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Benzindampf-Rückgewinnung beim Betanken von Kraftfahrzeugen

Benzindämpfe, die beim Betanken von Kraftfahrzeugen an Tankstellen freigesetzt werden, müssen rückgewonnen werden, um die Abgabe giftiger Dämpfe in die Atmosphäre zu beschränken. Diese Dämpfe tragen zu Luftschadstoffemissionen wie Benzol oder bodennahem Ozon bei, die für die menschliche Gesundheit und die Umwelt schädlich sind.

RECHTSAKT

Richtlinie 2009/126/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Oktober 2009 über Phase II der Benzindampf-Rückgewinnung beim Betanken von Kraftfahrzeugen an Tankstellen.

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Richtlinie soll die Rückgewinnung giftiger Benzindämpfe gewährleisten, die beim Betanken von Kraftfahrzeugen an Tankstellen freigesetzt werden. Dazu müssen die Zapfsäulen zahlreicher Tankstellen in der Europäischen Union (EU) mit Ausrüstungen zur Rückgewinnung von Benzindämpfen ausgestattet werden.

Die Tankstellen

Die vorliegende Richtlinie gilt für Tankstellen, die neu gebaut werden oder die von Grund auf renoviert wurden und deren Jahresdurchsatz mehr als 500 m3Benzin beträgt. Durch diese Richtlinie sind die Betreiber dieser Tankstellen verpflichtet, ein System zur Benzindampf-Rückgewinnung — Phase II oder „PVR – phase II“ (Petrol Vapour Recovery) zu installieren. Außerdem müssen Tankstellen mit einem Jahresdurchsatz über 100 m3, die unter ständigen Wohn- oder Arbeitsräumen gelegen sind, mit diesen Systemen nachgerüstet werden.

Alle größeren bestehenden Tankstellen, deren Jahresdurchsatz über 3 000 m3 liegt, müssen bis spätestens 2018 mit einem System zur Benzindampf-Rückgewinnung — Phase II nachgerüstet werden.

Fast die Hälfte aller Mitgliedstaaten hat bereits Systeme zur Benzindampf-Rückgewinnung — Phase II installiert. Diese Richtlinie weitet diese Praxis auf alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union aus.

Mindestniveau der Benzindampf-Rückgewinnung

Die Ausrüstungen zur Benzindampfrückgewinnung – Phase II, mit denen die Zapfsäulen der Tankstellen ausgerüstet sein müssen, müssen 85 % aller Benzindämpfe abscheiden. Die Hersteller müssen die Effizienz der Benzindampfabscheidung dieser Systeme gemäß den maßgeblichen europäischen technischen Normen oder Typgenehmigungsverfahren oder — sofern es derartige Normen oder Verfahren nicht gibt — gemäß den maßgeblichen nationalen Normen bescheinigen.

Die PVR – Phase II-Ausrüstungen saugen die Benzindämpfe ab und leiten diese anschließend in einen Lagertank auf dem Gelände der Tankstelle. Das Dampf-/Benzinverhältnis muss größer oder gleich 0,95 und kleiner oder gleich 1,05 sein.

Regelmäßige Überprüfungen

Die Benzindampfabscheidungseffizienz von Systemen zur Benzindampf-Rückgewinnung — Phase II muss mindestens einmal jährlich getestet werden, und zwar entweder durch die Überprüfung des oben definierten Dampf-/Benzinverhältnisses unter simulierten Benzinflussbedingungen oder durch eine andere geeignete Methode.

Wenn die Tankstelle über ein automatisches Überwachungssystem verfügt, muss die Benzinabscheidungseffizienz mindestens einmal alle drei Jahre getestet werden. Werden bei diesen Tests Störungen festgestellt, muss der Tankstellenbetreiber diese binnen sieben Tagen beheben.

Verbraucherinformation

Alle Tankstellen, die mit einem System zur Benzindampf-Rückgewinnung — Phase II ausgerüstet sind, müssen den Verbraucher über diesen Umstand informieren. Zu diesem Zweck kann der Betreiber auf den Zapfsäulen oder in deren Nähe ein Schild, einen Aufkleber oder eine andere Mitteilung anbringen.

Hintergrund

Diese Richtlinie fällt in den Rahmen des Sechsten Aktionsprogramms für die Umwelt der Europäischen Gemeinschaft. Das Programm wurde im Juli 2002 verabschiedet und hebt die Notwendigkeit hervor, die Luftverschmutzung so stark zu verringern, dass die nachteiligen Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen und die Umwelt auf ein Minimum begrenzt werden.

Diese Richtlinie ergänzt die technischen Spezifikationen für die Lagerung von Ottokraftstoff. Diese technischen Spezifikationen werden durch die Richtlinie 94/63/EG harmonisiert, welche Phase I der Benzindampf-Rückgewinnung darstellt.

BEZUG

RechtsaktDatum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt

Richtlinie 2009/126/EG

31.10.2009

1.1.2012

ABl. L 285 vom 31.10.2009

Letzte Änderung: 12.04.2010
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