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Grünbuch zur Energieeffizienz

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Mit diesem Grünbuch will die Kommission der Tätigkeit der Europäischen Union (EU) im Bereich der Energieeinsparung neuen Schwung verleihen. Sie fordert die öffentliche Hand auf, Bürger und Unternehmen mehr in die Verantwortung zu nehmen, indem energiesparendes Verhalten belohnt wird. Der Energieeffizienz kommt angesichts der Bedrohung, die der derzeitige Energieverbrauch für die Umwelt und das Wirtschaftswachstum der EU darstellt, hohe Bedeutung zu. Vor allem in den Bereichen Verkehr, Energieerzeugung und Gebäude sind besondere Anstrengungen erforderlich.

RECHTSAKT

Grünbuch der Kommission vom 22. Juni 2005 „Energieeffizienz oder Weniger ist mehr" [KOM(2005) 265 endg. - Nicht im Amtsblatt veröffentlicht]

ZUSAMMENFASSUNG

Warum Energie sparen?

Die EU ist beim derzeitigen Energieverbrauch zu 50 % von Energieeinfuhren abhängig; diese Zahl könnte bis 2030 auf 70 % ansteigen. Zu dieser starken Abhängigkeit kommen die ungenügende Entwicklung erneuerbarer Energien sowie die Tatsache hinzu, dass die herkömmlichen Energiequellen in absehbarer Zeit verbraucht sein werden. Diese drei Faktoren machen eine Eindämmung der Energienachfrage erforderlich nach dem Motto „Weniger ist mehr".

In diesem Grünbuch schätzt die Kommission, dass die EU ihren Energieverbrauch bis 2020 um 20 % senken kann, wodurch ein Betrag von 60Mrd.EUR für andere Investitionen frei würde. Einsparungen in dieser Höhe hätten positive Auswirkungen für alle EU-Bürger. Zum einen würde die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie im Rahmen der Lissabonner Strategie gestärkt, was zur Schaffung von einer Million Arbeitsplätzen in den betreffenden Sektoren (Verkehrsmanagement, energieeffiziente Technologien usw.) führen würde. Zum anderen könnte die EU durch Energieeinsparungen von 20 % ihre Verpflichtungen von Kyoto erfüllen, indem sie durch eine Verringerung der CO2-Emissionen zur Erhaltung einer gesunden Umwelt für die Bürger von heute und morgen beiträgt.

In welchen Bereichen kann die Energieeffizienz verstärkt werden?

Falls die gegenwärtigen Verbrauchstrends anhalten, wird der Energieverbrauch in Europa in den nächsten fünfzehn Jahren um 10 % ansteigen. Die Kommission will diesen Trend umkehren, indem sie gegen die wichtigsten Formen der Energieverschwendung angeht.

Der wichtigste Sektor mit hohem Energieeinsparpotenzial ist der Verkehr, der ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs in der EU ausmacht. Die vorherrschende Rolle des Kraftverkehrs und dessen starke Abhängigkeit vom Öl führen zusätzlich zur Energieverschwendung zu Verkehrsengpässen und Umweltverschmutzung.

Ein weiterer von der Energieeffizienz betroffener Bereich ist die Energieerzeugung selbst. Je nach verwendeter Technologie gehen 40 bis 60 % der zur Stromerzeugung benötigten Energie im Produktionsprozess verloren.

Schließlich sind erhebliche Fortschritte im Gebäudebereich (Wohn- und Bürogebäude) möglich. Heizung und Beleuchtung dieser Gebäude machen 40 % der in der EU verbrauchten Energie aus und können energiesparender bereitgestellt werden.

Die bestehenden Maßnahmen anwenden und neue entwickeln

Die Kommission beharrt auf den bereits eingeleiteten Energiesparmaßnahmen auf europäischer Ebene. Von den möglichen 20 % Einsparungen bis 2020 können 10 % bereits durch die vollständige Anwendung der bereits verabschiedeten Rechtsvorschriften erreicht werden, vor allem in den Bereichen Verkehr, Wärmeerzeugung und Gebäude. Auch die reibungslose Umsetzung des Mehrjahresprogramms für die Energie vor der Einleitung neuer Initiativen ist wichtig. Die Instrumente zur Steigerung der Energieeffizienz der EU existieren bereits, sie müssen nur angewandt werden.

