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Allgemeine und berufliche Bildung im Kernenergiebereich

Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima im März 2011 wird die Kernenergie derzeit auf europäischer und internationaler Ebene intensiv diskutiert. Die Verfügbarkeit einer ausreichenden Anzahl von erfahrenen Arbeitskräften, die die Kernenergie verantwortungsvoll nutzen können und die sich um die Entsorgung der nuklearen Abfälle und um den Rückbau der Atomkraftwerke kümmern, ist unerlässlich. Diese Mitteilung schlägt daher mehrere Lösungsmöglichkeiten für die Ausbildung der Arbeitskräfte in diesem Sektor vor, um deren Fachkenntnisse zu verbessern und um sicherzustellen, dass sich solche Atomunfälle wie in Fukushima nicht mehr wiederholen.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat: Erster Lagebericht zur allgemeinen und beruflichen Bildung im Kernenergiebereich in der Europäischen Union [KOM(2011) 563 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Mitteilung gibt einen Überblick über die aktuelle Lage der beruflichen Bildung von Arbeitskräften im Kernenergiesektor. Sie schlägt mehrere Wege vor, wie die Europäische Union (EU) über eine ausreichende Anzahl von gut ausgebildeten Arbeitskräften für die verantwortungsvolle Nutzung der Kernenergie verfügen kann.

Derzeitige Arbeitskräftesituation im Kernenergiesektor

2008 hat die Europäische Kommission die Studie „Nukleare Sicherheit in einer Situation der schwindenden nuklearen Sachkenntnis“ (EN) gestartet und veröffentlicht, mit dem Ziel, die Verfügbarkeit von Personal mit Relevanz für die nukleare Sicherheit zu analysieren. Diese Studie hat für die Zeit bis zum Jahr 2020 eine gewisse Besorgnis zum Ausdruck gebracht, die sich aus folgenden Fakten erklären last:

  • die Anzahl der Studenten und Hochschulabsolventen mit einer fundierten Ausbildung in Nuklearwissenschaften ist unzureichend;
  • der Nuklearsektor ist nicht attraktiv für Hochschulabsolventen:
  • die Weiterbildung der bereits im Nuklearsektor tätigen Arbeitskräfte ist nicht sichergestellt.

Die Studie hat deutlich gemacht, dass folgende Maßnahmen erforderlich sind:

  • eine regelmäßige Analyse von Angebot und Nachfrage in der EU hinsichtlich der qualitativen und quantitativen Anforderungen an neue Mitarbeiter;
  • eine kontinuierliche Überwachung der erkannten Herausforderungen.

Vorgeschlagene Initiativen

Nach Ansicht der Kommission ist es notwendig, die Hochschulausbildung in den Nuklearwissenschaften zu verbessern. Dem 2003 gegründeten Europäischen Bildungsnetz im Bereich der Kernenergie (ENEN) kommt dabei eine bedeutende Rolle zu. Das Netz, dem 60 Universitäten angehören, setzt sich für die Sicherung des freien Verkehrs von Wissen im Nuklearbereich ein.

Die Kommission möchte zudem Anreize schaffen, die Hochschulabsolventen zur Aufnahme einer Tätigkeit im Nuklearsektor bewegen könnten. Im Januar 2010 wurde die European Nuclear Energy Leadership Academy (ENELA) (EN) von den folgenden europäischen Unternehmen gegründet:

Ziel von ENELA ist, junge Hochschulabsolventen aus dem Wissenschaftsbereich, aber auch Führungskräfte, die bereits über Berufserfahrung verfügen und Potenzial für Spitzenpositionen haben, mit den für die Übernahme von leitenden Aufgaben erforderlichen Kenntnissen und Fertigkeiten auszustatten.

Der Entwicklung von Ausbildungsprogrammen für Hochschulabsolventen und Berufstätige kommt auch eine wesentliche Bedeutung zu, ebenso wie der Verbesserung der Fachkenntnisse und der Verstärkung der Mobilität. Diese Mitteilung legt drei Arten von Initiativen fest, mit denen dieses Ziel erreicht werden kann:

  • Initiativen der EU: Die Kommission möchte „Europäische Kompetenzpässe“ schaffen, um die Anforderungen von Mobilität und lebenslangem Lernen einzubinden. Zudem sollten auch im Kernenergiebereich das Europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (ECVET), die Euratom-Ausbildungsprogramme oder das Bildungsnetz ENEN genutzt werden. Auch das Instrument für Zusammenarbeit mit Drittländern im Bereich der nuklearen Sicherheit (ICSN) kann dazu beitragen, die Fachkenntnisse und -kompetenzen in Drittländern zu verbessern. Das Gleiche gilt für die Technologieplattform für nachhaltige Kernenergie (Sustainable Nuclear Energy Technology Platform, SNE-TP) (EN).
  • Internationale Initiativen: Das Bildungsnetz ENEN ist Partner der Welt-Nuklear-Universität (World Nuclear University (WNU) (EN)), deren Ziel die Verbesserung der Ausbildung und die Vermittlung von Führungsqualifikationen im Bereich der Nuklearwissenschaft und der Nukleartechnologie ist. Darüber hinaus ist die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) (EN) sehr aktiv, wenn es um die Verbreitung von Informationen im Nuklearbereich geht. Sie unterstützt die 2001 von OECD/NEA (EN) gegründete International School of Nuclear Law (ISNL), die einen Intensivkurs zum internationalen Nuklearrecht anbietet.
  •  Nationale Initiativen: In einigen Mitgliedstaaten (vor allem in Belgien, Dänemark und Rumänien) wurden nationale Bildungsnetze im Nuklearbereich gegründet sowie Graduiertenprogramme aufgelegt.

Seit 2009 stellt die Europäische Beobachtungsstelle für Humanressourcen im Nuklearbereich (European Human Resource Observatory in the Nuclear Energy Sector, EHRO-N) die Überprüfung der Lage sicher und stellt Daten zu den Humanressourcen bereit.

Letzte Änderung: 02.12.2011

Siehe auch

  • Generaldirektion Energie – Kernenergie (EN)
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