RSS
Alphabetischer Index
Diese Seite steht in 4 Sprachen zur Verfügung

We are migrating the content of this website during the first semester of 2014 into the new EUR-Lex web-portal. We apologise if some content is out of date before the migration. We will publish all updates and corrections in the new version of the portal.

Do you have any questions? Contact us.


Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis

Schutz des ökologischen Gleichgewichts im atlantischen Ozean durch eine internationale Regelung der Bewirtschaftung und Erhaltung seiner Meeresschätze.

RECHTSAKT

Beschluss 81/691/EWR des Rates vom 4. September 1981 über den Abschluss des Übereinkommens über die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis.

ZUSAMMENFASSUNG

Das internationale Übereinkommen über die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis wurde auf der diplomatischen Konferenz vom 20. Mai 1980 in Canberra (Australien) angenommen. Dieser Beschluss ist die Zustimmung der Europäischen Gemeinschaft zu dem Übereinkommen.

Es ist eine Zunahme der Bedeutung des Schutzes der Umwelt und der Erhaltung der Unversehrtheit des Ökosystems des die Antarktis umgebenden Meeres mit seiner hohen Konzentration von Tieres- und Pflanzenbeständen angesichts des wachsenden Interesses an den Möglichkeiten der Nutzung dieser Ressourcen als Eiweißquellen zu beobachten. Die Erhaltung des Tier- und Pflanzenbestandes in den antarktischen Gewässern ist somit ein vorrangiges Ziel.

Das Übereinkommen betrifft die lebenden Meeresschätze des Gebietes südlich des 60. Längengrades und des Gebietes zwischen diesem Längengrad und der antarktischen Konvergenz als Bestandteil des Ökosystems des antarktischen Meeres.

Um den Schutz der lebenden Meeresschätze zu gewährleisten, sind beim Fischfang und den verbunden Tätigkeiten:

  • der Rückgang der ausgebeuteten Bestände jenseits des für die Bestandssicherung erforderlichen Umfangs zu ermitteln; es wird nicht erlaubt sein, dass dieser Umfang sich dem Niveau annähert, das zur Gewährleistung der jährlichen Nettohöchstzunahme eines Bestandes erforderlich ist;
  • die ökologischen Wechselbeziehungen zwischen den mit den lebenden Meeresschätzen des Atlantiks verbundenen oder von ihnen abhängigen ausgebeuteten Bestände zu sichern und diese Bestände in der erwähnten Höhe wiederaufzubauen;
  • Änderungen oder drohende Änderungen des Meeresökosystems, die innerhalb von zwei oder drei Jahrzehnten potenziell nicht rückgängig gemacht werden können, unter Berücksichtigung des Standes der verfügbaren Kenntnisse, der direkten oder indirekten Auswirkungen der Ausbeutung, der Folgen der Einführung ortsfremder Arten, der Wirkungen von verbundenen Tätigkeiten auf das Meeresökosystem und der Folgen von Umweltveränderungen rechtzeitig zu erkennen, um die dauerhafte Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis zu gewährleisten.

Die Vertragsparteien stimmen, unabhängig davon, ob sie den Antarktisvertrag unterzeichnet haben, darin überein, im Vertragsgebiet keine Tätigkeiten durchzuführen, die gegen die Grundsätze und Ziele dieses Vertrages verstoßen.

Dieses Übereinkommen berührt nicht die Rechte und Pflichten der Vertragsparteien gemäß den Bestimmungen der internationalen Übereinkunft über die Regelung des Walfangs und des Übereinkommens über den Schutz der Seehunde in der Antarktis.

Es wird ein wissenschaftlicher Ausschuss (Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis - CCAMLR) eingesetzt, der jederzeit Stellungnahmen anderer Wissenschaftler und Fachleute einholen kann.

Diese Kommission ist ein Konsultations- und Kooperationsorgan für das Zusammentragen, das Studium und den Austausch von Informationen über die lebenden Meeresschätze, auf die sich dieses Übereinkommen bezieht.

