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Die Kraft-Wärme-Kopplung

Das Potenzial der Kraft-Wärme-Kopplung wird derzeit innerhalb der Europäischen Union (EU) nicht genügend ausgeschöpft. Die vorliegende Richtlinie dient der Erleichterung des Baus und des Betriebs von Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) (eine Technik zur Nutzung der in Kraftwerken anfallenden Wärme und Elektrizität) zur Einsparung von Energie und zur Bekämpfung des Klimawandels.

RECHTSAKT

Richtlinie 2004/8/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Februar 2004 über die Förderung einer am Nutzwärmebedarf orientierten Kraft-Wärme-Kopplung im Energiebinnenmarkt und zur Änderung der Richtlinie 92/42/EWG [Vgl. ändernde(r) Rechtsakt(e)].

ZUSAMMENFASSUNG

Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung

KWK ist eine Technik, die es ermöglicht, sowohl Strom als auch Nutzwärme zu erzeugen. Die Wärme steht in Form von warmem Wasser oder unter Hochdruck stehendem Dampf zur Verfügung.

KWK-Anlagen werden mit Turbinen oder Gasmotoren betrieben. Den wichtigsten Primärenergieträger stellt das Erdgas dar, doch auch erneuerbare Energiequellen und Abfälle können als Energieträger verwendet werden.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Kraftwerken, in denen der Dampf direkt über den Schlot abgeleitet wird, lässt man bei der Kraft-Wärme-Kopplung die Abgase zunächst abkühlen, bevor sie durch den Schlot abgeleitet werden, wobei sie die Energie an einen Heißwasser-/Dampfkreislauf abgeben.

KWK-Anlagen können einen Wirkungsgrad von bis zu 90 % erreichen. Ein verstärkter Einsatz der KWK könnte die CO2-Emissionen in der EU bis 2020 um 250 Millionen Tonnen der Treibhausgasemissionen senken.

Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung

Diese Richtlinie zielt darauf ab, gemeinsame und transparente Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Bau von KWK-Anlagen zu fördern und zu erleichtern. Dieses Gesamtziel zerfällt in zwei Einzelaspekte:

  • Kurzfristig sollte eine Richtlinie dazu dienen, bestehende KWK-Anlagen zu konsolidieren und den Bau neuer Anlagen zu fördern;
  • mittel- bis langfristig sollte die Richtlinie den notwendigen Rahmen schaffen, in dem eine hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung die Emissionen von CO2 und anderen Schadstoffen senkt und zur nachhaltigen Entwicklung beiträgt.

In einigen Mitgliedstaaten ist ein solcher ordnungspolitischer Rahmen bereits ausgearbeitet worden, so z. B. in Belgien (grüne Zertifikate und Quoten für den Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung), in Spanien (Verordnung zum Verkauf von KWK-Strom) oder in Deutschland (Gesetz zur Kraft-Wärme-Kopplung).

Die Kommission hat harmonisierte Wirkungsgrad-Referenzwerte für die getrennte Erzeugung von Strom und Wärme festgelegt (vgl. nachstehenden Abschnitt „Verwandte Rechtsakte“).

Auf der Grundlage dieser harmonisierten Wirkungsgrad-Referenzwerte sorgen die Mitgliedstaaten spätestens sechs Monate nach Festlegung dieser Werte dafür, dass die Herkunft von Strom, der im Rahmen von hocheffizienter KWK erzeugt wurde, nach von den einzelnen Mitgliedstaaten festgelegten objektiven, transparenten und nichtdiskriminierenden Kriterien nachgewiesen werden kann.

Die Mitgliedstaaten sorgen dafür, dass die Erzeuger anhand dieses Herkunftsnachweises belegen können, dass der von ihnen verkaufte Strom aus hocheffizienter KWK stammt.

Der Herkunftsnachweis

  • gibt Aufschluss über den unteren Heizwert des Primärenergieträgers, über die Nutzung der zusammen mit dem Strom erzeugten Wärme sowie über Ort und Zeit der Erzeugung;
  • gibt Aufschluss über die Menge an Strom aus hocheffizienter KWK (diese Menge wird gemäß Anhang II der Richtlinie berechnet);
  • gibt Aufschluss über die Primärenergieeinsparungen, die gemäß Anhang III auf der Grundlage der von der Kommission festgelegten harmonisierten Wirkungsgrad-Referenzwerte berechnet worden sind.

