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Haltung wild lebender Tiere in Zoos

Die Europäische Union legt Mindestnormen für die Unterbringung und Pflege von Tieren in Zoos zum Ausbau der Rolle der Zoos bei der Erhaltung der biologischen Vielfalt fest.

RECHTSAKT

Richtlinie 1999/22/EG des Rates vom 29. März 1999 über die Haltung von Wildtieren in Zoos.

ZUSAMMENFASSUNG

Zahlreiche Tiere in europäischen Zoos werden nicht immer unter annehmbaren Bedingungen gehalten. Daher muss die Regelung in Bezug auf die Zoohaltung von Tieren zum Schutz wild lebender Tierarten und zur Erhaltung der biologischen Vielfalt verbessert werden und gleichzeitig zur Aufklärung der Öffentlichkeit sowie zur wissenschaftlichen Forschung beitragen.

Der Ausdruck "Zoo" bezeichnet dauerhafte Einrichtungen, in denen lebende Exemplare von Wildtierarten zwecks Zurschaustellung während eines Zeitraums von mindestens sieben Tagen im Jahr gehalten werden; ausgenommen hiervon sind Zirkusse, Tierhandlungen und Einrichtungen, die die Mitgliedstaaten von den Anforderungen der Richtlinie ausnehmen, weil sie keine signifikante Anzahl von Tieren oder Arten zur Schau stellen und die Ausnahme die Ziele der Richtlinie nicht gefährdet.

Die Richtlinie hat den Schutz der wild lebenden Tierarten und die Erhaltung der biologischen Vielfalt zum Ziel und fordert zu diesem Zweck die Mitgliedstaaten auf, Vorschriften zur Betriebserlaubnis und zur Durchführung regelmäßiger Inspektionen in den europäischen Zoos zu erlassen, die die Einhaltung der Bedingungen der Betriebserlaubnis überwachen.

Um eine Betriebserlaubnis zu erhalten, müssen die Zoos:

  • sich an Forschungsaktivitäten beteiligen, die zur Erhaltung der Arten beitragen, und/oder am Austausch von Informationen über die Artenerhaltung und/oder an der Aufzucht in Gefangenschaft, der Bestandserneuerung oder der Wiedereinbürgerung von Arten in ihren natürlichen Lebensraum;
  • die Aufklärung und das Bewusstsein der Öffentlichkeit in Bezug auf den Erhalt der biologischen Vielfalt (Auskünfte über die Arten und ihre natürlichen Lebensräume) fördern;
  • ihre Tiere unter Bedingungen halten, mit denen den biologischen und den Erhaltungsbedürfnissen der jeweiligen Art Rechnung getragen wird (artgerechte Ausgestaltung der Gehege, artgerechte tiermedizinische Pflege und Ernährung):
  • dem Entweichen von Tieren und dem Eindringen von Schädlingen und Ungeziefer von außen vorbeugen;
  • in einer den verzeichneten Arten jeweils angemessenen Form ein Register über die im Zoo gehaltenen Tiere führen und auf dem neuesten Stand halten.

Jeder Zoo muss spätestens vier Jahre nach Inkrafttreten der Richtlinie bzw. - im Fall eines neuen Zoos - vor seiner Eröffnung über eine Betriebserlaubnis verfügen.

Die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten führen eine Inspektion durch, bevor sie eine Betriebserlaubnis erteilen, verweigern oder verlängern oder eine Betriebserlaubnis nennenswert verändern.

Bei Nichteinhaltung der Rechtsvorschriften verbieten die zuständigen Behörden den Zugang der Öffentlichkeit zum Zoo oder zu einem Teil desselben.

Im Fall der Schließung eines Zoos oder eines Teils davon stellt die zuständige Behörde sicher, daß die betroffenen Tiere in einer Weise behandelt oder beseitigt werden, die der Mitgliedstaat als angemessen und im Einklang mit dem Zweck und den Bestimmungen der Richtlinie stehend erachtet.

BEZUG

RechtsaktDatum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt
Richtlinie 1999/22/EG

9.4.1999

9.4.2002

ABl. 94 vom 9.4.1999

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Entscheidung 2007/598/EG der Kommission vom 28. August 2007 über Maßnahmen zur Verhütung der Ausbreitung der hoch pathogenen Aviären Influenza auf in Zoos, amtlich zugelassenen Einrichtungen, Instituten oder Zentren in den Mitgliedstaaten gehaltene Vögel [Amtsblatt L 230 vom 1.9.2007].

Letzte Änderung: 25.11.2008
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