RSS
Alphabetischer Index
Diese Seite steht in 4 Sprachen zur Verfügung

We are migrating the content of this website during the first semester of 2014 into the new EUR-Lex web-portal. We apologise if some content is out of date before the migration. We will publish all updates and corrections in the new version of the portal.

Do you have any questions? Contact us.


Bewertung und Bekämpfung von Hochwasser

Mit dieser Richtlinie sollen hochwasserbedingte Risiken, insbesondere an Flussläufen und in Küstengebieten, verringert und bewältigt werden. Vorgesehen sind eine Bewertung von Hochwasserrisiken in gefährdeten Flusseinzugsgebieten, die Anfertigung von Hochwasserrisikokarten für alle Gebiete, in denen ein signifikantes Hochwasserrisiko besteht, und die Erstellung von Plänen für das Hochwasserrisikomanagement im Rahmen einer umfassenden Zusammenarbeit und Beteiligung der Mitgliedstaaten.

RECHTSAKT

Richtlinie 2007/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2007 über die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken.

ZUSAMMENFASSUNG

Mit diesem Vorschlag soll ein gemeinsamer Rahmen für die Bewertung und die Verringerung der hochwasserbedingten Risiken für die menschliche Gesundheit, die Umwelt und die Wirtschaft im gesamten Hoheitsgebiet der Europäischen Union (EU) geschaffen werden.

Alle Arten von Hochwasser sind von dieser Richtlinie betroffen, beispielsweise Hochwasser in Flüssen und an Küstengebieten der EU. Darüber hinaus bestehen weitere Risiken wie Hochwasser in Städten oder in Kanalisationssystemen, denen ebenfalls Rechnung getragen werden muss.

Die Präventiv- und Bewältigungsmaßnahmen beziehen sich auf die einzelnen Flussgebietseinheiten (Gebiete, die aus mehreren benachbarten Einzugsgebieten bestehen), die in der Wasserrahmenrichtlinie festgelegt worden sind. Zu den Maßnahmen gehören insbesondere eine vorausschauende Bewertung des Hochwasserrisikos, die Erstellung von Hochwasserrisikokarten sowie die Ausarbeitung von Plänen für das Hochwasserrisikomanagement.

Vorausschauende Bewertung

Die Mitgliedstaaten nehmen bis spätestens 22. Dezember 2011 und für jedes Einzugsgebiet und jeden Teil eines Einzugsgebietes in ihrem Hoheitsgebiet eine vorausschauende Bewertung des Hochwasserrisikos vor. Diese umfasst Informationen u.a. über die Lage der Einzugsgebiete in der betreffenden Flussgebietseinheit, in der Vergangenheit aufgetretene Hochwasserereignisse, die Wahrscheinlichkeit künftiger Hochwasserereignisse und die geschätzten Folgen künftiger Hochwasserereignisse.

Auf der Grundlage der Bewertung müssen die Mitgliedstaaten jedes Einzugsgebiet entweder als Gebiet mit potenziell signifikantem Hochwasserrisiko oder als Gebiet ohne potenziell signifikantes Hochwasserrisiko einstufen. Die Bewertung und die darauf folgende Einstufung ist der Öffentlichkeit bekannt zu geben und alle sechs Jahre zu überprüfen.

Hochwasserrisikokarten

Für alle Gebiete, für die ein Hochwasserrisiko festgestellt wurde, fertigen die Mitgliedstaaten Hochwasserkarten an, in denen diese Gebiete, die jeweilige Hochwasserwahrscheinlichkeit - hoch, mittel, niedrig - sowie die potenziellen hochwasserbedingten Schäden, von denen örtliche Bevölkerung, Vermögenswerte und Umwelt betroffen sein können, ausgewiesen sind.

Die Karten müssen spätestens zum 22. Dezember 2013 fertig gestellt sein und der Öffentlichkeit zugänglich sein. Sie sind alle sechs Jahre zu überarbeiten.

Pläne für das Hochwasserrisikomanagement

Die Mitgliedstaaten müssen auf der Ebene der Flussgebietseinheiten Pläne für das Hochwasserrisikomanagement erstellen und umsetzen. Gehört das betreffende Gebiet zu mehreren Mitgliedstaaten, so stimmen sich die Mitgliedstaaten untereinander ab, um einen einzigen internationalen Plan für das Hochwasserrisikomanagement zu erstellen.

