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Umweltfreundliche Fahrzeuge: eine europäische Strategie

Am 28. April 2010 hat die Europäische Kommission eine Strategie für saubere und energieeffiziente Fahrzeuge (umweltfreundliche Fahrzeuge) vorgestellt, um die Entwicklung und Marktakzeptanz dieser Fahrzeuge zu fördern. Diese Strategie wird dazu beitragen, die Auswirkungen des Straßenverkehrs auf die Umwelt abzuschwächen und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilindustrie zu verbessern. Diese Maßnahme ist Teil der Strategie Europa 2020.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat und den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss vom 28. April 2010 – „Eine europäische Strategie für saubere und energieeffiziente Fahrzeuge“ [KOM(2010)186 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

In dieser Mitteilung werden mehrere Aktionslinien für die Entwicklung umweltfreundlicher Fahrzeuge und die Verbesserung ihrer Marktakzeptanz vorgestellt.

Geltungsbereich

Die von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Strategie gilt für folgende Fahrzeuge:

  • konventionelle Fahrzeuge mit klassischen Verbrennungsmotoren;
  • Fahrzeuge, die mit alternativen Kraftstoffen betrieben werden, z.B. mit flüssigen Biokraftstoffen oder mit gasförmigem Treibstoff (LPG, CNG und Biogas);
  • Elektrofahrzeuge, batteriebetrieben, oder Steckdosen-Hybridfahrzeuge;
  • Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb, die nur Wasserstoff abgeben.

Diese Strategie erstreckt sich auf leichte und schwere Nutzfahrzeuge sowie auf zwei-, drei- und vierrädrige Kraftfahrzeuge.

Der Aktionsplan, der im Rahmen der Strategie aufgestellt wird, gilt für die nachfolgend aufgeführten Bereiche mit Leitinitiativen.

Rechtsrahmen

Diese Strategie wird einen Rechtsrahmen für neue Personenkraftwagen aufstellen, in dem Normen für die CO2-Emission festgelegt werden.

Die Kommission hat eine Verordnung für die Anforderungen an die Typgenehmigung für zwei-, drei- und vierrädrige Kraftfahrzeuge vorgeschlagen. Sie beabsichtigt außerdem, einen Vorschlag zur Reduzierung der Umweltauswirkungen durch den Treibstoffverbrauch von mobilen Klimaanlagen vorzulegen. Vorgesehen sind auch Vorschläge zum Problem des Treibstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen von schweren Nutzfahrzeugen.

Förderung von Forschung und Innovation

Es ist überaus wichtig, dass die Forschung für Fahrzeuge mit Elektroantrieb und Wasserstoff-Brennstoffzellen fortgesetzt wird. Die Herstellung dieser Fahrzeuge und ihrer Bestandteile ist nach wie vor teuer. Durch die Forschung könnten die Kosten für diese Fahrzeuge reduziert werden. So müssen vor allem neue Werkstoffe erforscht werden, die in Batterien und zur Speicherung von Wasserstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge zum Einsatz kommen können, sowie alternative Technologien zum Aufladen und zur Speicherung von Energie.

Daher wird die Kommission in einem Strategieplan für Verkehrstechnologie und in ihrer Mitteilung zu sauberen Verkehrssystemen eine langfristige Forschungsstrategie vorstellen.

Marktakzeptanz

Die Verbraucher spielen eine wichtige Rolle, was die Nachfrage nach umweltfreundlichen Fahrzeugen betrifft. Um die Nachfrage nach Ökofahrzeugen zu stärken, müssen die Verbraucher umfassend über die vielfältigen Chancen, Vorteile und praktischen Aspekte solcher Fahrzeuge informiert werden. Außerdem können finanzielle Anreize zum Kauf dieser Fahrzeuge die Marktakzeptanz von umweltfreundlichen Fahrzeugen verbessern.

Daher wird die Kommission Leitlinien zu finanziellen Anreizen für Verbraucher für den Kauf von Ökofahrzeugen vorlegen. Diese Maßnahme wird die Koordinierung der nachfrageseitigen Maßnahmen der Mitgliedstaaten fördern. Außerdem wird die Kommission die Richtlinie zur Besteuerung von Energieerzeugnissen überarbeiten, um stärkere Anreize für den effizienten Einsatz konventioneller Kraftstoffe und die schrittweise Einführung alternativer Kraftstoffe mit geringen Kohlenstoffemissionen zu bieten.

