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Ein neuer Impuls für die Zusammenarbeit in der beruflichen Aus- und Weiterbildung

Mit dieser Mitteilung soll die europäische Zusammenarbeit in der beruflichen Aus- und Weiterbildung wieder aufgenommen werden. Als Antwort auf die Strategie Europa 2020 trägt sie zur Modernisierung der beruflichen Aus- und Weiterbildung bei und soll ihr zu mehr Attraktivität verhelfen.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen vom 9. Juni 2010 – Ein neuer Impuls für die europäische Zusammenarbeit in der beruflichen Aus- und Weiterbildung zur Unterstützung der Strategie Europa 2020 [KOM(2010) 296 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Mitteilung baut auf der Strategie Europa 2020 und dem strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung (ET 2020) auf und leistet einen Beitrag dazu und schlägt eine neue Vision für die allgemeine und berufliche Bildung in der Europäischen Union (EU) vor. Sie konzentriert sich auf zentrale Elemente des Kopenhagen-Prozesses und stützt sich auf die strategischen Ziele des ET 2020-Rahmens.

Lebenslanges Lernen und Mobilität, eine Realität

Der Zugang zu Weiterbildungsangeboten auf allen Ebenen muss ausgeweitet werden. Dies könnte zu grundlegenden Änderungen beiden Weiterbildungsangeboten führen. So muss zum Beispiel die Art und Weise, wie Lernergebnisse erworben und bewertet werden und wie sie zu Qualifikationen führen, insgesamt flexibler werden. Damit dies gelingt, muss die Rolle von Arbeitgebern, herkömmlichen Anbietern in der beruflichen Erstausbildung und Hochschuleinrichtungen gestärkt werden. Diese Akteure müssen auch Möglichkeiten für eine berufliche Weiterbildung anbieten. Ein auf Lernergebnissen basierender Ansatz für berufliche Qualifikationen auf der Grundlage des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQF) und des Europäischen Leistungspunktesystems für die Berufsbildung (ECVET) kann die Bewertung von Qualifikationen unterstützen, die außerhalb der allgemeinen und beruflichen Bildung erworben wurden. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass das Bildungssystem insgesamt durchlässiger wird und der Übergang von der beruflichen Aus- und Weiterbildung zur Hochschulbildung leichter möglich wird. Darüber hinaus sollte die berufliche Aus- und Weiterbildung im Tertiärbereich intensiv gefördert werden. Der Übergang von Aus- und Weiterbildung zum Arbeitsplatz und von einem Arbeitsplatz zum anderen muss erleichtert werden und mit Orientierungs- und Beratungsdiensten verknüpft sein.

Transnationale Mobilität zu einem regulären Bestandteil der Berufsausbildung werden, sowohl für Auszubildende als auch für Lehrenden. Es ist auch sehr wichtig, dass Studien- oder Ausbildungszeiten im Ausland durch das Leistungspunktesystem ECVET anerkannt werden. Außerdem müssen geeignete Strukturen zur Unterstützung der Mobilität geschaffen werden, um Ausbildungspraktika zu erleichtern und die virtuelle Mobilität (e-Learning) als Ergänzung zur physischen Mobilität zu fördern.

Verbesserung der Qualität und Effizienz von Aus- und Weiterbildung

Qualität und Effizienz der beruflichen Aus- und Weiterbildung, das hohe Niveau der Lehrkräfte und Ausbilder, die Relevanz der beruflichen Aus- und Weiterbildung für den Arbeitsmarkt und die Möglichkeiten der Weiterbildung tragen zur Attraktivität der beruflichen Aus- und Weiterbildung bei. Um die Qualität und Effizienz der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu verbessern,

  • müssen Qualitätssicherungssysteme auf einzelstaatlicher Ebene auf der Grundlage des Europäischen Bezugsrahmens für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung eingeführt werden;
  • müssen die Kompetenzen von Lehrkräften und Ausbildern im Hinblick auf ihre veränderten Rollen überprüft werden;
  • muss die Entwicklung von Schlüsselkompetenzen zusammen mit der Entwicklung beruflicher Qualifikationen erfolgen, die für den Arbeitsmarkt relevant sind, insbesondere durch verschiedene Formen des berufspraktischen Lernens;
  • müssen Planungsinstrumente zur Abstimmung von Kompetenzen auf Arbeitsplätze entwickelt und Partnerschaften mit relevanten Akteuren gebildet werden, um die Arbeitsmarktrelevanz zu verbessern.

