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Definition der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen

Die Definition der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen wird aktualisiert, um ihre wirtschaftliche Realität besser zu erfassen. Die Definition der Unternehmen entsprechend ihrer Mitarbeiterzahl und ihres Umsatzes oder der Bilanzsumme ist wesentlich, um die Unternehmen zu ermitteln, die für die Programme oder politischen Maßnahmen der Europäischen Union (EU) zugunsten der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Frage kommen.

RECHTSAKT

Empfehlung 2003/361/EG der Kommission vom 6. Mai 2003 betreffend die Definition der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen [Amtsblatt L124 vom 20.5.2003].

ZUSAMMENFASSUNG

Die Definition der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen wird aktualisiert, um den wirtschaftlichen Entwicklungen seit 1996 (Inflation und Produktivitätswachstum) und den gewonnenen Erfahrungen Rechnung zu tragen.

In der neuen Definition werden die Einstufung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und der Begriff des Kleinstunternehmens präzisiert. Die Wirksamkeit der Programme und politischen Maßnahmen der Gemeinschaft zugunsten dieser Unternehmen wird dadurch verstärkt. Es muss verhindert werden, dass Unternehmen, deren Wirtschaftskraft über die eines KMU hinausgeht, von den Unterstützungsmechanismen profitieren, die speziell für KMU geschaffen wurden.

Kleinstunternehmen, kleine und mittlere Unternehmen,

Kleinstunternehmen, kleine und mittlere Unternehmen werden entsprechend ihrer Mitarbeiterzahl und ihres Umsatzes bzw. der Bilanzsumme definiert.

Ein mittleres Unternehmen wird definiert als ein Unternehmen, das weniger als 250 Mitarbeiter beschäftigt und dessen Umsatz 50 Mio. Euro oder dessen Jahresbilanz 43 Mio. Euro nicht überschreitet.

Ein kleines Unternehmen wird definiert als ein Unternehmen, das weniger als 50 Mitarbeiter beschäftigt und dessen Umsatz oder Jahresbilanz 10 Mio. Euro nicht überschreitet.

Ein Kleinstunternehmen wird definiert als ein Unternehmen, das weniger als 10 Mitarbeiter beschäftigt und dessen Umsatz oder Jahresbilanz 2 Mio. Euro nicht überschreitet.

Eigenständige Unternehmen, Partnerunternehmen, verbundene Unternehmen

Mit der neuen Definition der KMU wird die Typologie der Unternehmen klargestellt. Drei Unternehmenstypen werden danach unterschieden, in welcher Beziehung sie zu anderen Unternehmen in Bezug auf Kapitalbeteiligung, Stimmrechte oder Ausübung eines beherrschenden Einflusses stehen:

  • eigenständige Unternehmen,
  • Partnerunternehmen,
  • verbundene Unternehmen.

Die eigenständigen Unternehmen sind der Typ, der mit Abstand am häufigsten auftritt. Es handelt sich dabei um all jene Unternehmen, die nicht zu einem der beiden anderen Unternehmenstypen (den Partnerunternehmen oder den verbundenen Unternehmen) gehören. Ein Unternehmen ist eigenständig, wenn es:

  • keine Anteile von 25 % oder mehr an einem anderen Unternehmen hält,
  • nicht zu 25 % oder mehr unmittelbar im Besitz eines anderen Unternehmens bzw. einer öffentlichen Einrichtung oder im gemeinsamen Besitz mehrerer verbundener Unternehmen bzw. öffentlicher Einrichtungen ist, von einigen Ausnahmen abgesehen,
  • keine konsolidierte Bilanz erstellt und nicht im Abschluss eines Unternehmens enthalten ist, das eine konsolidierte Bilanz erstellt, und damit kein verbundenes Unternehmen ist.

Ein Unternehmen gilt weiterhin als eigenständig, auch wenn der Schwellenwert von 25 % erreicht oder überschritten wird, wenn es sich um bestimmte Kategorien von Investoren handelt, beispielsweise um Business Angels.

Partnerunternehmen sind Unternehmen, die umfangreiche Finanzpartnerschaften mit anderen Unternehmen eingehen, ohne dass ein Unternehmen dabei mittelbar oder unmittelbar eine tatsächliche Kontrolle über das andere ausübt. Partnerunternehmen sind Unternehmen, die nicht eigenständig, aber auch nicht miteinander verbunden sind. Ein Unternehmen ist Partnerunternehmen eines anderen Unternehmens, wenn:

  • es einen Anteil zwischen 25 % und weniger als 50 % an diesem anderen Unternehmen hält,
  • dieses andere Unternehmen einen Anteil zwischen 25 % und weniger als 50 % an dem antragstellenden Unternehmen hält,
  • das antragstellende Unternehmen keinen konsolidierten Abschluss erstellt, in den dieses andere Unternehmen durch Konsolidierung einbezogen wird, und nicht durch Konsolidierung in den Abschluss dieses bzw. eines weiteren Unternehmens, das mit diesem verbunden ist, einbezogen wird.

