RSS
Alphabetischer Index
Diese Seite steht in 5 Sprachen zur Verfügung

We are migrating the content of this website during the first semester of 2014 into the new EUR-Lex web-portal. We apologise if some content is out of date before the migration. We will publish all updates and corrections in the new version of the portal.

Do you have any questions? Contact us.


Leitlinien für beschäftigungspolitische Maßnahmen

Die Koordinierung der nationalen Politik der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) orientiert sich an den Leitlinien des Rates. Diese auf den Zielen der Strategie Europa 2020 basierenden Leitlinien sollen Reformen für ein wissens- und innovationsgestütztes Wachstum fördern.

RECHTSAKT

Beschluss 2010/707/EU des Rates vom 21. Oktober 2010 über Leitlinien für beschäftigungspolitische Maßnahmen der Mitgliedstaaten [Amtsblatt L 308 vom 24.11.2010].

ZUSAMMENFASSUNG

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) berücksichtigen die beschäftigungspolitischen Leitlinien bei der Festlegung ihrer Politik. Dabei setzen sie diese Empfehlungen in nationale Ziele um.

Die beschäftigungspolitischen Leitlinien sind eng mit den Grundzügen der Wirtschaftspolitik verbunden; gemeinsam bilden sie die integrierten Leitlinien der Strategie Europa 2020.

Erhöhung der Erwerbsbeteiligung

Ziel der EU ist die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung der 20- bis 64-jährigen Frauen und Männer auf 75 % bis zum Jahr 2020. Dieses Ziel soll erreicht werden, indem junge Menschen, ältere Arbeitnehmer, gering qualifizierte Arbeitskräfte und legale Migranten besser am Erwerbsleben beteiligt werden.

Zu diesem Zweck sollen im Rahmen der nationalen Maßnahmen die Flexicurity-Grundsätze, die Mobilität der Arbeitnehmer sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gefördert werden.

Die Mitgliedstaaten müssen frühzeitig Maßnahmen zur Eingliederung junger Menschen und gefährdeter Personengruppen in den Arbeitsmarkt vorsehen. Diese Maßnahmen sollen auch gewährleisten, dass sich Beschäftigung lohnt, besonders für Geringqualifizierte, wobei die Entwicklung der Arbeitskosten mit der Preisstabilität und Produktivität in Einklang stehen muss.

Schließlich müssen die Mitgliedstaaten Existenzgründungen und Unternehmertum fördern. Sie müssen die Schaffung von Arbeitsplätzen auch im Bereich der Pflege und der „grünen“ Beschäftigung unterstützen.

Heranbildung qualifizierter Arbeitskräfte

Die Förderung arbeitsmarktgerechter neuer Qualifikationen soll die Produktivität und Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmer verbessern. Die Mitgliedstaaten müssen ihre Ausbildungssysteme verstärkt auf die Entwicklung der Gesellschaft zu einer emissionsarmen und Ressourcen schonenden Wirtschaft ausrichten.

In dieser Hinsicht müssen die getroffenen Maßnahmen die Qualität der Erstausbildung und die Möglichkeiten des lebenslangen Lernens gewährleisten. Die Ausbildungsangebote müssen gering- oder hochqualifizierten Arbeitnehmern offenstehen und in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern und Unternehmen organisiert werden.

Darüber hinaus müssen die Mitgliedstaaten die berufliche Mobilität vor allem über Systeme zur Anerkennung erworbener Kompetenzen fördern.

Steigerung der Qualität und Leistungsfähigkeit des allgemeinen und beruflichen Bildungswesens

Bis 2020 sollen die Schulabbrecherquoten auf unter 10 % und der Anteil der 30- bis 34-Jährigen, die über einen Hochschul- oder einen gleichwertigen Abschluss verfügen, auf mindestens 40 % erhöht werden.

Dieses Ziel erfordert Investitionen in die Qualität der Ausbildungs- und Bildungssysteme und gleichzeitig die Anpassung der allgemeinen und beruflichen Bildung an die Entwicklung der Gesellschaft, wobei der Beschäftigungsfähigkeit Vorrang einzuräumen ist. Außerdem müssen die Mitgliedstaaten das lebenslange Lernen auch im außerschulischen und informellen Kontext fördern.

Darüber hinaus müssen die internationale Mobilität der Lehrenden und der Lernenden, die Entwicklung der Qualifikationsrahmen, die flexible Bildungswege ermöglichen, und Partnerschaften mit den Unternehmen gefördert werden.

Bekämpfung der sozialen Ausgrenzung

Die Strategie Europa 2020 fördert die soziale Eingliederung und die Bekämpfung der Armut, damit in den nächsten zehn Jahren mindestens 20 Mio. Menschen vor dem Risiko der Armut und der Ausgrenzung bewahrt werden.

Dabei müssen die Mitgliedstaaten besonderes Augenmerk auf die Erwerbstätigkeit der Personenkreise legen, die auf dem Arbeitsmarkt am schwersten zu vermitteln sind. Die getroffenen Maßnahmen sollen den Menschen eine aktivere Rolle, aber auch die Bekämpfung von Armut trotz Erwerbstätigkeit ermöglichen.

Die nationalen Maßnahmen sollen den Zugang zu erschwinglichen, nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Dienstleistungen ermöglichen, auch im Sozialbereich. Darüber hinaus sollen die Modernisierung und die Tragfähigkeit der Systeme der sozialen Sicherung und der Altersvorsorge sichergestellt werden.

Die Mitgliedstaaten unterstützen die Sozialwirtschaft und soziale Innovationen; sie fördern Chancengleichheit und Antidiskriminierungsmaßnahmen.

BEZUG

RechtsaktDatum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt
Beschluss 2010/707/EU

21.10.2010

-

ABl. L 308 vom 24.11.2010

Letzte Änderung: 17.02.2011
Rechtlicher Hinweis | Über diese Website | Suche | Kontakt | Seitenanfang