Gerechtigkeit, soziale Eingliederung und aktive Bürgerschaft

Berufliche Aus- und Weiterbildungssysteme spielen eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung der sozialen Ausgrenzung und tragen zu einem integrativen Wachstum bei. Für weniger theoretisch veranlagte Lernende kann das berufspraktische Lernen eine attraktive Alternative sein. Die Ausbildung sollte in die allgemeine berufliche Aus- und Weiterbildung integriert sein, und das Ausbildungsangebot sollte flexibler und in Modulform gestaltet werden sowie individuelle Lernpfade ermöglichen. Möglichkeiten für einen sozialen Aufstieg werden geschaffen, wenn der Übergang von der beruflichen Aus- und Weiterbildung zur Hochschulbildung erleichtert wird. Gleichzeitig müssen einfach zugängliche und gezielte Beratungsdienste bereitgestellt werden. Ein wichtiger Faktor ist auch die fortlaufende Überwachung der Beschäftigungsraten von Berufsbildungsabsolventen, insbesondere der Risikogruppen.

Innovation, Kreativität und unternehmerisches Denken

Die berufliche Aus- und Weiterbildung sollte in einem Rahmen geboten werden, der Kreativität und Innovation fördert und zu Risikobereitschaft und Experimentierfreude anregt. Um eine leicht zugängliche und flexible Weiterbildung zu ermöglichen, sollte ein erfahrungsbasiertes und aktives Lernen ermöglicht werden, wobei auch e-Learning zu Einsatz kommen sollte. Die Vermittlung unternehmerischen Denkens sollte gefördert werden, um Initiativgeist, Fähigkeit zur Umsetzung von Ideen in die Praxis und Kreativität anzuregen. Unternehmerisches Denken muss auch ein fester Bestandteil des Kompetenzrahmens für Lehrkräfte und Ausbilder werden.

Internationale Dimension

Die EU-Politik im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung muss Gegenstand eines Dialogs und des gegenseitigen Lernens innerhalb der internationalen Gemeinschaft sein. Mithilfe der Europäischen Stiftung für Berufsbildung (ETF) soll mit den Nachbarländern und den Beitrittsländern eine strukturierte Zusammenarbeit im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung aufgebaut werden, um

  • die grenzübergreifende Zusammenarbeit,
  • die regionale Entwicklung,
  • den Umgang mit der legalen Mobilität und
  • die Bekämpfung der illegalen Einwanderung zu verbessern.

Insbesondere soll die Zusammenarbeit mit der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) und der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) in der Forschung und in evidenzbasierter Politik weiter ausgebaut werden.

Der Weg in die Zukunft

Ende 2010 soll die Zusammenarbeit in der beruflichen Aus- und Weiterbildung in enger Kooperation mit den relevanten Interessengruppen in den EU-Mitgliedstaaten und der Kommission wieder aufgenommen werden. In diesem Zusammenhang muss eine ehrgeizige Agenda für die Modernisierung der beruflichen Aus- und Weiterbildung mit den Prioritäten für die kommenden 10 Jahre aufgestellt werden. Diese sollen auch überprüfbare kurzfristige Ziele enthalten. Umgesetzt werden soll diese Reform der beruflichen Aus- und Weiterbildung im Rahmen der Europa 2020-Programme der einzelnen Mitgliedstaaten.

Letzte Änderung: 03.09.2010

Siehe auch

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