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Energieeffizienzplan 2011

Energieeffizienz gilt als wichtiges Element der europäischen Energiepolitik. Daher stellt sie einen der Eckpunkte der Strategie 2020 der Europäischen Union (EU) dar. Dieser Plan schlägt verschiedene Ansätze vor, die den Übergang zu einer Wirtschaft ermöglichen, die Energieressourcen effizienter nutzt.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen vom 8. März 2011 „Energieeffizienzplan 2011“ [KOM(2011) 109 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Der Energieeffizienzplan 2011 ist Teil des 20 %-Ziels der Europäischen Union (EU) (zur Verringerung des Primärenergieverbrauchs) und der Strategie Energie 2020. Er soll:

  • eine ressourceneffiziente Wirtschaft fördern;
  • eine CO2-arme Wirtschaft einführen;
  • die Energieunabhängigkeit der EU verbessern;
  • die Energieversorgungssicherheit erhöhen.

Um diese Ziele zu erreichen, schlägt die Europäische Kommission verschiedene Aktionsbereiche vor.

Niedrigen Energieverbrauch im Gebäudesektor fördern

Der Plan betont die Notwendigkeit, Maßnahmen zu ergreifen, um den Endenergieverbrauch in Gebäuden zu senken, da dieser Sektor für etwa 40 % des Endenergieverbrauchs in Europa verantwortlich ist. Allerdings nennt er auch verschiedene Hindernisse für die Verbesserung der Energieeffizienz der Gebäude wie etwa „getrennte Anreize“.

Zur Förderung energieeffizienter Gebäudelösungen müssen geeignete Schulungen für Architekten, Ingenieure oder Techniker angeboten werden, wie etwa im Rahmen der Agenda für neue Kompetenzen und Beschäftigungsmöglichkeiten.

Der Plan sieht außerdem vor, dass Energiedienstleistungsunternehmen staatlichen Stellen bei energieeinsparenden Modernisierungen von Gebäuden finanziell helfen können.

Eine wettbewerbsfähige europäische Industrie fördern

Die Kommission möchte den Bau neuer Erzeugungskapazitäten und Infrastrukturen fördern, um alternde Anlagen zu ersetzen. Diese neuen Infrastrukturen sollen den Anforderungen der Richtlinie über ein System für den Handel mit Treibhausgasemissionszertifikaten und der Richtlinie über Industrieemissionen entsprechen.

Eine weitere wichtige Aufgabe wird die Einführung eines effektiven Systems zur Rückgewinnung von Abwärme bei der Stromerzeugung und bei industriellen Produktionsprozessen sowie die Aufwertung des Prinzips der Kraft-Wärme-Kopplung sein.

Ferner schlägt die Kommission die Schaffung von Instrumenten vor, die Energieeinsparungen mit einem finanziellen Wert versehen und die Gewinne von Versorgungsunternehmen (Lieferanten und Verteiler) an die Energieeffizienz statt an die Energieliefermengen koppeln.

Außerdem sieht der Plan eine Energieeffizienzsteigerung im Industriesektor insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Europa vor. Regelmäßig stattfindende Energie-Audits sollten verbindlich vorgeschrieben werden.

Finanzierungsformen auf nationaler und europäischer Ebene anpassen

Zur Förderung der Energieeffizienz schlägt die Europäische Kommission vor, Marktanreize durch Energie- und CO2-Steuern zu stärken und dabei auf folgende Instrumente zu setzen:

Einsparungen für Verbraucher erzielen

Die Kommission beabsichtigt, zunächst den Ansatz der Ökodesign-Richtlinie zu stärken und strengere Verbrauchsstandards für Heizkessel, Warmwasserbereiter oder Computer festzulegen.

Darüber hinaus muss das Verständnis der Verbraucher für die Bedeutung des Umweltzeichens verbessert werden, damit sie sich eher für energieeffiziente Produkte entscheiden. Gleichzeitig benötigt der Verbraucher Informationen über seinen eigenen Energieverbrauch in Echtzeit und zwar mittels intelligenten Einzelmessgeräten, wie die Richtlinie über gemeinsame Vorschriften über den Elektrizitätsbinnenmarkt empfiehlt.

Verkehrseffizienz verbessern

Auf den Verkehrssektor entfallen 32 % des Endenergieverbrauchs. Die Kommission möchte eine Strategie zur Verbesserung der Effizienz dieses Sektors vorlegen etwa durch Einführung eines Verkehrsmanagementsystems für alle Verkehrsträger.

Die Reichweite des nationalen Rahmens ausweiten

Die Mitgliedstaaten haben nationale Pläne eingeführt, um das Ziel, den Primärenergieverbrauch der EU um 20 % zu senken, zu erreichen. Die Kommission empfiehlt jedoch, den Anwendungsbereich dieser Pläne auszudehnen, um alle Stufen der Energiekette zu erfassen und auf diese Weise Energieeinsparpotenziale besser nutzbar zu machen.

Hintergrund

Im November 2008 veröffentliche die Kommission die Mitteilung Energieeffizienz: Erreichung des 20 %-Ziels, die eine Verringerung des Primärenergieverbrauchs bis 2020 um 20 % empfahl. Allerdings wurde deutlich, dass dieses Ziel nur schwer erreicht werden kann, wenn die EU nicht das erhebliche Energieeinsparpotenzial bei Gebäuden, im Verkehr, bei Produkten und Prozessen nutzt. Daher schlägt dieser Plan neue umfassende Leitlinien für Energieeffizienz unter Berücksichtigung aktueller Parameter vor.

Diese Kurzbeschreibung hat rein informativen Charakter. Sie dient weder der Auslegung noch ersetzt sie das Referenzdokument, das die einzige verbindliche Rechtsgrundlage ist.

Letzte Änderung: 27.05.2011

Siehe auch

  • Energieffizienzplan 2011 (EN), Generaldirektion Energie
  • Intelligente Energie - Europa (EN)
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