RSS
Alphabetischer Index
Diese Seite steht in 9 Sprachen zur Verfügung
Neue Sprachen:  CS - HU - PL - RO

We are migrating the content of this website during the first semester of 2014 into the new EUR-Lex web-portal. We apologise if some content is out of date before the migration. We will publish all updates and corrections in the new version of the portal.

Do you have any questions? Contact us.


Jugend in Bewegung

Bei der Leitinitiative „Jugend in Bewegung“ stehen junge Menschen im Mittelpunkt von Maßnahmen, die auf die Schaffung einer starken europäischen Wirtschaft abzielen, die sich auf Wissen, Forschung und Innovation stützt.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen - „Jugend in Bewegung“ Eine Initiative zur Freisetzung des Potenzials junger Menschen, um in der Europäischen Union intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum zu erzielen [KOM(2010) 477 endg.– Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Eine hochwertige allgemeine und berufliche Bildung, die erfolgreiche Eingliederung junger Menschen in den Arbeitsmarkt und die Erhöhung ihrer Mobilität sind wesentliche Voraussetzungen dafür, dass das Potenzial aller jungen Menschen freigesetzt werden kann und sich die Ziele der Strategie Europa 2020 für das Wachstum der Europäischen Union (EU) erreichen lassen. Dennoch stoßen junge Menschen in diesen Bereichen immer noch auf Schwierigkeiten. Mit ihrer Leitinitiative „Jugend in Bewegung“ will die EU deshalb diesen Herausforderungen begegnen und die jungen Menschen dabei unterstützen, sich erfolgreich in der wissensbasierten Wirtschaft zu behaupten.

Die Leitinitiative „Jugend in Bewegung“ präsentiert neue vorrangige Maßnahmen, sie intensiviert bestehende Maßnahmen und gewährleistet, dass die Maßnahmen unter Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips auf EU- und einzelstaatlicher Ebene umgesetzt werden. Dazu werden die im Rahmen der einschlägigen EU-Programme und aus den Strukturfonds bereitgestellten Finanzhilfen genutzt. Die Leitinitiative umfasst vier Handlungsschwerpunkte:

Lebenslanges Lernen

Ziel der Strategie Europa 2020 ist es, die hohe Schulabbrecherquote auf 10 % zu senken. Daher sollten frühzeitig Maßnahmen ergriffen werden, die auf Prävention sowie auf diejenigen Schüler abzielen, die als gefährdet gelten. Im Juni 2011 hat der Rat eine Empfehlung zur Senkung der Schulabbrecherquote angenommen, die Maßnahmen enthält, mit denen die unterschiedlichen Ursachen für die hohe Schulabbrecherquote bekämpft werden sollen. Zudem hat die Kommission eine hochrangige Expertengruppe zum Thema Lese- und Schreibfähigkeit eingesetzt, die neue Wege zur Verbesserung der Lesefähigkeit in der EU empfehlen soll.

In ihrer Mitteilung über einen neuen Impuls für die Zusammenarbeit in der beruflichen Aus- und Weiterbildung betont die Kommission erneut die Bedeutung, die der Modernisierung dieses Bereichs im Hinblick auf die Verbesserung der Qualität und des Angebots zukommt. Die berufliche Aus- und Weiterbildung kann einen Beitrag zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen und zur Senkung der Schulabbrecherquote leisten. Daher hat die Kommission die Zusammenarbeit in diesem Bereich Ende 2010 mit der Annahme des Kommuniqué von Brügge neu aufgerollt. In diesem Kommuniqué werden strategische Ziele für den Zeitraum 2011-2020 sowie ein Aktionsplan festgelegt, der konkrete Maßnahmen auf nationaler Ebene und Unterstützungsmaßnahmen auf europäischer Ebene vorsieht.