Die Mitgliedstaaten erstellen eine Analyse des nationalen Potenzials für den Einsatz von hocheffizienter KWK.

Hintergrund

Durch KWK können Energieeinsparungen erzielt und die Versorgungssicherheit verbessert werden. In den Mitgliedstaaten besteht nach wie vor ein großes ungenutztes Potenzial für KWK. Diese Technik hat jedoch eine Reihe von Vorteilen:

  • Übertragungsverluste im Elektrizitätsnetz werden vermieden, da KWK-Anlagen in der Regel näher am Verbrauchsort liegen;
  • der Wettbewerb zwischen den Elektrizitätserzeugern wird intensiver;
  • in diesem Bereich können neue Unternehmen entstehen;
  • in isolierten oder sehr abgelegenen Gebieten kann dadurch Energie eingespart werden.

BEZUG

RechtsaktDatum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt
Richtlinie 2004/8/EG

21.2.2004

21.2.2006

ABl. L 52 vom 21.2.2004

Ändernder RechtsaktDatum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt
Verordnung (EG) Nr. 219/2009

20.4.2009

-

ABl. L 87 vom 31.3.2009

Die Änderungen und Berichtigungen der Richtlinie 2004/8/EG wurden in den Ursprungstext eingearbeitet. Diese konsolidierte Fassung hat lediglich Dokumentationswert.

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Vorschlag für eine Richtlinie

Vorschlag für Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates zur Energieeffizienz und zur Aufhebung der Richtlinien 2004/8/EG und 2006/32/EG vom 22. Juni 2011 [KOM(2011) 370 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].
Die Europäische Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 ihren Energieverbrauch um 20 % zu senken. Zu diesem Zweck schlägt sie eine neue Strategie im Bereich der Energieeffizienz vor, die Teil ihres Energieeffizienzplans 2011 ist. Dieser Richtlinienvorschlag greift Elemente dieses Plans auf und überführt sie in rechtlich verbindliche Maßnahmen.
Er schlägt außerdem vor, die Richtlinien 2004/8/EG und 2006/32/EG aufzuheben, da es mit diesen beiden Richtlinien nicht gelungen ist, das Energieeinsparpotenzial voll auszuschöpfen.

Mitteilung

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat - Mehr Energie einsparen in Europa durch Kraft-Wärme-Kopplung [KOM(2008) 771 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].
Die Europäische Kommission informiert über den Stand bei der Umsetzung der Richtlinie 2004/8/EG in den Mitgliedstaaten. 22 Mitgliedstaaten haben die Richtlinie teilweise umgesetzt und Bericht über ihr Potenzial im Bereich Kraft-Wärme-Kopplung sowie die geschaffenen Verwaltungsstrukturen erstattet. 11 Mitgliedstaaten haben eine Analyse ihres nationalen Potenzials vorgelegt.
Die Kommission zeigt die Hindernisse auf, die einer Weiterentwicklung der Kraft-Wärme-Kopplung im Weg stehen und stellt fest, dass weitere Anstrengungen erforderlich sind. Sie fordert die Mitgliedstaaten auf, die Richtlinie unverzüglich umzusetzen. Geschieht dies nicht, könnten Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet werden.

Richtlinien

Richtlinie 2010/31/EUdes Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Mai 2010 über die Gesamteffizienz von Gebäuden [Amtsblatt L 153 vom 18.6.2010].

Richtlinie 2001/77/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. September 2001 zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen im Elektrizitätsbinnenmarkt [Amtsblatt L 283 vom 27.10.2001].

Richtlinie 92/42/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 über die Wirkungsgrade von mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickten neuen Warmwasserheizkesseln [Amtsblatt L 167 vom 22.6.1992].

Entscheidungen

Entscheidung 2007/74/EG der Kommission vom 21. Dezember 2006 zur Festlegung harmonisierter Wirkungsgrad-Referenzwerte für die getrennte Erzeugung von Strom und Wärme in Anwendung der Richtlinie 2004/8/EG des Europäischen Parlaments und des Rates [Amtsblatt L 32 vom 6.2.2007].

Entscheidung 2008/952/EG der Kommission vom 19. November 2008 zur Festlegung detaillierter Leitlinien für die Umsetzung und Anwendung des Anhangs II der Richtlinie 2004/8/EG des Europäischen Parlaments und des Rates [Amtsblatt L 338 vom 17. Dezember 2008].

Letzte Änderung: 18.10.2011
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