Die Kommission wird dafür sorgen, dass die Richtlinie über die Förderung sauberer und energieeffizienter Straßenfahrzeuge umgesetzt wird.

Globale Aspekte

Gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer auf den Weltmärkten sind überaus wichtig. Darüber hinaus muss ein gerechter Zugang zu den Rohstoffen gewährleistet sein, die für die Herstellung von Wasserstoffbrennstoffzellen gebraucht werden, damit die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Wirtschaft nicht durch mögliche Engpässe in Mitleidenschaft gezogen wird.

Die Kommission wird sich auch an internationalen Normungsaktivitäten beteiligen und Initiativen zur Zusammenarbeit in Regulierungsfragen vorbringen.

Beschäftigung

Um den Übergang zu einer nachhaltigen Mobilität sicherzustellen, müssen die Arbeitskräfte im Automobilsektor über geeignete Fertigkeiten für die Herstellung von umweltfreundlichen Fahrzeugen verfügen (was zurzeit eher selten ist).Die Kommission wird ab 2011 die Mittel des Europäischen Sozialfonds zur Förderung von Umschulung und Höherqualifizierung einsetzen, um dieses Defizit zu beheben.

Die Kommission wird auch einen „europäischen Qualifikationsrat für den Sektor“ (European Sectoral Skills Council) einrichten.

Besondere Maßnahmen für Elektrofahrzeuge

Zurzeit gibt es keinen europäischen Rahmen für Elektrofahrzeuge. Daher werden in dieser Mitteilung mehrere Maßnahmen vorgestellt, die für die Einführung eines Regulierungsrahmens für diese Technologie notwendig sind.

Die Kommission wird in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern bei der UN/ECE Vorschläge für die Anforderungen an die elektrische Sicherheit für die Fahrzeugtypgnehmigung vorlegen.

2010 wird die Kommission das Europäische Komitee für Normung (EN), das Europäische Komitee für elektrotechnische Normung (EN) und das Europäische Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) (EN) beauftragen, bis 2011 eine genormte Ladeschnittstelle zu entwickeln, um für Interoperabilität und Konnektivität zwischen der Stromquelle und dem Ladegerät des Elektrofahrzeugs zu sorgen.

Außerdem muss ein angemessenes Netz an elektrischen Ladestationen aufgebaut werden, damit die Nutzer von Elektrofahrzeugen die Batterien aufladen können.

Die Kommission wird auch prüfen, ob die Förderung von Elektrofahrzeugen dazu führt, dass zusätzlicher, kohlenstoffarm erzeugter Strom aus erneuerbaren Energiequellen bereitgestellt wird.

Governance

Die europäische Strategie für umweltfreundliche Fahrzeuge soll zur Entwicklung eines nachhaltigen Verkehrssystems in Europa beitragen und Europa in seiner Fähigkeit stärken, in einer Schlüsselbranche intelligente und nachhaltige Produkte herzustellen. Für die Umsetzung dieser Strategie ist ein hohes Maß an Koordinierung zwischen den verschiedenen Interessengruppen und Akteuren erforderlich: Automobilindustrie, Stromanbieter, Gasunternehmen, Netzbetreiber, Hersteller elektronischer Komponenten, wissenschaftliche und Normungsgremien und Behörden auf Ebene der EU, der Mitgliedstaaten, der Regionen und der Kommunen sowie Verbraucher.

Die Kommission wird bei den Maßnahmen im Rahmen dieser Strategie auf die Koordinierung und die Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten achten, insbesondere damit der Binnenmarkt gefestigt wird, damit es nicht zu einer Zersplitterung der Anstrengungen kommt, damit eine ausreichende kritische Masse für die Industrie geschaffen werden kann und damit Entwicklungen in den Mitgliedstaaten beobachtet und erörtert werden können.

Um die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren zu erleichtern, schlägt die Kommission vor, die hochrangige Gruppe CARS 21 (EN) wiedereinzusetzen und dabei ihr Mandat zu überarbeiten und alle Akteure stärker einzubinden.

Letzte Änderung: 15.07.2010
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