Zur Erstellung eines Managementplans gehört, dass für alle Einzugsgebiete, Teileinzugsgebiete und Küstenabschnitte ein angemessenes Schutzniveau festgelegt wird und Maßnahmen beschrieben werden, mit denen das festgelegte Schutzniveau erreicht werden soll.

Ziel der Managementmaßnahmen muss die Verringerung des Hochwasserrisikos und des Umfangs der potentiellen Folgen sein. Sie betreffen die Vermeidung von, den Schutz vor und die Bereitschaft für Hochwasserereignisse und berücksichtigen alle relevanten Aspekte von Wasserwirtschaft, Bodennutzung, Raumordnung, Flächennutzung und Naturschutz. Die Maßnahmen dürfen das Hochwasserrisiko in benachbarten Ländern nicht erhöhen.

Jeder Managementplan enthält eine Reihe von Informationen, insbesondere über das Schutzniveau, die geplanten Maßnahmen, die Hochwasserrisikokarten und bei nachfolgenden Managementplänen die Bewertung der Fortschritte, die seit der Umsetzung des vorhergehenden Mangagementplans erzielt worden sind.

Die Hochwasserrisikokarten und die Pläne für das Hochwasserrisikomanagement sind mit der Wasserrahmenrichtlinie zu koordinieren, insbesondere, was die Beschreibung von Einzugsgebieten und die Bewirtschaftungspläne für die Einzugsgebiete sowie die Verfahren für die Konsultation und Information der Öffentlichkeit angeht.

Alle interessierten Kreise können sich an der Erstellung der Pläne für das Hochwasserrisikomanagement auf geeignete Weise beteiligen. Die Pläne sind der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und alle sechs Jahre zu überarbeiten.

Hintergrund

Zwischen 1998 und 2004 gab es in Europa über 100 größere Hochwasserereignisse. Diese haben rund 700 Menschenleben gefordert, eine halbe Million Menschen verloren ihr Zuhause, und es entstanden versicherte Schäden in Höhe von mindestens 25 Mrd. EUR.

Hochwasser ist ein natürliches Phänomen, das nicht verhindert werden kann. Jedoch trägt menschliches Handeln zu einer Zunahme der Wahrscheinlichkeit und der negativen Auswirkungen von Hochwasser bei. Das Hochwasserrisiko und der Umfang der Schäden werden als Folge des Klimawandels, unzureichender Flussbewirtschaftung und von Bautätigkeiten in hochwassergefährdeten Gebieten sowie aufgrund einer höheren Zahl von Einwohnern und Wirtschaftsgütern in diesen Gebieten künftig zunehmen.

Da die meisten Einzugsgebiete in Europa sich über mehrere Länder erstrecken, ist eine auf Gemeinschaftsebene eingeleitete Maßnahme angezeigt, da die Risiken besser bewertet und die auf einzelstaatlicher Ebene getroffenen Maßnahmen besser koordiniert werden können.

Bevor diese Richtlinie vorgeschlagen wurde, hat die Kommission eine umfassende Konsultierung der interessierten Kreise vorgenommen und die Stellungnahmen zahlreicher Sachverständiger der Fach- bzw. Zuständigkeitsbereiche Hydrologie, Geologie, lokale und regionale Behörden und Versicherungen eingeholt.

BEZUG

RechtsaktDatum des Inkrafttretens - Datum des AußerkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt
Verordnung 2007/60/EG26.11.200725.11.2009ABl. L 288 vom 6.11.2007

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Mitteilung der Kommission vom 12. Juli 2004, Hochwasserrisikomanagement - Vermeidungs-, Schutz- und Minderungsmaßnahmen [KOM(2004) 472 endg.- nicht im Amtsblatt veröffentlicht].
Angesichts der Risiken für die menschliche Gesundheit, die Vermögenswerte und die Umwelt analysiert die Kommission die bisherigen Maßnahmen und schlägt ein Aktionsprogramm zu Hochwasservermeidung, Hochwasserschutz und Hochwasserminderung vor.

Letzte Änderung: 29.11.2007
Rechtlicher Hinweis | Über diese Website | Suche | Kontakt | Seitenanfang