RSS
Alphabetischer Index
Diese Seite steht in 5 Sprachen zur Verfügung

We are migrating the content of this website during the first semester of 2014 into the new EUR-Lex web-portal. We apologise if some content is out of date before the migration. We will publish all updates and corrections in the new version of the portal.

Do you have any questions? Contact us.


IKT für die Erleichterung des Übergangs zu einer energieeffizienten, kohlenstoffarmen Wirtschaft

Die Europäische Union (EU) hat sich verpflichtet, die Kohlendioxidemissionen bis 2020 um 20 % zu senken. Dieses Ziel wird ohne das vollständige Ausschöpfen des Potenzials der IKT nur schwer einzuhalten sein. Denn mit Hilfe der IKT können die CO2-Emissionen erheblich gesenkt und gleichzeitig ein hoher Grad an Innovation und Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union sichergestellt werden.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen vom 12. März 2009 über die Mobilisierung der Informations- und Kommunikationstechnologien für die Erleichterung des Übergangs zu einer energieeffizienten, kohlenstoffarmen Wirtschaft [KOM(2009) 111 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

In dieser Mitteilung werden Maßnahmen zur vollständigen Ausschöpfung des Potenzials der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) dargelegt. Ziel ist es, den Kohlenstoffverbrauch in allen Bereichen der Wirtschaft und Gesellschaft zu senken und gleichzeitig die Energieeffizienz zu steigern.

Rolle der IKT

Die IKT können:

  • die zur Erbringung einer bestimmten Dienstleistung benötigte Energiemenge verringern;
  • die quantitative Basis für die Ausarbeitung, Umsetzung und Bewertung von Energieeffizienz-Strategien liefern.

Herausforderungen der IKT und umzusetzende Maßnahmen

Situation

Die IKT verursachen 1,75 % der Kohlendioxidemissionen des europäischen Dienstleistungssektors und 0,25 % der Kohlendioxidemissionen durch die Herstellung der IKT-, Haushalts- und Unterhaltungselektronikgeräte. Die verbleibenden 98 % der CO2-Emissionen gehen auf die anderen Bereiche der Wirtschaft und Gesellschaft zurück.

Zurzeit fehlen quantitative Daten über den mit Hilfe der IKT erreichten und erreichbaren Nutzen. Eine Vereinheitlichung der Mess- und Quantifizierungsmethoden für die Gesamtenergieeffizienzist erforderlich, um über Daten zu verfügen, mit denen neue Energieeffizienz-Strategien entwickelt und „Greenswashing“ verhindert werden können (pdf) (EN ).

Maßnahmen

Die Europäische Kommission beabsichtigt, drei Arten von Maßnahmen vorzulegen, um den IKT-Einsatz zur Steigerung der Energieeffizienz zu vereinheitlichen:

  • gemeinsame Maßnahmen, in deren Mittelpunkt der Energieverbrauch und die Kohlendioxidemissionen der Prozesse im IKT-Sektor stehen;
  • Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Emissionssenkung im IKT-Sektor und bei anderen großen Energieverbrauchern;
  • Maßnahmen zu einer breiteren Nutzung von IKT-Werkzeugen, die das Zeug haben, einen Umschwung im Verhalten der Verbraucher, Unternehmen und Kommunen herbeizuführen und so die Nachfrage nach innovativen IKT-Lösungen anzukurbeln.

Gebäude und Verkehr

Auf den Gebäudesektor entfallen ungefähr 40 % des Energieverbrauchs in der EU. Durch den Einsatz von IKT-Produkten wie intelligenten Sensoren und Optimierungssoftwarekönnte der Gesamtenergieverbrauch bis 2020 um 11 % gesenkt werden.

Zur Entwicklung umweltfreundlicher Technologien sowie energieeffizienter Systeme und Materialien in Gebäuden sollen Partnerschaften zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor eingerichtet werden. Darüber hinaus wird die Neufassung der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden vorgeschlagen.

Auf den Verkehr entfallen etwa 26 % des Energieverbrauchs in der EU. Durch die Zusammenarbeit zwischen dem IKT-Sektor und der Verkehrslogistik könnte die Qualität der Informationen über Energieverbrauch und Kohlendioxidemissionen im Verkehrssektor gesteigert werden.

Entwicklung neuer Verhaltensweisen

Es gibt Werkzeuge zur Senkung des Kohlenstoffverbrauchs. Durch einen breiteren Einsatz dieser Werkzeuge sollen neue Verhaltensweisen entwickelt werden. So kann durch eine intelligente Verbrauchsmessung ein Informationsaustausch in Echtzeit zwischen Netzbetreibern, Energieversorgern und Verbrauchern hergestellt werden, der eine bessere Steuerung des Energiebrauchs und der damit verbundenen Kosten ermöglicht.

Die Mitgliedstaaten sind also dazu aufgerufen, die Nachfrage nach innovativen IKT-gestützten Lösungen zu steigern,indem sie die Energieeffizienz in ihre Bau- und Stadtplanungspolitik sowie das öffentliche Auftragswesen verbindlich einbeziehen und innovative Projekte fördern.

Im Rahmen der Kohäsionspolitik stehen für den Zeitraum 2007–2013 86 Milliarden EUR für Investitionen in die Forschung, Entwicklung und Innovation zur Verfügung, was auch die IKT-Nutzung und deren technologische Weiterentwicklung einschließt.

Um die Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen zu unterstützen, wird die Europäische Kommission mehrere Initiativen ergreifen, wie die Schaffung eines Webportals für den Austausch vorbildlicher Praktiken oder die Veröffentlichung eines praktischen Leitfadens für regionale und lokale Behörden.

Hintergrund

Im Dezember 2008 bekräftigte die Union die von ihr eingegangene Verpflichtung, die Kohlendioxidemissionen bis 2020 um 20 % zu senken. Durch die Wirtschafts- und Finanzkrise wurde sie in ihrem Willen bestärkt, diese Ziele weiterzuentwickeln, um letztlich eine nachhaltigere Wirtschaft zu schaffen.

Bei der Erreichung dieser Ziele spielen die IKT eine große Rolle, da sie in fast allen Teilen der Wirtschaft eingebettet und für mehr als 40 % des Produktivitätszuwachses verantwortlich sind.

Letzte Änderung: 23.06.2009
Rechtlicher Hinweis | Über diese Website | Suche | Kontakt | Seitenanfang