Für die restlichen 10 % an Energieeinsparungen sind neue Rechtsvorschriften und ein neues Verhalten aller Akteure d.h. der öffentlichen Hand, der Unternehmen und der Bevölkerung, erforderlich, Die Kommission schlägt daher konkrete Energiesparmaßnahmen in verschiedenen Bereichen vor, damit das Ziel von 20 % Einsparungen bis 2020 erreicht wird.

Durch das Grünbuch aufgezeigte Wege

Im Verkehrsbereich müssen saubere, energiesparende Fahrzeuge steuerlich begünstigt und die umweltschädlichen benachteiligt werden. Desgleichen müssen die Hersteller, die der Energieeffizienz Vorrang einräumen, belohnt und die Verbraucher über Fragen wie den Reifendruck, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und das Carsharing aufgeklärt werden. Die Kommission will auch die Forschung und die Entwicklung alternativer Kraftstoffe finanzieren. Sie ruft ferner zu einem europaweit besseren Straßen- und Luftverkehrsmanagement auf, um Verkehrsüberlastung und Verschmutzung zu begrenzen, vor allem durch Anwendungen des GALILEO-Programms.

Im Gebäudesektor beabsichtigt die Kommission, für Industrie und Verbraucher Anreize für einen besseren Energieverbrauch dank energiesparender Technologien und eines geänderten Verhaltens zu schaffen. Zum Ersatz von Glühbirnen, Heizkesseln und Kühlschränken durch energiesparendere Geräte muss angeregt werden. Die „Standby"-Funktion von elektrischen Geräten trägt dagegen viel zur Energieverschwendung bei. Die Kommission weist darauf hin, dass die Haushalte viel Geld sparen können, wenn sie mehr auf ihren Energieverbrauch achten, und fordert die Bauunternehmen auf, 2006 die auf nationaler Ebene umgesetzten Rechtsvorschriften anzuwenden.

Die Industrie wird von der Kommission aufgefordert, in effizientere Technologien zu investieren, um mit weniger Energie mehr zu produzieren. Die öffentliche Hand muss zu Investitionen bereit sein, falls die Marktmechanismen keine ausreichenden Anreize zum Energiesparen bieten. Langfristig können die Unternehmen durch Investitionen in effiziente Technologien ihre Produktionskosten senken und wettbewerbsfähiger werden. Darüber hinaus kann Europa seinen Platz am Markt für energieeffiziente Technologien festigen und die Debatte über Energieeinsparungen auf globaler Ebene führen.

Hintergrund

Fünf Jahre nach dem Aktionsplan der Kommission zur Energieeffizienz soll dieses Grünbuch die Debatte auf allen Ebene der europäischen Gesellschaft wieder in Gang bringen, um maßgeschneiderte Lösungen für dieses drängende und weltweite Problem zu finden. Die Anhörung aller interessierten Parteien muss zu konkreten Maßnahmen führen, beispielsweise zu nationalen Aktionsplänen, in deren Rahmen bewährte Verfahren zur Energieeinsparung Verbreitung finden. So kann die EU im Rahmen der internationalen Anstrengungen gegen den Klimawandel und die Erschöpfung der Energieressourcen eine führende Rolle übernehmen.

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Mitteilung der Kommission vom 19. Oktober 2006 „ Aktionsplan für Energieeffizienz: Das Potenzial ausschöpfen" [KOM(2006) 545 endg. - Nicht im Amtsblatt veröffentlicht]

Grünbuch der Kommission vom 29. November 2000 „Hin zu einer europäischen Strategie für Energieversorgungssicherheit" [KOM(2000) 769 endg.- Nicht im Amtsblatt veröffentlicht]

Mitteilung der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament, den Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen vom 26. April 2000 „Aktionsplan zur Verbesserung der Energieeffizienz in der Europäischen Gemeinschaft" [KOM(2000) 247endg. - Nicht im Amtsblatt veröffentlicht]

Mitteilung der Kommission vom 29. April 1998 «Energieeffizienz in der Europäischen Gemeinschaft - Ansätze für eine Strategie des rationellen Energieeinsatzes» [KOM(1998) 246 endg.- Nicht im Amtsblatt veröffentlicht]

 
Letzte Änderung: 11.07.2007
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