Sie fördert und unterstützt die Zusammenarbeit im Bereich der wissenschaftlichen Forschung, um die Kenntnisse über die lebenden Meeresschätze des antarktischen Ökosystems zu erweitern.

BEZUG

Rechtsakt Datum des Inkrafttretens Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten Amtsblatt
Beschluss 81/691/EWG 4.09.1981 - ABl. L 252 vom 5.09.1981

VERWANDTE RECHTSAKTE

Verordnung (EG) Nr. 601/2004 des Rates vom 22. März 2004 zur Festlegung von Kontrollmaßnahmen für die Fischerei im Regelungsbereich des Übereinkommens über die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis und zur Aufhebung der Verordnungen (EWG) Nr. 3943/90, (EG) Nr. 66/98 und (EG) Nr. 1721/1999 [Amtsblatt L 97 vom 1.4.2004].
Um neue vom CCAMLR beschlossene Erhaltungsmaßnahmen in Kraft zu setzen, vereint diese Verordnung in einem Rechtsakt die besonderen Bestimmungen in Bezug auf die Kontrolle der Fischerei, die sich aus den Verpflichtungen ergeben, die der Europäischen Gemeinschaft als Vertragspartei des Übereinkommens obliegen. Diese Regeln betreffen den Zugang zur Fischerei, Angaben zu den Fängen und zum Fischereiaufwand, den Überwachungs- und Kontrollverfahren auf See und in Häfen sowie die Maßnahmen in Bezug auf Schiffe, die im Übereinkommensbereich einer illegalen, nicht regulierten und nicht gemeldeten Fischereitätigkeit nachgehen.

Verordnung (EG) Nr.°1721/1999 des Rates vom 29. Juli 1999 zur Festlegung von Kontrollmaßnahmen für Schiffe unter der Flagge von Nichtvertragsparteien des Übereinkommens über die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis [Amtsblatt L 203 vom 3.08.1999].
In der Praxis hat sich herausgestellt, dass Fischereischiffe unter der Flagge einer Nichtvertragspartei des Übereinkommens benutzt werden, um die bestehenden Maßnahmen zur Erhaltung und Durchführung zu umgehen, was die Wirksamkeit des Übereinkommens beeinträchtigt hat. Um dem entgegen zu wirken, wurde auf der 16. Jahrestagung vom 27. Oktober bis 7. November 1997 eine Erhaltungsmaßnahme betreffend ein „System zur besseren Befolgung der mit dem Übereinkommen eingeführten Erhaltungsmaßnahmen durch die Schiffe von Nichtvertragsparteien" mit dem Ziel vereinbart, die Wirksamkeit der mit dem Übereinkommen eingeführten Maßnahmen zur Erhaltung und Durchführung nicht durch Schiffe von Nichtvertragsparteien schmälern zu lassen. Dieses System sieht unter anderem die Kontrolle der Schiffe von Nichtvertragsparteien vor, die freiwillig Häfen der Vertragsparteien anlaufen, ein Verbot des Anlandens und der Fangübergabe, wenn sich im Verlauf der Kontrolle herausstellt, dass die Fänge unter Verstoß gegen die mit dem Übereinkommen eingeführten Erhaltungs- und Durchführungsmaßnahmen getätigt wurden, sowie bestimmte von den Vertragsparteien zu ergreifende begleitende Maßnahmen. Diese Erhaltungsmaßnahme wurde für alle Vertragsparteien am 10. Mai 1998 verbindlich. Mit dieser Verordnung soll dieses System in der Gemeinschaft in Kraft gesetzt werden.

Die Verordnung wird aufgehoben und durch die Verordnung (EG) Nr. 601/2004 des Rates ersetzt.

 
Letzte Änderung: 11.02.2005
Rechtlicher Hinweis | Über diese Website | Suche | Kontakt | Seitenanfang