Berufsausbildung in den Betrieben sowie hochwertige Praktika sind für junge Menschen wichtige Voraussetzungen, um sich den Anforderungen des Arbeitsmarkts anpassen und sich besser in den Arbeitsmarkt integrieren zu können. Daher wird die Kommission einen Vorschlag für einen Rahmen für hochwertige Praktika unterbreiten und die Mitgliedstaaten bei der Verbesserung des Zugangs zu und der Förderung der Teilnahme an Praktika unterstützen.

Die Anerkennung und Validierung des nichtformalen und informellen Lernens (Lernen außerhalb des formalen Bildungssystems) kann insbesondere benachteiligten jungen Menschen den Zugang zum Weiterlernen erleichtern. Zu diesem Zweck wird die Kommission 2011 einen Vorschlag für einen Entwurf einer Empfehlung des Rates unterbreiten, mit der die Anerkennung der durch diese Lernerfahrungen erworbenen Qualifikationen in den EU-Mitgliedstaaten verbessert werden kann.

Hochschulbildung

Die Hochschulbildung leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, die Ziele der wissensbasierten Wirtschaft zu erreichen. Dieser Bereich muss jedoch modernisiert werden, damit er noch wirksamer dazu beitragen kann und dabei helfen kann, den Anteil der jungen Menschen mit Hochschulabschluss oder gleichwertigem Abschluss gemäß der Strategie Europa 2020 auf 40 % anzuheben. Deshalb hat die Kommission im September 2011 eine Mitteilung über eine neue erweiterte Agenda für die Hochschulbildung vorgelegt.

Zusammenarbeit und Wettbewerb zwischen Hochschuleinrichtungen werden stark von ihrer Leistung beeinflusst. Das Leistungsniveau einer Einrichtung zu kennen, kann Studenten bei der Studienwahl unterstützen und grenzüberschreitende Partnerschaften fördern. Die Kommission hat daher im Juni 2011 die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie über die Ausarbeitung eines mehrdimensionalen globalen Rankings vorgelegt, mit dem die Leistung der Hochschuleinrichtungen und die Lernergebnisse besser bewertet werden können. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse wird die Kommission die Ausarbeitung eines solchen Rankings ab Ende 2011 weiterverfolgen.

Die Innovationsfähigkeit Europas ist eine wesentliche Voraussetzung für den Erhalt seiner Wettbewerbsfähigkeit. Dies erfordert die Weiterentwicklung von Wissenspartnerschaften und eine engere Vernetzung von Bildung, Forschung und Innovation. Vor diesem Hintergrund hat die Kommission im Juni 2011 die Errichtung einer mehrjährigen strategischen Innovationsagenda (EN) vorgeschlagen, in der die Prioritäten für Hochschulbildung, Forschung, Innovation und Unternehmertum in den kommenden sieben Jahren aufgestellt werden.

Mobilität

Die Mobilität zu Lernzwecken ist ein wichtiges Instrument, mit dem junge Menschen neue berufliche Fähigkeiten erwerben und dadurch ihre künftige Beschäftigungsfähigkeit erhöhen können. Gleichzeitig hat die Mobilität zu Lernzwecken dazu beigetragen, dass Systeme und Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung leichter zugänglich, internationaler und effizienter geworden sind. Um allen jungen Menschen die Möglichkeiten im Rahmen der Mobilität zu Lernzwecken zugänglich zu machen, hat die Kommission:

  • die Website „Jugend in Bewegung“ (EN) mit Informationen über das Lern- und Mobilitätsangebot in der EU eingerichtet;
  • einen Vorschlag für eine Empfehlung des Rates an die EU-Mitgliedstaaten, in der auf die Faktoren eingegangen wird, die die Mobilität zu Lernzwecken behindern, vorgelegt;
  • die Einführung eines speziellen Jugendausweises im Rahmen von „Jugend in Bewegung“ vorgesehen, der die Integration mobiler Lernender im Ausland erleichtern soll;
  • für 2012 die Vorlage eines Vorschlags für einen Europäischen Qualifikationspass geplant, der auf dem Europass aufbaut und EU-weit die Anerkennung von Qualifikationen, die junge Europäer außerhalb des formalen Bildungssystems erworben haben, erleichtern soll.

