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Verringerung der Treibhausgasemissionen um mindestens 20 % bis 2020

Die Europäische Union (EU) hat sich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 20 % zu senken. Ihrer Ansicht nach ist auch eine Reduzierung um 30 % möglich, sofern die internationalen Rahmenbedingungen dies zulassen. Diese Mitteilung analysiert daher, welche Maßnahmen zu ergreifen sind und welche Auswirkungen eine Verringerung der Treibhausgasemissionen um 20 % bzw. 30 % haben kannt.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen vom 26. Mai 2010: Analyse der Optionen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen um mehr als 20 % und Bewertung des Risikos der Verlagerung von CO 2 -Emissionen [KOM(2010) 265 endg. - Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Mitteilung erläutert, welche möglichen Auswirkungen eine Verringerung der Treibhausgasemissionen um 20 % bzw. 30 % sowie eine Verlagerung von CO 2-Emissionen hat.

Reduktion der Emissionen um 20 %

Im Rahmen des angestrebten Ziels einer Reduzierung der Emissionen um 20 % analysiert diese Mitteilung drei Arten von tatsächlichen oder möglichen Auswirkungen:

  • Tatsächliche Folgen der Finanzkrise: Die Finanzkrise, die 2008 begann, führte zu einer Verringerung der Emissionen um 14 % gegenüber 1990. Allerdings können diese Zahlen, die Ergebnis einer außergewöhnlichen Situation sind, angesichts des Produktionsaufschwungs nicht ohne Weiteres auf die Zukunft hochgerechnet werden. Die Europäische Kommission hat kürzlich eine Schätzung der Kosten für die Verwirklichung des 20 %-Ziels unter Berücksichtigung der Rezession vorgenommen. Diese Schätzung hat ergeben, dass sich die Kosten für die Umsetzung dieser Ziele gegenüber den 2008 veranschlagten Zahlen um 30 % verringert haben. Allerdings hat sich die Krise negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen ausgewirkt, so dass weitere Investitionen notwendig sind, um das 20 %-Ziel zu erreichen.
  • Tatsächliche Auswirkungen der „grünen Revolution“:Die Krise hat dazu geführt, dass einige Investoren stärker auf weniger energieintensive Infrastrukturen gesetzt haben. So entfielen 2009 61 % der neuen Stromerzeugungskapazität in der Europäischen Union (EU) auf erneuerbare Energien. Allerdings ist der Wettbewerb in diesem Bereich unerbittlich, und die EU muss ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Ländern wie China oder den Vereinigten Staaten behaupten.
  • Mögliche Auswirkungen einer Begrenzung der weltweiten Erderwärmung auf 2°C:Um das Ziel der Begrenzung der Erderwärmung auf 2 °C zu erreichen, müssen die EU-internen Emissionen gemessen am Stand von 1990 um 70 % zurückgehen. Die Internationale Energieagentur (EN) (FR) schätzt, dass jedes Jahr verzögerter Investition in CO2-effizientere Energiequellen den Preis global um 300-400 Mrd. EUR nach oben treiben wird.

Reduktion der Emissionen um 30 %

Hinsichtlich einer Verringerung der Emissionen um 30 % analysiert diese Mitteilung die verschiedenen Optionen zur Erreichung dieses Ziels:

  • Emissionshandelssystem: Zunächst müsste das Emissionshandelssystem durch „Stilllegung“ eines Teils der für die Versteigerung vorgesehenen Zertifikate neu ausgerichtet werden. So könnte sich beispielsweise eine Kürzung der Auktionsrechte um ungefähr 15 % für den Zeitraum 2013-2020 positiv auf die Umweltleistung auswirken. In einem zweiten Schritt könnten diejenigen belohnt werden, die in die effizientesten Technologien investieren, vor allem, indem ihnen kostenlose Zertifikate zugeteilt werden.
  • CO2-Abgaben: Eine der in Betracht gezogenen Optionen ist die Einführung von Abgaben für CO2-Emissionen in Sektoren, die nicht unter das Emissionshandelssystem fallen. Die EU könnte darüber hinaus CO2 in das Abgabesystem für Brennstoffe oder Güter einbeziehen.
  • EU-Politik: Der Kohäsionsfonds könnte zur Finanzierung CO2-effizienter Technologien in Mitgliedstaaten, Regionen und Städten verwendet werden. Darüber hinaus könnten eine bessere Landnutzung und eine bessere Nutzung der Forstwirtschaft (im Klima- und Energiepaket (EN) von 2008 nicht erfasst) zur angestrebten Verringerung der Emissionen beitragen.

Die Gesamtkosten einer Emissionsreduktion von 30 % (einschließlich der Kosten der Verwirklichung des 20 %-Ziels) werden mit 81 Mrd. EUR bzw. 0,54 % des BIP veranschlagt.

Vermeidung der Verlagerung von CO2-Emissionen

Bei einem Mangel an globalen Anstrengungen könnten Verpflichtungen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen in der EU zu einer Verlagerung bestimmter besonders energieintensiver Industrien in Gebiete außerhalb der EU führen, was eine globale Erhöhung der Emissionswerte zur Folge hätte.

Um eine Verlagerung von CO2-Emissionen zu vermeiden, bieten sich drei Möglichkeiten an:

  • Unterstützung energieintensiver Industrien mit kostenfrei zugeteilten Zertifikaten;
  • Erhöhung der Einfuhrkosten, um einen Ausgleich für die Vorteile zu schaffen, die aus der Umgehung CO2-effizienter Maßnahmen entstehen;
  • Anregung ähnlicher Maßnahmen in Drittländern.

Die eindeutig beste Methode, um die Schaffung ausgewogener Wettbewerbsbedingungen durch Maßnahmen innerhalb der EU weiter zu unterstützen, ist die Beibehaltung der kostenfreien Zuteilung von Zertifikaten.

Letzte Änderung: 04.01.2011

Siehe auch

  • Energie 2020, europäische Strategie (EN)
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