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Europäisches technisches und wissenschaftliches Zentrum (ETSC)

Mit diesem Beschluss wird das Europäische technische und wissenschaftliche Zentrum (ETSC), angebunden an das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF), eingerichtet. Aufgabe des ETSC ist es, die Euro-Münzen gegen Fälschungen zu schützen. Zu diesem Zweck analysiert und klassifiziert das Zentrum gefälschte Euro-Münzen und unterstützt die zuständigen einzelstaatlichen Behörden.

RECHTSAKT

Beschluss 2005/37/EG der Kommission vom 29. Oktober 2004 zur Errichtung des Europäischen technischen und wissenschaftlichen Zentrums (ETSC) und zur Koordinierung der technischen Maßnahmen zum Schutz der Euro-Münzen gegen Fälschungen.

ZUSAMMENFASSUNG

Durch diesen Beschluss wird das Europäische technische und wissenschaftliche Zentrum (ETSC) bei der Europäischen Kommission in Brüssel eingerichtet. Es wird an das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) angebunden.

Aufgaben des Zentrums

Das ETSC

  • analysiert und klassifiziert sämtliche neuen Falschmünzen gemäß der Verordnung über den Schutz des Euro gegen Geldfälschung;
  • trägt zur Verwirklichung der Ziele des Programms „Pericles“ bei;
  • unterstützt die nationalen Münzanalysezentren (MAZ) und Polizeibehörden;
  • arbeitet in Hinblick auf die Analyse von falschen Euro-Münzen und einen verstärkten Schutz der Euro-Münzen mit den zuständigen Einrichtungen zusammen.

Unterbringung des ETSC bei der französischen Münze Paris

Zur technischen und wissenschaftlichen Analyse falscher Euro-Münzen nutzt das ETSC Personal und Räumlichkeiten, die ihm die französische Münze Paris zur Verfügung stellt, sowie insbesondere ihr Labor. Zu diesem Zweck ordnet die Kommission Fachpersonal nach Paris ab. Andere Ausgaben im Zusammenhang mit den Aufgaben des ETSC werden dem Gesamthaushalt der Europäischen Union (EU) angelastet.

Koordinierung und Unterrichtung

Die Europäische Kommission koordiniert die von den zuständigen technischen Behörden zum Schutz der Euro-Münzen ergriffenen Maßnahmen. Dies geschieht insbesondere durch regelmäßige Treffen der Sachverständigengruppe „Fälschung". Im Rahmen dieser Gruppe, die von der Kommission geleitet wird, können die unterschiedlichen Erfahrungen und das Fachwissen der EU-Mitgliedstaaten in Bezug auf die Fälschung von Euro-Münzen ausgetauscht und die zum Schutz des Euro erforderlichen technischen Maßnahmen koordiniert werden.

Der Wirtschafts- und Finanzausschuss, die Europäische Zentralbank, das Europäische Polizeiamt (Europol) sowie die zuständigen einzelstaatlichen Behörden werden regelmäßig über die Aktivitäten des Zentrums und die Situation der Falschmünzerei informiert.

BEZUG

Rechtsakt Datum des Inkrafttretens Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten Amtsblatt

Beschluss 2005/37/EG

29.10.2004

-

ABl. L 19 vom 21.1.2005

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Verordnung (EU) Nr. 1210/2010 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Dezember 2010 zur Echtheitsprüfung von Euro-Münzen und zur Behandlung von nicht für den Umlauf geeigneten Euro-Münzen [Amtsblatt L 339 vom 22.12.2010].
Diese Verordnung führt innerhalb des Euro-Währungsgebiets einheitliche Regeln und Verfahren für die Echtheitsprüfung von Euro-Münzen und zur Behandlung von nicht für den Umlauf geeigneten Euro-Münzen ein.
Zur Koordinierung der Anwendung dieser Regeln und Verfahren soll das ETSC Folgendes festlegen:

  • technische Merkmale für die Erkennungstests der Münzsortiergeräte, die zur Echtheitsprüfung von Euro-Münzen eingesetzt werden;
  • Schulungsmethoden für das Institutspersonal, dessen Aufgabe die Prüfung der Euro-Münzen ist;
  • Gültigkeitsdauer der Erkennungstestberichte;
  • Angaben, die für das auf der Website der Kommission veröffentlichte Verzeichnis aller Münzsortiergeräte, die den Erkennungstest erfolgreich bestanden haben, erforderlich sind;
  • Leitlinien für die jährlichen Vor-Ort-Kontrollen durch die Mitgliedstaaten, mit denen die Befähigung der Institute zur Echtheitsprüfung von Euro-Münzen überprüft werden soll;
  • Regeln dafür, wie die Nichteinhaltung der Bestimmungen dieser Verordnung von den Instituten abgestellt werden kann.

Entscheidung 2003/861/EG des Rates vom 8. Dezember 2003 betreffend die Analyse und die Zusammenarbeit in Bezug auf gefälschte Euro-Münzen [Amtsblatt L 325 vom 12.12.2003].
Gemäß dieser an die EU-Mitgliedstaaten der Eurozone gerichteten Entscheidung richtet die Kommission das Europäische technische und wissenschaftliche Zentrum ein und stellt dessen Betrieb sicher.

Entscheidung 2003/862/EG des Rates vom 8. Dezember 2003 zur Ausdehnung der Entscheidung 2003/861/EG betreffend die Analyse und die Zusammenarbeit in Bezug auf gefälschte Euro-Münzen auf die Mitgliedstaaten, die den Euro nicht als einheitliche Währung eingeführt haben [Amtsblatt L 325 vom 12.12.2003].
Mit dieser Entscheidung wird die Entscheidung 2003/861/EG auf die EU-Mitgliedstaaten ausgedehnt, die den Euro nicht als einheitliche Währung eingeführt haben.

Letzte Änderung: 07.01.2011

Siehe auch

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