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Elternurlaub

Die Sozialpartner haben eine neue Rahmenvereinbarung zum Elternurlaub abgeschlossen. Durch diese Vereinbarung wird der Elternurlaub für jeden Elternteil auf vier Monate verlängert. Sie gilt für alle Arbeitnehmer und für alle Arbeitsverträge. Diese Vereinbarung trägt dazu bei, die beruflichen und familiären Verpflichtungen der Arbeitnehmer besser miteinander zu vereinbaren und unterstützt die Gleichbehandlung von Männern und Frauen.

RECHTSAKT

Richtlinie 2010/18/EU des Rates vom 8. März 2010 zur Durchführung der von BUSINESSEUROPE, UEAPME, CEEP und EGB geschlossenen überarbeiteten Rahmenvereinbarung über den Elternurlaub und zur Aufhebung der Richtlinie 96/34/EG (Text von Bedeutung für den EWR).

ZUSAMMENFASSUNG

Bei Geburt oder Adoption eines Kindes haben Arbeitnehmer Anspruch auf Elternurlaub. Dieser Urlaub kann wahrgenommen werden, bis das Kind ein bestimmtes Alter, das von den nationalen Rechtsvorschriften und/oder den Sozialpartnern festgelegt wird, erreicht hat, wobei das Höchstalter bei acht Jahren liegt.

Diese Richtlinie gilt gleichermaßen für alle weiblichen und männlichen Arbeitnehmer, unabhängig von der Art ihres Arbeitsverhältnisses (unbefristetes, befristetes Arbeitsverhältnis, Teilzeit oder Leiharbeit).

Der Elternurlaub wird für eine Dauer von mindestens vier Monaten gewährt. Prinzipiell muss der gesamte Urlaub von einem Arbeitnehmer wahrgenommen werden und dürfte folglich nicht von einem Elternteil auf den anderen übertragbar sein. Die Übertragung kann allerdings unter der Voraussetzung genehmigt werden, dass jeder Elternteil mindestens einen der vier Monate selbst wahrnimmt.

Inanspruchnahme des Elternurlaubs

Die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme des Elternurlaubs werden von den nationalen Rechtsvorschriften und/oder Tarifverträgen festgelegt. So können die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) und/oder die Sozialpartner:

  • den Elternurlaub an die Bedürfnisse der Eltern und der Arbeitgeber anpassen, indem er als Vollzeit- oder Teilzeiturlaub, in Teilen oder in Form von Zeitguthaben gewährt wird;
  • dieses Recht von einer Betriebszugehörigkeitsdauer bis zu einer Grenze von höchstens einem Jahr abhängig machen. Gegebenenfalls ist dieser Zeitraum unter Berücksichtigung aller aufeinanderfolgenden befristeten Arbeitsverträge mit demselben Arbeitgeber zu berechnen;
  • die Bedingungen festlegen, in denen der Arbeitgeber aus berechtigten betrieblichen Gründen den Urlaub verschieben darf;
  • gestatten, die den Arbeitsbetrieb kleiner Unternehmen sichern.

Arbeitnehmer, die den Elternurlaub in Anspruch nehmen wollen, müssen ihren Arbeitgeber innerhalb einer bestimmten Frist über ihre Absicht unterrichten. Diese Fristen werden in jedem Mitgliedstaat festgelegt, wobei die Interessen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber berücksichtigt werden.

Ferner sollte jeder EU-Mitgliedstaat festlegen, welche zusätzlichen Maßnahmen und/oder besonderen Voraussetzungen für die Inanspruchnahme des Elternurlaubs notwendig sind, um den Bedürfnissen von Adoptiveltern und von Eltern von Kindern mit einer Behinderung oder Langzeitkrankheit gerecht zu werden.

Rückkehr zum Arbeitsplatz und Nichtdiskriminierung

Nach Inanspruchnahme des Elternurlaubs hat der Arbeitnehmer das Recht, an seinen früheren Arbeitsplatz zurückzukehren. Ist dies nicht möglich, muss der Arbeitgeber diesem eine laut Arbeitsvertrag oder Beschäftigungsverhältnis gleichwertige oder ähnliche Arbeit anbieten.

Die Rechte, die der Arbeitnehmer zu Beginn des Elternurlaubs erworben hatte oder dabei war zu erwerben:

  • bleiben bis zum Ende des Elternurlaubs bestehen;
  • finden im Anschluss an den Elternurlaub Anwendung. Gleichermaßen finden alle Änderungen Anwendung, die sich aus den nationalen Rechtsvorschriften, Tarifverträgen und/oder Gepflogenheiten ergeben.

Außerdem sind die Arbeitnehmer gegen Benachteiligung oder Kündigung aufgrund der Beantragung oder Inanspruchnahme des Elternurlaubs geschützt.

Alle sozialversicherungs- und einkommensrechtlichen Fragen, die mit dem Elternurlaub zusammenhängen, werden von den Mitgliedstaaten und/oder den Sozialpartnern geregelt. Die Vereinbarung macht also keine Vorschriften zu Gehaltszahlungen oder Ausgleichszahlungen während des Elternurlaubs.

Im Anschluss an den Elternurlaub müssen die Arbeitnehmer die Möglichkeit erhalten, Änderungen ihrer Arbeitszeiten und/oder ihres Arbeitsarrangements für eine bestimmte Dauer zu beantragen. Die Arbeitgeber prüfen die Anträge und beantworten diese unter Berücksichtigung ihrer eigenen Bedürfnisse und der der Arbeitnehmer.

Fernbleiben aus Gründen höherer Gewalt

Darüber hinaus können die Arbeitnehmer Urlaub im Fall höherer Gewalt wegen dringender familiärer Gründe beantragen. Dieser Urlaub kann insbesondere bei Krankheiten oder Unfällen beantragt werden, die die sofortige Anwesenheit des Arbeitnehmers bei seiner Familie erfordern.

Hintergrund

Diese Richtlinie setzt die überarbeitete Rahmenvereinbarung um, die von den europäischen Sozialpartnern am 18. Juni 2009 geschlossen wurde. Diese Vereinbarung löst die Rahmenvereinbarung über den Elternurlaub vom 14. Dezember 1995 ab.

BEZUG

RechtsaktDatum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt

Richtlinie 2010/18/EU

7.4.2010

8.3.2012

ABl. L 68 vom 18.3.2010

Letzte Änderung: 02.06.2010
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