde ein präventives Tilgungsprogramm durchführen, das die Tötung möglicherweise kontaminierter Tiere beinhaltet.

Maßnahmen bei Bestätigung eines MKS-Ausbruchs

Unmittelbar nach Bestätigung eines MKS-Ausbruchs tragen die Mitgliedstaaten dafür Sorge, dass in den betreffenden Betrieben unverzüglich die folgenden Maßnahmen getroffen werden:

  • Alle im Betrieb befindlichen Tiere empfindlicher Arten werden unverzüglich vor Ort getötet.
    Die zuständige Behörde kann anordnen, dass andere anwesende Tiere getötet werden.
  • Der amtliche Tierarzt stellt sicher, dass in ausreichender Menge Proben für die epidemiologische Untersuchung genommen werden.
    Diese Untersuchung erstreckt sich mindestens auf das Datum des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche, die mögliche Herkunft des Virus, die Feststellung der anderen betroffenen Betriebe und die Bewegungen von Personen, Fahrzeugen und Stoffen.
  • Die Körper verendeter oder getöteter Tiere werden unverzüglich verarbeitet.
  • Alle Erzeugnisse tierischen Ursprungs (Milch, Milcherzeugnisse, Fleisch, Fleischerzeugnisse, Häute und Felle, Wolle, Sperma, Eizellen, Embryonen, Gülle, Mist, Futtermittel und Einstreu), die in dem Betrieb seit dem Tag der vermuteten Einschleppung der Seuche vorhanden sind, werden so behandelt, dass die Abtötung etwaiger MKS-Viren gewährleistet ist.
  • Die Gebäude und die verwendeten Fahrzeuge werden unter amtlicher Aufsicht so gereinigt und desinfiziert, dass nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt auf ein Mindestmaß begrenzt werden.

Diese Maßnahmen gelten auch bei der Bestätigung eines MKS-Ausbruchs in einem Schlachthof, einer Grenzkontrollstelle oder einem Transportmittel. Bei einem MKS-Ausbruch an einem Ort ohne landwirtschaftliche Zweckbestimmung (Labor, Zoo, Tierpark oder Gehege) werden alle angemessenen Biosicherheitsmaßnahmen getroffen, um die Tiere vor einer Infektion zu schützen.

Mit der Wiederbelegung des Betriebs kann frühestens 21 Tage nach der Reinigung unter strengen Auflagen und ständiger tierärztlicher Aufsicht begonnen werden.

SCHUTZ- UND ÜBERWACHUNGSZONEN

Folgende Maßnahmen werden unmittelbar nach Bestätigung eines MKS-Ausbruchs ergriffen:

  • Die zuständige Behörde grenzt in einem Umkreis von mindestens 3 km eine Schutzzone und im Umkreis von mindestens 10 km eine Überwachungszone ab.
    Diese Zonen werden durch ausreichend große Hinweisschilder an den Zufahrtsstraßen kenntlich gemacht.
  • Auf nationaler und lokaler Ebene werden Seuchenkontrollzentren eingerichtet. Sie setzen die von Sachverständigen empfohlenen Sofortmaßnahmen um und informieren die nationalen und europäischen Behörden.
  • Die Mitgliedstaaten arbeiten bei der Ermittlung von Tieren empfänglicher Arten sowie der Erzeugnisse tierischen Ursprungs zusammen.

Folgende Maßnahmen gelten für die innerhalb der Schutzzone liegenden Betriebe:

  • Alle Betriebe mit Tieren empfänglicher Arten werden registriert und in diesen Betrieben werden Tierzählungen durchgeführt.
  • Die Betriebe werden einer regelmäßigen Veterinärkontrolle unterzogen.
  • Tiere empfänglicher Arten werden außer zum Zwecke einer Notschlachtung in einem innerhalb oder außerhalb der Schutzzone gelegenen Schlachthof nicht aus ihrem Haltungsbetrieb verbracht.
  • Tierausstellungen, Tiermärkte und Tierschauen mit Klauentieren sowie die künstliche Besamung von Tieren empfänglicher Arten sind untersagt.
  • Der Transport von Tieren empfänglicher Arten ist untersagt.

Das Inverkehrbringen von Fleisch oder Fleischzubereitungen von Tieren empfänglicher Arten, das in der Schutzzone erzeugt wurde, ist untersagt. Dies gilt auch für Fleischerzeugnisse, Milch und Milcherzeugnisse, Sperma, Eizellen und Embryonen, Häute und Felle dieser Tiere sowie für Futtermittel, Trockenfutter, Heu und Stroh, sofern diese Erzeugnisse nicht einer besonderen Behandlung und/oder einer strengen Veterinärkontrolle unterzogen worden sind. Für Schafwolle, Wiederkäuerhaare und Schweineborsten sowie andere Rinder-, Schaf-, Ziegen- und Schweineerzeugnisse aus der Schutzzone gelten dieselben Einschränkungen. Die Ausbringung von Mist aus dieser Schutzzone ist untersagt.

