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Förderung der umfassenden Beteiligung junger Menschen an Bildung, Beschäftigung und Gesellschaft

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Angesichts einer alternden Bevölkerung stellen die Bildung und die berufliche Eingliederung junger Menschen alle europäischen Bürger vor eine große Herausforderung. Die soziale und berufliche Eingliederung junger Menschen ist nur mit erheblichen Investitionen im Bereich Bildung und Gesundheit für junge Menschen, einer stärkeren Einbeziehung der jungen Menschen in das gesellschaftliche Leben und Fördermaßnahmen für den Einstieg in den Arbeitsmarkt nach Abschluss der Schulausbildung möglich.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen vom 5. September 2007 „Förderung der umfassenden Beteiligung junger Menschen an Bildung, Beschäftigung und Gesellschaft" [KOM(2007) 498 endg. - Nicht im Amtsblatt veröffentlicht]

ZUSAMMENFASSUNG

Durchleuchtet man die Entwicklung der Rahmenbedingungen für junge Menschen in der Europäischen Union (EU), so ergibt sich nach wie vor ein uneinheitliches Bild. Wie die Kommission betont, muss noch mehr für eine stärkere Teilhabe der jungen Europäer an der Gesellschaft - und dies so früh wie möglich - getan werden.

Der 2005 mit demEuropäischen Jugendpakt geschaffene politische Rahmen reicht nicht aus, um den jungen Menschen bei der Bewältigung der Schwierigkeiten zu helfen, denen sie sich gegenüber sehen. Die vorliegende Mitteilung macht deutlich, dass jungen Menschen bei der Politik der sozialen Eingliederung und den Maßnahmen im Zuge der erneuerten Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung unbedingt mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muss.

Die Kommission schlägt eine übergreifende Strategie vor, die die Verantwortlichen aus der Politik und die verschiedenen Beteiligten auf europäischer, nationaler, regionaler und lokaler Ebene einbezieht. In diesem Sinne ist eine Reihe von Initiativen als Anreiz für die Mitgliedstaaten geplant, die umfassende Teilhabe junger Menschen an der Gesellschaft zu fördern und dazu zwischen den Bereichen Bildung und dem Arbeitsmarkt Brücken zu schlagen.

Ausbildung Jugendlicher und Eintritt in den Arbeitsmarkt

Für den Eintritt der jungen Menschen in den Arbeitsmarkt ist hauptsächlich das Bildungssystem maßgebend. Knapp jeder sechste Jugendliche in der EU bricht seine Ausbildung ab. In den Grundkompetenzen (Lesen und Rechnen) sind immer noch erhebliche Lücken bei den Schülern/-innen zu erkennen, während andererseits oft am Arbeitsmarkt vorbei gelernt wird, was den Einstieg in den Arbeitsmarkt noch erschwert.

Damit das Schul- und Bildungssystem als Möglichkeit gesehen wird, die Jugendlichen auf den Einstieg in den Arbeitsmarkt vorzubereiten und ihnen gleichzeitig das Rüstzeug für lebenslanges Lernen mit auf den Weg zu geben, werden die Mitgliedstaaten aufgefordert,

  • ihre nationalen Strategien für lebenslanges Lernen stärker auf die Entwicklung vonSchlüsselkompetenzen bereits ab dem frühesten Kindesalter abzustellen,
  • die Hochschulbildung durch Änderungen in Amtsführung, Finanzierung und Lehrplänen zu modernisieren,
  • auf engere Verbindungen zwischen Bildungseinrichtungen und den Anforderungen des Arbeitsmarktes zu achten, z. B. durch ein besseres Beratungsangebot für junge Menschen oder die Förderung von Partnerschaften zwischen Bildungseinrichtungen/Schulen und der Arbeitswelt,
  • ein einheitliches Rahmenkonzept für mehr Transparenz bei den Qualifikationen und Kompetenzen der Jugendlichen im Europass zu entwickeln und den Europäischen Qualifikationsrahmen umzusetzen.

