RSS
Alphabetischer Index
Diese Seite steht in 15 Sprachen zur Verfügung
Neue Sprachen:  CS - HU - PL - RO

We are migrating the content of this website during the first semester of 2014 into the new EUR-Lex web-portal. We apologise if some content is out of date before the migration. We will publish all updates and corrections in the new version of the portal.

Do you have any questions? Contact us.


Neuer politischer Rahmen für den europäischen Tourismus

Europa ist das wichtigste Reiseziel der Welt. Damit Europa seine Spitzenposition im Tourismus verteidigen kann, unterstützt die Kommission einen neuen Rahmen für eine koordinierte Aktion in der Europäischen Union (EU), um die Wettbewerbsfähigkeit und die Kapazität für ein nachhaltiges Wachstum des europäischen Tourismus zu verbessern.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen – Europa – wichtigstes Reiseziel der Welt: ein neuer politischer Rahmen für den europäischen Tourismus” [KOM(2010) 352 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Damit Europa auch weiterhin das beliebteste Reiseziel der Welt bleibt, schlägt die Kommission einen neuen Rahmen für koordinierte Aktionen im Tourismusbereich vor, um die Wettbewerbsfähigkeit und die Kapazitäten für ein nachhaltiges Wachstum des europäischen Tourismus zu verbessern. Dieser Rahmen berücksichtigt die neuen Prioritäten der EU, die in der Strategie Europa 2020 festgelegt sind.

Der Tourismus ist die drittgrößte sozioökonomische Aktivität in der EU. Er generiert mehr als 10 % des BIP der Europäischen Union und stellt mehr als 12 % aller Arbeitsplätze. Er stellt deshalb sowohl für die EU-Bürger als auch für die Industrie einen wichtigen Sektor dar, der sich auf das Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung in der EU positiv auswirkt.

Mit dem Vertrag von Lissabon wurde die Bedeutung des Tourismus anerkannt, und der EU wurden bestimmte Zuständigkeiten übertragen, um Maßnahmen der EU-Mitgliedstaaten in diesem Sektor zu unterstützen, zu koordinieren und zu ergänzen. Durch die Definition und Klärung der Zuständigkeiten der EU in diesem Bereich wird die Einführung eines umfassenden Aktionsrahmens möglich. Die besonderen Maßnahmen der EU im Tourismus sollten laut Lissabon-Vertrag

  • die Schaffung eines günstigen Umfelds anregen, damit sich Unternehmen in diesem Sektor entwickeln können;
  • die Zusammenarbeit zwischen EU-Mitgliedstaaten insbesondere durch den Austausch bewährter Verfahren unterstützen.

Herausforderungen und Chancen der europäischen Tourismusindustrie

Aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008, die sich erheblich auf die Nachfrage nach touristischen Dienstleistungen ausgewirkt hat, war der europäische Tourismus in eine schwierige Lage geraten. Diese Situation verschärfte sich noch durch den Ausbruch des Vulkans Eyjafjöll 2010 und das Flugverbot, das wegen der Aschewolke verhängt wurde. Die Folge waren zahlreiche Stornierungen von Reisen und erhebliche Verluste im Luftfahrt- und Hotelsektor und bei anderen Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Tourismus.

Ein neuer Aktionsrahmen für den europäischen Tourismus

Der europäische Aktionsrahmen für den Tourismus steht in eindeutigem Zusammenhang mit der Wirtschaftsstrategie „Europa 2020“ und lässt sich in vier Schwerpunktbereiche aufteilen:

  • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Tourismus in Europa durch
    • den Ausbau der Innovationstätigkeit im Tourismus, etwa indem die Anpassung des Sektors und seiner Unternehmen an die Veränderungen des Marktes in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologie und Innovation unterstützt wird;
    • die Verbesserung der beruflichen Qualifikationen in der Branche, indem auf die Möglichkeiten der verschiedenen EU-Programme wie Leonardo oder das Programm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation mit seinen beiden Teilen „Erasmus für Jungunternehmer“ und die Agenda für IKT-Kompetenzen „E-Skills“ aufmerksam gemacht wird;
    • den Versuch, der Saisonalität der Nachfrage entgegenzuwirken, indem etwa der touristische Austausch auf freiwilliger Basis zwischen den EU-Mitgliedstaaten erleichtert wird, insbesondere in der Nebensaison und für besondere soziale Gruppen, außerdem durch den Aufbau eines Mechanismus für den freiwilligen Informationsaustausch über das Internet, um die Schulferien zwischen den Mitgliedstaaten besser zu koordinieren;
    • die Förderung eines diversifizierten touristischen Angebots; dabei soll insbesondere das gemeinsame Kulturerbe stärker in den Mittelpunkt gerückt und beworben und das Naturerbe in die Tourismusstrategien aufgenommen werden;
    • den Beitrag zu einer besseren Koordinierung von Forschungen im Bereich des Tourismus und die Konsolidierung der sozioökonomischen Daten zum Tourismus auf europäischer Ebene .
  • Förderung der Bemühungen um einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Qualitätstourismus durch
    • die Entwicklung eines Systems von Indikatoren für ein nachhaltiges Reisezielmanagement, das zur Entwicklung eines Gütesiegels beitragen kann, um für nachhaltige Reiseziele zu werben;
    • die Durchführung von Sensibilisierungskampagnen , um europäische Touristen besser über Reiseziele zu informieren; dazu gehören auch Informationen über die Art der Beförderung und die Beziehungen zur Bevölkerung vor Ort;
    • die Entwicklung eines europäischen Tourismusgütesiegels auf der Grundlage von einzelstaatlichen Erfahrungen, um die Sicherheit der Verbraucher und ihr Vertrauen zu stärken;
    • Hilfe bei der Erkennung von Klimawandelrisiken, um die europäische Touristik-Branche vor verlustreichen Investitionen zu schützen und Möglichkeiten für alternative Tourismusdienstleistungen zu erkunden;
    • den Vorschlag einer Charta für einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Tourismus;
    • den Vorschlag einer Strategie für einen nachhaltigen Meeres- und Küstentourismus;
    • die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und den Schwellenländern sowie den Staaten des Mittelmeerraums, um Entwicklungsmodelle für einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Tourismus zu fördern und bewährte Praktiken auszutauschen.
  • Konsolidierung des Images und der Außenwirkung Europas als ein aus nachhaltigen Qualitätsreisezielen bestehendes Ganzes, indem
    • zusammen mit den EU-Mitgliedstaaten ein echtes europäisches Tourismusgütesiegel geschaffen wird, mit dem die nationalen und regionalen Werbemaßnahmen ergänzt werden können und durch das sich Europa stärker gegenüber anderen internationalen Reisezielen profilieren kann;
    • für Europa als ein aus nachhaltigen Qualitätsreisezielen bestehendes Ganzes über die Website „visiteurope.com“ und bei internationalen Großveranstaltungen oder großen Tourismusmessen geworben wird;
    • die Teilnahme der Europäischen Union an Aktivitäten internationaler Organisationen gestärkt wird.
  • Bestmögliche Nutzung des Potenzials der politischen Maßnahmen und der Finanzinstrumente der Europäischen Union für die Entwicklung des Tourismus, indem
Letzte Änderung: 08.09.2010
Rechtlicher Hinweis | Über diese Website | Suche | Kontakt | Seitenanfang