Nur die zuständige Behörde kann Ausnahmen von diesen Verboten zulassen und im Falle des innergemeinschaftlichen Handels zusätzliche Bescheinigungen ausstellen.

Die Mitgliedstaaten erhalten die Maßnahmen in der Schutzzone solange aufrecht, bis:

  • mindestens 15 Tage nach dem Töten und der Beseitigung aller Tiere aus den betroffenen Betrieben vergangen sind;
  • alle in der Schutzzone gelegenen Betriebe mit Tieren empfänglicher Arten mit Negativbefund untersucht worden sind.

Nach Aufhebung der speziell für die Schutzzone erlassenen Maßnahmen bleiben die Maßnahmen für die Überwachungszone noch während mindestens 15 Tagen in Kraft.

In der Überwachungszone gelten die für die Schutzzone vorgesehenen Maßnahmen, insbesondere in Bezug auf die Erfassung der Betriebe und Tiere, das Verbot des Transports von Tieren empfänglicher Arten und die Einschränkung des Inverkehrbringens von Fleisch und von Erzeugnissen tierischen Ursprungs.

Regionalisierung

Wenn sich die Maul- und Klauenseuche trotz aller Tilgungsmaßnahmen ausbreitet, führen die betreffenden Mitgliedstaaten eine gründliche epidemiologische Untersuchung durch. Den Ergebnissen dieser Untersuchung entsprechend grenzen sie eines oder mehrere Sperrgebiete und eine seuchenfreie Zone ab. Für die Sperrgebiete werden die folgenden Maßnahmen getroffen:

  • Kontrolle des Handels mit und der Verbringung von Tieren und tierischen Erzeugnissen;
  • Ermittlung und Kennzeichnung aller vorrätig gehaltenen Erzeugnisse;
  • Ausstellung besonderer Bescheinigungen für Tiere empfänglicher Arten und aus ihnen gewonnenen Erzeugnissen durch eine Genusstauglichkeitskennzeichnung nach dem geltenden Gemeinschaftsrecht;
  • Ermittlung, Behandlung und Lagerung von frischem Fleisch, Rohmilch und Rohmilcherzeugnissen von Tieren empfänglicher Arten, die in dem Gebiet nach dem Tag der mutmaßlichen Einschleppung des MKS-Virus gewonnen wurden.

IMPFUNG

Die Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge, dass die Verwendung von MKS-Impfstoffen außer in den in der Richtlinie vorgesehenen Fällen in ihrem Hoheitsgebiet verboten wird.

Das Inverkehrbringen von geimpften Tieren ist untersagt. Bei Aufhebung der Schutzzone können geimpfte Tiere aus geprüften Beständen innerhalb des Mitgliedstaats verbracht werden, sofern durch die Verfolgung ihrer Herkunft ihr Ausschluss vom innergemeinschaftlichen Handel gewährleistet werden kann.

Notimpfung

Die Entscheidung über eine Notimpfung wird von dem betreffenden Mitgliedstaat, auf Initiative der Kommission oder auf Antrag eines benachbarten Lands im Einvernehmen mit dem betroffenen Mitgliedstaat getroffen. Dabei muss mindestens eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • es wurden Ausbrüche der Seuche bestätigt, die sich in dem betreffenden Mitgliedstaat großflächig auszubreiten drohen;
  • andere Mitgliedstaaten sind aufgrund der geografischen Standorte von MKS-Ausbrüchen oder aufgrund der meteorologischen Bedingungen gefährdet;
  • andere Mitgliedstaaten sind aufgrund epidemiologisch relevanter Kontakte mit Betrieben des betroffenen Mitgliedstaats gefährdet;
  • andere Mitgliedstaaten sind aufgrund der geografischen Standorte von MKS-Ausbrüchen in einem benachbarten Drittland oder aufgrund der meteorologischen Bedingungen gefährdet.

Die Entscheidungskriterien für einen Impfschutz betreffen insbesondere die Dichte der Population und die Verbringung von Tieren empfänglicher Arten, die Wahrscheinlichkeit der aerogenen Übertragung des Virus, die Fähigkeit des Mitgliedstaates, infizierte Tiere zu beseitigen, Ursprung, Verteilung und Inzidenzkurve der Ausbrüche.

Die Bedingungen für eine Impfung betreffen die Abgrenzung des Impfgebiets, Art und Alter der zu impfenden Tiere und die Dauer der Impfkampagne. Die geimpften Tiere werden besonders gekennzeichnet und registriert und dürfen auf keinen Fall transportiert werden.