Verbundene Unternehmen geben die wirtschaftliche Lage von Unternehmen wieder, die entweder durch mittelbare oder unmittelbare Kontrolle der Mehrheit ihres Kapitals oder ihrer Stimmrechte (auch durch Vereinbarungen oder in manchen Fällen durch natürliche Personen wie Aktionäre) oder durch die Fähigkeit, einen beherrschenden Einfluss auf ein anderes Unternehmen auszuüben, einer Unternehmensgruppe angehören. Es handelt sich demnach um eher seltene Fälle, die sich in der Regel deutlich von den beiden vorausgegangenen Typen unterscheiden. In dem Bestreben, den Unternehmen Auslegungsprobleme zu ersparen, hat die Europäische Kommission bei der Definition dieses Unternehmenstyps die Kriterien übernommen - soweit sie dem Zweck der Definition entsprechen -, die in Artikel 1 der seit vielen Jahren angewandten Richtlinie 83/349/EWG des Rates über den konsolidierten Abschluss festgelegt sind. Ein Unternehmen weiß daher in der Regel sofort, dass es als verbundenes Unternehmen gilt, wenn es gemäß dieser Richtlinie verpflichtet ist, einen konsolidierten Abschluss zu erstellen oder durch Konsolidierung in den Abschluss eines anderen Unternehmens einbezogen wird, das zur Erstellung eines solchen konsolidierten Abschlusses verpflichtet ist.

Ausschlaggebender Personalbestand für die Definition von Kleinstunternehmen sowie kleinen und mittleren Unternehmen

Die Mitarbeiterzahl eines Unternehmens wird in Jahresarbeitseinheiten (JAE) angegeben, d. h. als Zahl der Vollzeitarbeitskräfte, die während des gesamten betrachteten Jahres im Unternehmen oder für das Unternehmen tätig waren. Für die Arbeit von Personen, die nicht das ganze Jahr gearbeitet haben oder im Rahmen irgendeiner Teilzeitregelung tätig waren, wird der jeweilige Anteil an JAE angegeben. Auszubildende oder in der beruflichen Ausbildung stehende Personen sowie die Dauer des Mutterschaftsurlaubs bleiben unberücksichtigt.

Rechtliche Wirkung der Definition

Die Definition der Kleinstunternehmen sowie kleinen und mittleren Unternehmen ist nur in bestimmten Bereichen verbindlich, beispielsweise bei der Gewährung staatlicher Beihilfen, der Umsetzung der Strukturfonds oder der Gemeinschaftsprogramme, insbesondere des Rahmensprogramms für Forschung und technologische Entwicklung.

Die Europäische Kommission empfiehlt jedoch den Mitgliedstaaten, der Europäischen Investitionsbank und dem Europäischen Investitionsfonds, sich an die Definition zu halten. Die Maßnahmen zugunsten der KMU werden dadurch kohärenter und wirksamer.

Zeitplan

Damit sowohl auf Gemeinschaftsebene als auch auf nationaler Ebene reibungslos zur neuen Definition übergegangen werden kann, ist sie ab 1. Januar 2005 anzuwenden.

Auf der Grundlage einer Bilanz bezüglich der Anwendung der Definition vom 6. Mai 2003 und unter Berücksichtigung eventueller Änderungen des Artikels 1 der Richtlinie 83/349/EWG bezüglich der Definition von im Sinne dieser Richtlinie „verbundenen Unternehmen" wird die Kommission die Definition gegebenenfalls anpassen; geändert werden insbesondere den Umsatz und die Bilanzsumme betreffende Schwellenwerte, damit einschlägiger Erfahrung und dem veränderten wirtschaftlichen Umfeld in der Gemeinschaft Rechnung getragen werden kann.

Hintergrund

Die Kommission verabschiedet eine neue Definition der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen, die ab dem 1. Januar 2005 die Definition gemäß der Empfehlung 96/280/EG ersetzt.

BEZUG

RechtsaktDatum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt
Empfehlung 2003/361/EG1.1.2005-ABl. L 124 vom 20.5.2003
Letzte Änderung: 08.08.2007

Siehe auch

Nähere Informationen finden Sie auf dem Webportal für KMU der Generaldirektion der Europäischen Kommission im „ Leitfaden zur KMU-Politik der EU ".

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