RSS
Alphabetischer Index
Diese Seite steht in 15 Sprachen zur Verfügung
Neue Sprachen:  CS - HU - PL - RO

We are migrating the content of this website during the first semester of 2014 into the new EUR-Lex web-portal. We apologise if some content is out of date before the migration. We will publish all updates and corrections in the new version of the portal.

Do you have any questions? Contact us.


Mehr Partnerschaft für den europäischen Tourismus

Die Kommission will eine neue europäische Tourismuspolitik auf den Weg zu bringen, um durch den nachhaltigen Ausbau des Tourismus in Europa und weltweit die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Tourismusindustrie zu stärken und Arbeitsplätze zu schaffen. Besondere Beachtung schenkt sie dabei der Art und Weise, wie die verschiedenen Interessengruppen in die einschlägigen Gemeinschaftsmaßnahmen einbezogen werden können.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission vom 17. März 2006: „Eine neue EU-Tourismuspolitik: Wege zu mehr Partnerschaft für den europäischen Tourismus [KOM(2006) 134 endg. - Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Aufgrund ihrer Bedeutung für das Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen spielt die Tourismusindustrie im Rahmen der Lissabon-Strategie eine zentrale Rolle.

Als Folge der Globalisierung, des demografischen Wandels und der verkehrstechnischen Entwicklungen erlebt dieser Wirtschaftszweig ein rasantes Wachstum. Er schafft mehr Arbeitsplätze als der Durchschnitt der übrigen Branchen, und das Erscheinungsbild dieser Arbeitsplätze ist sehr vielfältig; häufig sind es Teilzeitstellen, und sie sind vor allem mit Frauen, jungen und weniger qualifizierten Arbeitskräften besetzt. Gleichzeitig ist ein nachhaltiger Tourismus ein entscheidender Faktor für die Bewahrung und Aufwertung des Kultur- und Naturerbes, und in immer mehr benachteiligten Regionen kommt er der lokalen Entwicklung zugute. Außerdem leistet er einen Beitrag zur Völkerverständigung.

Eine neue europäische Tourismuspolitik

Die Europäische Union will eine neue Tourismuspolitik auf den Weg bringen, die es der Tourismusindustrie ermöglicht, die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert ist, besser zu bewältigen und ihr Potenzial voll zu nutzen. Die demografische Entwicklung, der internationale Wettbewerb, die Nachhaltigkeit und die Nachfrage nach speziellen Tourismusformen - all das sind Herausforderungen, denen sich Europa stellen muss.

Vor diesem Hintergrund sind die Koordinierung, die Partnerschaft und der Dialog zwischen den Akteuren der Tourismusindustrie besonders wichtig; dies gilt umso mehr angesichts der Vielfalt der Akteure dieser Branche. Die europäischen, nationalen, regionalen und lokalen Behörden müssen mit dem privaten Sektor, den Sozialpartnern der Branche und den Interessengruppen zusammenarbeiten. Die Kommission wird die Mitglieder des Beratenden Ausschusses für den Fremdenverkehr weiterhin effizient und transparent über die für den Tourismus relevanten Teile ihres Arbeitsprogramms auf dem Laufenden halten.

Querschnittsmaßnahmen

Eine erste Reihe von Maßnahmen dient einer besseren Rechtsetzung. Die Kommission will sicherstellen, dass die Folgenabschätzung bei Vorschlägen für neue tourismusrelevante Rechtsvorschriften die Wettbewerbsfähigkeit der Tourismusindustrie berücksichtigt. Ferner sollen schwebende Legislativvorschläge geprüft und die geltenden EU-Rechtsvorschriften sollen vereinfacht werden. Die Mitgliedstaaten sind aufgerufen, diesem Beispiel zu folgen, um eine für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche schädliche Überbürdung der Tourismusindustrie mit Verwaltungsauflagen zu vermeiden.

Zahlreiche Maßnahmen der EU, und zwar nicht nur auf dem Gebiet der Unternehmenspolitik, sondern auch in anderen Bereichen der EU-Politik, beeinflussen direkt oder indirekt die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Tourismusindustrie. Deshalb muss Europa die Wettbewerbsfähigkeit dieser Branche auch mit den Instrumenten anderer Politikbereiche fördern.