Zwischen dem Anfang der Notimpfungskampagne und der Wiedererlangung des Status der MKS-Freiheit sind drei verschiedene Phasen vorgesehen. Jede Phase entspricht bestimmten Maßnahmen für das Impfgebiet. Die Maßnahmen betreffen insbesondere die Verbringung von Tieren, Frischfleisch und anderen Erzeugnissen tierischen Ursprungs, Milch und Milcherzeugnissen, die klinische und serologische Erhebung sowie die Einstufung von Beständen.

Schutzimpfung

Mitgliedstaaten, die Schutzimpfungen durchführen, grenzen die Impfzone erforderlichenfalls in enger Zusammenarbeit mit benachbarten Mitgliedstaaten ab. Sie halten die für Hygiene und Biosicherheit geltenden Vorschriften und die vorher festgelegten Bestimmungen für die Schutz- und Überwachungszonen ein. Werden Schutzimpfungen durchgeführt, wird im Umkreis von mindestens 10 km um die Zonen ein zweites Überwachungsgebiet abgegrenzt.

Suppressivimpfung

Die Suppressivimpfung ist Bestandteil systematischer und sofortiger Schlachtungen. Sie wird nur angewandt, um während der Beseitigung der infizierten Tiere die Ausbreitung des Virus auf ein Mindestmaß zu beschränken. Die Mitgliedstaaten unterrichten die Kommission über ihren Beschluss, Suppressivimpfungen durchzuführen. Suppressivimpfungen werden nur innerhalb der Schutzzone in genau definierten Betrieben durchgeführt.

WIEDERERLANGUNG DES STATUS DER MKS-FREIHEIT

Ein von der Maul- und Klauenseuche betroffener Mitgliedstaat, in dem bestimmte Gebiete abgegrenzt worden sind, ergreift alle erforderlichen Maßnahmen, um den Status der Seuchenfreiheit wiederzuerlangen.

Wenn er keine Impfungen durchgeführt hat, gilt Folgendes:

  • die in den Schutzgebieten vorgesehenen Bekämpfungs- und Tilgungsmaßnahmen können aufgehoben werden, wenn sie wirksam gewesen sind;
  • es ist mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllt: die Empfehlungen des OIE-Tiergesundheitskodex (EN) sind eingehalten worden und seit dem letzten MKS-Ausbruch sind mindestens drei Monate vergangen.

Wenn der Mitgliedstaat Impfungen durchgeführt hat, kann er den Status der MKS-Freiheit unter den folgenden Bedingungen wiedererlangen:

  • die in den Schutzgebieten vorgesehenen Bekämpfungs- und Tilgungsmaßnahmen sind wirksam gewesen und können aufgehoben werden;
  • die in den drei Phasen nach dem Anfang der Impfkampagne vorgesehenen Maßnahmen sind durchgeführt worden;
  • es ist mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllt: die Empfehlungen des OIE-Tiergesundheitskodex sind eingehalten worden, seit der Schlachtung des letzten geimpften Tieres sind mindestens drei Monate vergangen und es wurden serologische Untersuchungen durchgeführt, seit dem letzten MKS-Ausbruch oder der letzten Notimpfung (falls diese später erfolgt ist) sind mindestens sechs Monate vergangen.

PRÄVENTIVMASSNAHMEN

Mit MKS-Lebendviren umgehende Laboratorien und Einrichtungen

Nur zugelassene Laboratorien, die einer strengen Kontrolle unterliegen, dürfen mit lebenden MKS-Viren, ihrem Genom, ihren Antigenen und den Impfstoffen umgehen. Es wird ein amtliches Verzeichnis dieser Einrichtungen erstellt und regelmäßig aktualisiert.

Jeder Mitgliedstaat benennt ein nationales Referenzlabor, das über ausreichende Sachmittel und Humanressourcen verfügt. Vorrangige Aufgabe dieses Labors ist die Bestätigung oder Entkräftung des Verdachts auf Maul- und Klauenseuche. Des Weiteren koordiniert das Labor die Diagnosestandards und -methoden, identifiziert bei jedem neuen Verdacht auf MKS den Serotyp des Virus und nimmt die antigenetische Bestimmung vor. Ein nationales Referenzlabor kann diese Rolle für einen oder mehrere Mitgliedstaaten übernehmen. Außerdem werden gemeinschaftliche Referenzlabore benannt.

Diagnose der Maul- und Klauenseuche

Die von den nationalen Referenzlaboratorien angewandten Diagnosetestmethoden und Diagnosestandards entsprechen den Anforderungen des Handbuchs mit Normenempfehlungen für Diagnosemethoden und Vakzine (EN) des Internationalen Tierseuchenamtes (OIE). Standardisierte, inaktivierte Antigene aller sieben Serotypen und MKSV-Isolate werden vom Weltreferenzlaboratorium zur Verfügung gestellt.