Die Beschäftigungsmobilität, dank der die jungen Menschen neue Qualifikationen und Kompetenzen erwerben könnten, hat weiterhin mit Hindernissen zu kämpfen. Deshalb wird die Kommission folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Entwicklung des Pilotprojekts „Dein erster EURES-Arbeitsplatz“, um neue Methoden zu testen, mit denen junge Menschen bei der EU-weiten Arbeitsplatzsuche unterstützt werden können;
  • Einführung eines „Europäischen Monitors für offene Stellen“, der anzeigen soll, wo es in Europa offene Stellen gibt und welche Qualifikationen verlangt werden.

Jugendbeschäftigung

Um die mit der Strategie Europa 2020 angestrebte Erhöhung der allgemeinen Beschäftigungsquote der 20- bis 64-Jährigen auf 75 % zu erreichen, muss die hohe Jugendarbeitslosigkeit bekämpft werden. Dazu sollten die jungen Menschen beim Übergang von der Ausbildung in die Erwerbstätigkeit durch aktive Arbeitsmarktmaßnahmen oder sozialpolitische Maßnahmen besser unterstützt werden. Gleichzeitig sollten Anreize für Arbeitgeber geschaffen werden, Berufseinsteiger einzustellen. Zielgruppe sollten dabei vor allem besonders gefährdete junge Menschen sein, damit diese wieder leichter in das allgemeine und berufliche Bildungswesen oder in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Zur Unterstützung der Ausarbeitung von Politikmaßnahmen in diesem Bereich hat sich die Kommission verpflichtet, systematisch die Situation junger Menschen zu überwachen, die weder im Erwerbsleben stehen noch an einer Maßnahme der allgemeinen oder beruflichen Bildung teilnehmen. Daher hat sie einen Dialog zwischen den europäischen Arbeitsverwaltungen eingerichtet. Diese haben sich im März 2011 getroffen, um die Konzepte und Maßnahmen zu untersuchen, die von diesen Behörden zugunsten gering qualifizierter Jugendlicher angewandt werden.

Auch die Selbständigkeit und die Unternehmertätigkeit sollten als geeignete Optionen angesehen werden, um die Jugendarbeitslosigkeit zu verringern und die soziale Ausgrenzung zu bekämpfen. Daher ist es wichtig, dass in Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung die Vermittlung von Unternehmergeist gefördert wird, und zwar mit Unterstützung des öffentlichen und des privaten Sektors. Junge Menschen sollten mehr Möglichkeiten für unternehmerische Erfahrungen und Unterstützung bei der Unternehmensgründung oder in ihrer Selbständigkeit erhalten. Vor diesem Hintergrund fördert die Kommission eine umfassendere Unterstützung potenzieller Jungunternehmer durch die neue europäische Progress-Mikrofinanzierungsfazilität.

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Schlussfolgerungen der Rates vom 19. November 2010 zur Initiative „Jugend in Bewegung“ — Ein integriertes Konzept für die Bewältigung der Herausforderungen, mit denen sich junge Menschen konfrontiert sehen [Amtsblatt C 326 vom 3.12.2010].
Der Rat fordert, dass die Initiative „Jugend in Bewegung“ im Rahmen der übergeordneten Strategie „Europa 2020“ und in Kohärenz mit dem Programm „Allgemeine und berufliche Bildung 2020“ umgesetzt wird. Er unterstreicht zudem die Notwendigkeit, die Ziele und Investitionen angesichts der gegenwärtigen Haushaltszwänge zu rationalisieren und zu optimieren.

Letzte Änderung: 01.09.2011
Rechtlicher Hinweis | Über diese Website | Suche | Kontakt | Seitenanfang