Junge Menschen und Beschäftigung

In der EU ist immer noch jede dritte Jugendliche (15 - 24 Jahre) ein Jahr nach dem Verlassen des Bildungssystems nicht erwerbstätig. Die Arbeitslosenquote bei Jugendlichen ist weiterhin zu hoch und führt dazu, dass ein erheblicher Teil an Humankapital ungenutzt bleibt. Jugendliche sind mehr als doppelt so stark von Arbeitslosigkeit bedroht wie junge Erwachsene (Altersgruppe 25-29). Junge Frauen sind in der Gruppe der Arbeitslosen überrepräsentiert.

Um jungen Menschen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, werden die Mitgliedstaaten aufgefordert,

  • Mobilität stärker anzuerkennen und die Möglichkeit, Arbeit im Ausland zu suchen, über das Instrument EURES und die Initiative „Ihr erster Arbeitsplatz im Ausland " verstärkt zu fördern,
  • Flexicurity-Strategien zu erarbeiten, die auf mehr Sicherheit im Bildungs- und Berufsweg und die Verbesserung der Beschäftigungsbedingungen für junge Menschen bereits in der nächsten Lissabon-Runde 2008 und mit besonderem Schwerpunkt auf den Beschäftigungszielen für Jugendliche in den Nationalen Reformprogrammen ausgelegt sind,
  • einen passenden Rahmen für Praktika in enger Verbindung mit den Ausbildungs- oder Studienplänen festzulegen. Die Kommission wird 2008 auch die Annahme einer „Europäischen Qualitätscharta für Praktika" vorschlagen,
  • den Unternehmergeist bei jungen Menschen durch stärkere Betonung derErziehung zum unternehmerischen Denken zu fördern,
  • EU-Mittel (Europäischer Sozialfonds, Europäischer Fonds für regionale Entwicklung u. a.) zu nutzen, um jungen Menschen den Übergang von der Ausbildung in die Beschäftigung zu erleichtern und die regionalen Unterschiede in dieser Hinsicht abzubauen.

Förderung der sozialen Integration

Soziale Integration und Anschluss an das Berufsleben sind bei jungen Menschen eng miteinander verzahnt. Hier sind die Mitgliedstaaten aufgerufen,

  • den Kampf gegen Kinderarmut zu verstärken, die Chancengleichheit und die Überwindung von geschlechtsspezifischen Benachteiligungen in Schule und Ausbildung zu fördern,
  • geeignete gesundheitspolitische Maßnahmen für junge Menschen in Fragen wie Alkohol, Drogen, Tabak, gesunder Ernährung, psychischer Gesundheit, einzuführen.

Junge Menschen am gesellschaftlichen Leben beteiligen

Folgende Maßnahmen würden sich positiv auf eine stärkere aktive Teilhabe der jungen Menschen an der Gesellschaft auswirken:

  • Einbeziehung der jungen Menschen in einen ständigen Dialog mit den politisch Verantwortlichen im Rahmen von Initiativen wie dem Europäischen Jugendgipfel „Your Europe" im März 2007 in Rom oder auch die stärkere Betonung kultureller Veranstaltungen als Anreiz für eine aktiven Bürgerschaft,
  • Anerkennung der freiwilligen Aktivitäten wie des Europäischen Freiwilligendiensts,
  • verstärkte Partnerschaft zwischen Europa und den Jugendlichen über das Europäische Jugendforum (EN) (FR) und Herausgabe eines EU-Jugendbericht alle drei Jahre, um die diesbezüglichen Themen fortlaufend zu erfassen und das Verständnis dafür zu schärfen.

Hintergrund

Die vorliegende Mitteilung befasst sich noch eingehender mit den wichtigsten Maßnahmen des Europäischen Jugendpakts und verweist dazu auf die beschäftigungspolitischen Leitlinien und die Ziele der sozialpolitischen Agenda.

Die Kommission orientiert sich am jugendpolitischen Rahmen, der mit der Herausgabe des Weißbuchs „ Neuer Schwung für die Jugend Europas "geschaffen wurde.

Letzte Änderung: 27.11.2007
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