Krisenpläne und Echtzeitübungen

Die Mitgliedstaaten erarbeiten Krisenpläne, in denen die Maßnahmen festgelegt sind, die im Falle eines Ausbruchs von Maul- und Klauenseuche auf nationaler Ebene durchzuführen sind. Damit sollen ein hohes Maß an Sensibilisierung für den Seuchenfall sowie ein hohes Umweltschutzniveau gewährleistet werden. In diesen Plänen werden die Mobilisierung von Humanressourcen und Technik gesichert und die Koordinierung mit benachbarten Mitgliedstaaten geregelt. Die Europäische Kommission nimmt zu den Plänen, die alle fünf Jahre überprüft werden, Stellung.

Mindestens zweimal in fünf Jahren finden Echtzeitübungen statt. Diese Übungen werden in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden der benachbarten Mitgliedstaaten durchgeführt. Die Kommission wird über die Ergebnisse dieser Übungen unterrichtet.

Antigen- und Impfstoffbanken

Die Mitgliedstaaten können im Rahmen des Krisenplans nationale Antigen- und Impfstoffbanken zur Lagerung von gemäß der Richtlinie 2001/82 zugelassenen Antigen- oder Impfstoffreserven für Notimpfungen anlegen oder unterhalten.

Diese Richtlinie legt eine gemeinschaftliche Antigen- und Impfstoffbank an. Aus Sicherheitsgründen werden die Informationen über die Mengen der gelagerten Antigene und Impfstoffe vertraulich behandelt. Der Vertragshersteller der Kommission muss in der Lage sein, innerhalb von vier Tagen eine Million Impfstoffdosen zu liefern und vier weitere Millionen Impfstoffdosen innerhalb von zehn weiteren Tagen. Alle Mitgliedstaaten haben auf Anfrage Zugang zur gemeinschaftlichen Antigen- und Impfstoffbank. Soweit es im Interesse der Gemeinschaft liegt, kann die Kommission Drittländern Hilfe anbieten.

Zusätzliche Vorbeugungs- und Kontrollmaßnahmen

Die Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge, dass das Verfüttern von Küchenabfällen an Tiere empfänglicher Arten gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1774/2002 über nicht zum Verzehr oder zur Verfütterung bestimmte tierische Nebenprodukte verboten wird.

Besteht die Gefahr, dass Wildtiere mit der Maul- und Klauenseuche infiziert werden, muss der Mitgliedstaat insbesondere durch Labortests den Verdacht einer Infektion bestätigen oder ausräumen. Wird bei einem Wildtier der MKS-Verdacht bestätigt, ergreift der Mitgliedstaat Maßnahmen, um die Ausbreitung der Seuche zu begrenzen und stellt einen Tilgungsplan auf. Tierhalter und Jäger werden über die Entwicklung der Lage unterrichtet.

Strafmaßnahmen

Die Mitgliedstaaten legen Strafmaßnahmen für den Fall eines Verstoßes gegen die nationalen Rechtsvorschriften fest. Die Strafmaßnahmen müssen wirksam und abschreckend sein und zu dem Verstoß in einem angemessenen Verhältnis stehen. Die Maßnahmen sind der Kommission bis spätestens 30. Juni 2004 mitzuteilen.

AUFHEBUNGEN

Die Richtlinie 85/511/EWG und die entsprechenden Durchführungsentscheidungen 89/531/EWG und 91/665/EWG werden aufgehoben.

BEZUG

RechtsaktDatum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt
Richtlinie 2003/85/EG

12.12.2003

30.6.2004

ABl. L 306 vom 22.11.2003

Die Änderungsrechtsakte und die vorgenommenen Berichtigungen an der Richtlinie 2003/85/EG wurden in den Ursprungstext eingearbeitet. Diese konsolidierte Fassung ist von rein dokumentarischem Wert.

VERBUNDENE RECHTSAKTE

NOTSTANDSPLÄNE

Entscheidung 2007/18/EG der Kommission vom 22. Dezember 2006 zur Genehmigung von Krisenplänen zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche gemäß der Richtlinie 2003/85/EG des Rates [Amtsblatt L 7 vom 12.1.2007].

IMPFSTOFFRESERVEN

Entscheidung 91/666/EWG des Rates vom 11. Dezember 1991 über die Bildung gemeinschaftlicher MKS-Impfstoffreserven [Amtsblatt L 368 vom 31.12.1991].
Siehe konsolidierte Fassung
.

Entscheidung 2001/75/EG der Kommission vom 18. Januar 2001 zur Durchführung einer Unbedenklichkeits- und Wirksamkeitsprüfung von MKS- und Bluetongue-Impfstoffen [Amtsblatt L 26 vom 27.1.2001].

Beschluss 2009/486/EG der Kommission vom 22. Juni 2009 über den Erwerb von MKS-Antigenen [Amtsblatt L 160 vom 23.6.2009].

Letzte Änderung: 23.11.2010
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