Die vorhandenen europäischen Finanzinstrumente müssen verstärkt zugunsten des Tourismus eingesetzt werden:

  • Aus den Strukturfonds, dem EFRE und dem ESF, sollen u. a. die Entwicklung der Tourismusunternehmen und -dienstleistungen, die berufliche Mobilität, Ausbildungsprogramme und Schulungen unterstützt werden.
  • Der Kohäsionsfonds wird zur Förderung der Umwelt- und der Verkehrsinfrastruktur eingesetzt.
  • Das künftige Programm „ Leonardo Da Vinci " wird ein neues Mobilitätsprogramm für Auszubildende enthalten; im Rahmen dieses Mobilitätsprogramms wird der Tourismus als potentieller Pilotsektor genannt.
  • Der ELER wird, und zwar vor allem in den neuen Mitgliedstaaten und den Kandidatenländern, zugunsten der Landschaft im ländlichen Raum, der Qualität der landwirtschaftlichen Produktion, der Aufwertung des Kulturerbes im Interesse des ländlichen Tourismus und der Diversifizierung der ländlichen Wirtschaftsstruktur eingesetzt werden.
  • Im Zusammenhang mit dem EFF wird der Ökotourismus als Beschäftigungsalternative für die von der Umstrukturierung des Fischereisektors betroffenen Fischer genannt. Die Kleinfischerei soll ebenso gefördert werden wie die Tourismusinfrastruktur.
  • Die Mittel des vorgeschlagenen „ Rahmenprogramms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation " werden u. a. zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der KMU der Tourismusindustrie eingesetzt werden.
  • Das vorgeschlagene 7. Forschungsrahmenprogramm kann auch der Tourismusindustrie zugute kommen, und zwar durch Studien über Informations- und Kommunikationstechnologie, Satellitenanwendungen, das Kulturerbe und die Bodennutzung.

Förderung eines nachhaltigen Tourismus

Ausgehend von der Mitteilung „Grundlinien zur Nachhaltigkeit des europäischen Tourismus" aus dem Jahr 2003 und den Arbeiten der Sachverständigengruppe „Nachhaltigkeit im Tourismus" will die Kommission 2007 eine europäische Agenda 21 (EN) für den Tourismus vorlegen.

Zu den Maßnahmen, die die Kommission speziell zur Förderung der Nachhaltigkeit im Tourismus vorsieht, gehören:

  • der Austausch bewährter nationaler und internationaler Lösungen zur KMU-Förderung sowie in Sachen „Tourismus für alle";
  • die Untersuchung der wirtschaftlichen Relevanz einer besseren Zugänglichkeit für Behinderte in der Tourismusindustrie;
  • die Veröffentlichung eines Handbuchs über die Schaffung von „Lernenden Räumen in der Tourismuswirtschaft";
  • die Untersuchung der Beschäftigungstrends im Küsten- und Seetourismus;
  • die Beurteilung der Auswirkungen des elektronischen Geschäftsverkehrs auf die Tourismusindustrie;
  • der umfassende Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern durch Touristen.

Mehr Wissen über die Tourismusindustrie

Zeitnahe, ausführliche, sachdienliche und vergleichbare Tourismusstatistiken sind für wirksame Entscheidungen unverzichtbar. Daher muss die Erhebung statistischer Daten über die Tourismusindustrie auf europäischer und auf nationaler Ebene verbessert werden (Eurostat und Tourismus-Satellitenkonten).

Mehr öffentliche Aufmerksamkeit für den Tourismus

Die Kommission möchte für die europäischen Reiseziele werben, und zwar zum einen durch ein Portal, das zahlreiche praktische Informationen für in Europa reisende Touristen enthält (Verkehrsmittel, Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungskalender, Wetter usw.), zum anderen aber auch, indem sie auf die KMU-Relevanz von Kultur- und Sportveranstaltungen europäischer Städte und Regionen hinweist.

Das Europäische Tourismusforum, das seit 2002 jährlich von einem anderen Mitgliedstaat in Zusammenarbeit mit der Kommission ausgerichtet wird, verdeutlicht die Vielschichtigkeit des Phänomens „Tourismus", das in viele Aspekte des wirtschaftlichen und sozialen Gefüges hineinwirkt. Die Kommission ist bestrebt, den Dialog auf diesem Forum zu fördern. Die von einigen Ratspräsidentschaften veranstalteten Ministertreffen und Konferenzen verhelfen dem europäischen Tourismus ebenfalls zu mehr Aufmerksamkeit.

Hintergrund

Diese Mitteilung wird ein Jahr nach der Mitteilung „Zusammenarbeit für Wachstum und Arbeitsplätze - Ein Neubeginn für die Strategie von Lissabon" vorgelegt, in der eine Halbzeitbilanz der Strategie von Lissabon gezogen wurde. Die Tourismusindustrie ist in Bezug auf ein nachhaltiges Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen für die Strategie von Lissabon wichtig, muss jedoch gleichzeitig eigene Herausforderungen bewältigen.

Die Ausgestaltung der Zusammenarbeit aller Beteiligten im Rahmen der neuen Tourismuspolitik kann auf dem Europäischen Tourismusforum regelmäßig überprüft werden.

 
Letzte Änderung: 23.05.2006

Siehe auch

Weiterführende Informationen finden Sie auf den Tourismus-Seiten der Website der Generaldirektion Unternehmen und Industrie.

Rechtlicher Hinweis | Über diese Website | Suche | Kontakt | Seitenanfang