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Agenda für einen nachhaltigen und wettbewerbsfähigen europäischen Tourismus

Europa ist das attraktivste Reiseziel der Welt, und der Tourismus trägt in hohem Maße zum Wachstum und zur Schaffung von Arbeitsplätzen bei. Die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismus ist eng mit seiner Nachhaltigkeit verknüpft, da die Qualität der Reiseziele stark von ihrer natürlichen Umwelt und ihren lokalen Gemeinschaften abhängt. Deshalb muss ein Gesamtkonzept verfolgt werden, das sowohl auf den wirtschaftlichen Wohlstand der Tourismusbranche abzielt als auch auf den sozialen Zusammenhalt, den Umweltschutz und die Förderung der Kultur der europäischen Reiseziele.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission vom 19. Oktober 2007 „Agenda für einen nachhaltigen und wettbewerbsfähigen europäischen Tourismus" [KOM(2007) 621 endg. - nicht im Amtsblatt veröffentlicht]

ZUSAMMENFASSUNG

Mit dieser Mitteilung wird offiziell eine Agenda für einen nachhaltigen und wettbewerbsfähigen europäischen Tourismus auf den Weg gebracht. Ihre Ziele sind wirtschaftlicher Wohlstand, sozialer Ausgleich und Zusammenhalt sowie Schutz der Umwelt und der Kulturgüter.

Aus diesen Zielen ergeben sich u. a. folgende Herausforderungen für den Tourismussektor:

  • Gewährleistung der Sicherheit von Touristen und lokalen Gemeinschaften,
  • Schutz der natürlichen und kulturellen Ressourcen der Reiseziele,
  • Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und der Umweltverschmutzung an den Urlaubsorten,
  • Gestaltung des Wandels unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Belange,
  • Verringerung der Saisonabhängigkeit der Nachfrage,
  • Berücksichtigung der Auswirkungen des tourismusbedingten Verkehrs auf die Umwelt,
  • Verwirklichung eines Tourismus für alle ohne Diskriminierung,
  • qualitative Aufwertung der Arbeitsplätze im Tourismus.

Die Ziele der Agenda sollen durch geeignete politische Maßnahmen wie ein nachhaltiges Reisezielmanagement (z. B. durch Raum- und Flächennutzungsplanung sowie Entscheidungen über Investitionen in Infrastruktur und Dienstleistungen), die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten durch Unternehmen und eine Sensibilisierung der Urlauber für die Nachhaltigkeit erreicht werden.

Um das Ziel eines zugleich wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Tourismus zu erreichen, schlägt die Kommission folgende Grundsätze vor:

  • Verfolgung eines ganzheitlichen Ansatzes für einen ausgewogenen und für Gesellschaft und Umwelt verträglichen Tourismus,
  • langfristige Planung unter Berücksichtigung der Belange der heutigen und der künftigen Generationen,
  • Entwicklung im geeigneten Rhythmus, d. h. unter Beachtung des jeweiligen Charakters der Reiseziele,
  • Einbeziehung aller Interessengruppen,
  • Nutzung und europaweite Weitergabe des besten verfügbaren Wissens,
  • Risikominimierung und -management (Vorsorgeprinzip), d. h. Vorbeugung gegen Schäden für Umwelt und Gesellschaft,
  • Koppelung von Auswirkungen und Kosten (Verursacher- und Verbraucherprinzip): Die Preise sollten die tatsächlichen Kosten der Verbrauchs- und Produktionsaktivitäten für die Gesellschaft besser widerspiegeln.
  • Festlegung und Einhaltung von Kapazitätsgrenzen: Bisweilen müssen eine Bewerbung der Aufnahmefähigleit von Reisezielen (pdf) durchgeführt und Grenzen für die touristische Erschließung gesetzt werden.
  • Kontinuierliche Überwachung: Eine nachhaltige Entwicklung erfordert stetige Aufmerksamkeit.

Alle europäischen Tourismusakteure sind eingeladen, sich an der Umsetzung dieser Agenda zu beteiligen: staatliche Stellen aller Ebenen, Unternehmen, Touristen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen, Gewerkschaften, Verbraucherverbände, nichtstaatliche und internationale Organisationen. Die Kommission plant, sämtliche nachstehenden Maßnahmen durchzuführen.

Motivierung der Akteure zum Aufbau und Austausch von Wissen

Es gilt, Erfolgsrezepte für einen nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Fremdenverkehr weiterzugeben. Deshalb setzt sich die Kommission jetzt bzw. in Zukunft aktiv für folgende Initiativen ein:

  • Durchführung von Konferenzen und Studien sowie Veröffentlichung eines Handbuchs zum Bildungsraum Tourismus,
  • Zusammenarbeit von Universitäten, Forschungsinstituten, öffentlichen und privaten Bobachtungsstellen, in der touristischen Bildung und in der länderübergreifenden Ausbildung,
  • Partnerschaften zwischen verschiedenen Reisezielen, Schaffung und Stärkung von Plattformen,
  • Veranstaltung des jährlichen Europäischen Tourismusforums (EN),
  • Nutzung der Jahresberichte der Mitgliedsstaaten,
  • Erfassung und Bereitstellung statistischer und geografischer Daten und Betrieb von Beobachtungsstellen,
  • Austausch von Erfolgsrezepten mit internationalen Organisationen.

Förderung herausragender Reiseziele

Die Kommission setzt die Durchführung des Pilotprojekts „ Herausragende europäische Reiseziele " (EDEN - European Destinations of Excellence) fort. Sie wird darüber hinaus weiter für Europa als nachhaltiges Reiseziel von hohem Niveau werben. Dafür wird sie mit der European Travel Commission (EN) und den nationalen Tourismusorganisationen zusammenarbeiten und das Portal europäischer Reiseziele noch entschiedener unterstützen.

Mobilisierung der EU-Finanzinstrumente

Tourismusprojekte können durch mehrere Gemeinschaftsinstrumente gefördert werden, u. a. durch:

Umfassende Einbeziehung von Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit in die Politik der Kommission

Mehrere Politikfelder der Gemeinschaft, wie Umwelt, Verkehr, Beschäftigung oder Forschung, können sich auf den Tourismus und seine Nachhaltigkeit auswirken. Die entsprechenden politischen Maßnahmen wirken sich je nach Reisegebiet anders aus. Die Kommission wird die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Gebiete berücksichtigen, ob es sich nun um Küsten- und Meeresgebiete, Gebirgsregionen, ländliche oder städtische Gebiete handelt.

 
Letzte Änderung: 15.02.2008

Siehe auch

Weitere Informationen über EU-Maßnahmen zugunsten der Tourismusindustrie finden Sie auf der Webseite der Generaldirektion Unternehmen und Industrie EN.

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