RSS
Alphabetischer Index
Diese Seite steht in 9 Sprachen zur Verfügung
Neue Sprachen:  CS - HU - PL - RO

We are migrating the content of this website during the first semester of 2014 into the new EUR-Lex web-portal. We apologise if some content is out of date before the migration. We will publish all updates and corrections in the new version of the portal.

Do you have any questions? Contact us.


Schutz der Arbeitnehmer gegen Gefährdung durch Asbest

Tätigkeiten, bei denen Asbest bearbeitet wird, können Gesundheitsrisiken bergen. Arbeitnehmer, die Asbeststaub ausgesetzt sind, müssen durch Expositionsgrenzwerte und geeignete Verfahren möglichst gut geschützt werden.

RECHTSAKT

Richtlinie 2009/148/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über den Schutz der Arbeitnehmer gegen Gefährdung durch Asbest am Arbeitsplatz (kodifizierte Fassung) (Text von Bedeutung für den EWR)

ZUSAMMENFASSUNG

Für Arbeitnehmer stellt die Belastung durch Asbeststaub oder asbesthaltige Materialien bei der Arbeit ein Gesundheitsrisiko dar. Diese Richtlinie legt Vorschriften zum Schutz und zur Vorbeugung fest, um diese Gefahren zu mindern.

Unter den Begriff Asbest fallen folgende Stoffe: Aktinolith, Amosit, Anthophyllit, Chrysotil, Krokydolith und Tremolit.

Asbestexposition

Diese Richtlinie verbietet:

  • die Spritzverarbeitung von Asbest mittels Beflockung sowie Tätigkeiten, bei denen asbesthaltige Isoliermaterialien oder Dämmstoffe mit geringer Dichte (weniger als 1 g/cm3) verarbeitet werden;
  • die Gewinnung, Herstellung und Verarbeitung von Asbest oder asbesthaltigen Erzeugnissen.

Die Behandlung und Entsorgung von Materialien, die bei Abbruch- und Asbestsanierungsarbeiten anfallen, ist jedoch erlaubt. Die Exposition von Arbeitnehmern ist zu reduzieren im Hinblick auf:

  • die Anzahl der Arbeitnehmer;
  • die Arbeitsverfahren, die so zu gestalten sind, dass sie keinen Asbeststaub in die Luft freisetzen;
  • die regelmäßige Reinigung und Wartung der Betriebsräume und Ausrüstungen;
  • die Aufbewahrung und den Transport in geeigneten geschlossenen Behältern;
  • die Sammlung von Abfällen, die rasch entfernt und angemessen gekennzeichnet werden müssen und gemäß der Richtlinie 91/689/EWG über gefährliche Abfälle zu behandeln sind.

Grenzwerte für die Asbestexposition

Die Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass kein Arbeitnehmer einer Asbestfaserkonzentration in der Luft von mehr als 0,1 Fasern pro cm3 ausgesetzt wird, berechnet als gewichteter Mittelwert für einen Referenzzeitraum von 8 Stunden (TWA).

Beurteilung der Gefährdung

Bevor eine Tätigkeit aufgenommen wird, bei der der Arbeitnehmer Asbeststaub oder Staub von asbesthaltigem Material ausgesetzt ist, muss die Gefährdung beurteilt werden. Diese Beurteilung basiert auf einer Probenahme, die für das Ausmaß, in dem der Arbeitnehmer dem Asbeststaub ausgesetzt ist, repräsentativ sein soll.

Bei der Messung von Asbestfasern in der Luft werden nur Fasern berücksichtigt,

  • die eine Länge von mehr als 5 Mikrometern und eine Breite von weniger als 3 Mikrometern haben;
  • bei denen das Verhältnis Länge/Breite bei 3:1 liegt.

Ablauf der Arbeiten

Vor Beginn der Arbeiten muss der Arbeitgeber der zuständigen Behörde des Mitgliedstaates Folgendes mitteilen:

  • Lage der Arbeitsstätte,
  • Asbestarten und -mengen,
  • durchgeführte Tätigkeiten und angewendete Verfahren,
  • Anzahl der Arbeitnehmer,
  • Dauer der Arbeiten,
  • Maßnahmen zur Begrenzung der Asbestexposition.

Die Arbeitsstätte darf nur für die Arbeitnehmer zugänglich sein; sie muss abgegrenzt und mit Warnschildern versehen sein. Außerdem muss ein Rauchverbot gelten.

Die Abbrucharbeiten oder Arbeiten zur Entfernung von Asbest erfolgen nach einem vorab erstellten Arbeitsplan, der sicherstellen soll, dass Asbest und/oder die asbesthaltigen Materialien vor Anwendung der Abbruchtechniken entfernt werden und die Gefährdung auf ein Minimum reduziert wird.

Die Arbeitnehmer erhalten eine Unterweisung insbesondere in die Eigenschaften von Asbest und seine Auswirkungen auf die Gesundheit, in Notfallverfahren, Dekontaminationsverfahren und erforderliche ärztliche Untersuchungen.

Beurteilung des Gesundheitszustands

Bevor ein Arbeitnehmer Asbest ausgesetzt wird, muss sein Gesundheitszustand beurteilt werden. Außerdem muss eine persönliche Gesundheitsakte angelegt werden, um Schutz- oder Vorbeugungsmaßnahmen vorzusehen. Die ärztliche Überwachung kann nach Beendigung der Exposition fortgesetzt werden.

Die Mitgliedstaaten führen ein Verzeichnis aller anerkannten Fälle von Krankheiten, die mit Asbeststaub in Zusammenhang stehen (etwa Asbestose und Mesotheliom).

Hintergrund

Die vorliegende Richtlinie hebt die Richtlinie 83/477/EWG auf, um deren Bestimmungen klarer zu fassen.

BEZUG

RechtsaktDatum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt

Richtlinie 2009/148/EG

5.1.2010

-

ABl. L 330 vom 16.12.2009

Letzte Änderung: 05.05.2010
Rechtlicher Hinweis | Über diese Website | Suche | Kontakt | Seitenanfang