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Übereinkommen von Bern

Erhaltung der europäischen wild lebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume durch zwischenstaatliche Zusammenarbeit

RECHTSAKT

Beschluss 82/72/EWG des Rates vom 3. Dezember 1981 über den Abschluss des Übereinkommens zur Erhaltung der europäischen frei lebenden Tiere und wild wachsenden Pflanzen und ihrer natürlichen Lebensräume (Übereinkommen von Bern).

ZUAMMENFASSUNG

Die Europäische Gemeinschaft ist Vertragspartei des am 19. September 1979 in Bern geschlossenen Übereinkommens zur Erhaltung der europäischen frei lebenden Tiere und wild wachsenden Pflanzen und ihrer natürlichen Lebensräume.

Wild lebende Pflanzen und Tiere stellen ein wichtiges Naturerbe dar, das an künftige Generationen weitergegeben werden muss. Die Vertragsparteien sind der Ansicht, dass abgesehen von nationalen Schutzprogrammen eine Zusammenarbeit auf europäischer Ebene erforderlich ist.

Ziel des Übereinkommens ist es, die Zusammenarbeit zwischen den Unterzeichnerstaaten zu fördern, um wild lebende Pflanzen und Tiere sowie ihre natürlichen Lebensräume zu erhalten und die vom Aussterben bedrohten wandernden Arten zu schützen.

Die Vertragsparteien verpflichten sich,

  • die nationale Politik zur Erhaltung wild lebender Pflanzen und Tiere sowie ihrer natürlichen Lebensräume zu fördern,
  • bei ihrer Planungs-, Entwicklungs- und Umweltpolitik die Erhaltung wild lebender Pflanzen und Tiere zu berücksichtigen,
  • die Erziehung und Verbreitung allgemeiner Informationen in Bezug auf die Notwendigkeit, wild lebende Pflanzen- und Tierarten sowie ihre Lebensräume zu erhalten, zu fördern.

Die Vertragsparteien ergreifen die geeigneten gesetzgeberischen und Verwaltungsmaßnahmen, um die in Anhang I aufgeführten wild lebenden Pflanzenarten zu schützen. Nach dem Übereinkommen ist es verboten, diese Pflanzen absichtlich zu pflücken, zu sammeln, abzuschneiden, auszugraben oder auszureißen.

Die Vertragsparteien ergreifen auch die geeigneten gesetzgeberischen und Verwaltungsmaßnahmen, um die Erhaltung der in Anhang II aufgeführten wild lebenden Tierarten sicherzustellen. Insbesondere sind verboten:

  • jede Form des absichtlichen Fangens, des Haltens und des absichtlichen Tötens;
  • das mutwillige Beschädigen oder Zerstören von Brut- und Raststätten;
  • das mutwillige Beunruhigen wild lebender Tiere, vor allem während der Zeit des Brütens, der Aufzucht der Jungen und des Überwinterns;
  • das mutwillige Zerstören oder absichtliche Entnehmen von Eiern aus der Natur oder der Besitz dieser Eier;
  • der Besitz von oder der innerstaatliche Handel mit lebenden oder toten Tieren einschließlich ausgestopfter Tiere und Teile dieser Tiere oder Erzeugnisse aus diesen Tieren.

Jegliche Nutzung der in Anhang III aufgeführten wild lebenden Tiere wird so geregelt, dass die Populationen in ihrem Bestand nicht gefährdet werden (zeitweiliges oder örtlich begrenztes Nutzungsverbot, Regelung des Verkaufs usw.). Die Vertragsparteien verbieten die Verwendung aller zum wahllosen Fangen und Töten geeigneten Mittel, die gebietsweise zum Verschwinden oder zu einer schweren Beunruhigung von Populationen einer Art führen können.

Das Übereinkommen sieht Ausnahmen von den vorgenannten Bestimmungen für folgende Fälle vor:

  • zum Schutz der Pflanzen- und Tierwelt;
  • zur Verhütung ernster Schäden an Kulturen, Viehbeständen, Wäldern, Fischgründen, Gewässern und anderem Eigentum;
  • im Interesse der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit, der Sicherheit der Luftfahrt oder anderer vorrangiger öffentlicher Belange;
  • für Zwecke der Forschung und Erziehung, der Bestandsauffrischung, der Wiederansiedlung und der Aufzucht;
  • um unter streng überwachten Bedingungen selektiv und in begrenztem Umfang das Fangen, das Halten oder eine andere vernünftige Nutzung bestimmter wild lebender Tiere und Pflanzen in geringen Mengen zu gestatten.

Die Vertragsparteien verpflichten sich, ihre Bemühungen um den Schutz der in den Anhängen II und III aufgeführten wandernden Arten, deren Verbreitungsgebiet in ihr Hoheitsgebiet hineinreicht, zu koordinieren.

Es wird ein Ständiger Ausschuss eingesetzt, der für die Überwachung der Einhaltung dieses Übereinkommens zuständig ist.

Das Übereinkommen von Bern ist am 6. Juni 1982 in Kraft getreten.

Rechtsakt Datum des Inkrafttretens Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten Amtsblatt
Entscheidung 82/72/EWG 1.9.1982 - ABl. L 38 vom 10.2.1982

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Bericht [SEC(2001) 515 endgültig - Nicht im Amtblatt veröffetnlicht]
Bericht über das Übereinkommen zur Erhaltung der europäischen frei lebenden Tiere und wild wachsenden Pflanzen (1997-1998) (Artikel 9 Absatz 2) (vorgelegt von der Europäischen Kommission)
Die Vogelschutz - und die Habitatrichtlinie schaffen den Rahmen, in dem die Bestimmungen des Übereinkommens von Bern angewendet werden. In diesem Bericht sind die Informationen über diejenigen Behörden enthalten, die befugt sind, Ausnahmen von Artikel 6 (Arten in Anhang I und II des Übereinkommens) sowie Ausnahmen hinsichtlich der in Anhang IV des Übereinkommens genannten Mittel und Methoden des Fangens und Tötens zu genehmigen.

Beschluss 98/746/EG des Rates vom 21. Dezember 1998 über die Annahme der Änderungen zu den Anhängen II und III des Übereinkommens von Bern zur Erhaltung der europäischen freilebenden Tiere und wildwachsenden Pflanzen und ihrer natürlichen Lebensräume durch die Gemeinschaft, beschlossen auf der 17. Sitzung des Ständigen Ausschusses des Übereinkommens [Amtsblatt L 358 vom 31.12.1998].

Letzte Änderung: 01.09.2006
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