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Der Kopenhagen-Prozess: Intensivierung der europäischen Zusammenarbeit bei der beruflichen Bildung

Der 2002 eingeleitete Kopenhagen-Prozess soll die Leistungsfähigkeit, die Qualität und Attraktivität der beruflichen Bildung in Europa durch eine intensivere Zusammenarbeit auf europäischer Ebene verbessern. Der Prozess gründet auf gemeinsam vereinbarten Prioritäten, die im Zweijahresrhythmus überprüft werden.

RECHTSAKT

Erklärung der für die berufliche Bildung zuständigen Ministerinnen und Minister und der Europäischen Kommission, im Rahmen ihrer Tagung am 29. und 30. November 2002 in Kopenhagen, über eine verstärkte europäische Zusammenarbeit bei der beruflichen Bildung – „Die Kopenhagener Erklärung (EN )“ [Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Die Kopenhagener Erklärung legt die Prioritäten des Kopenhagen-Prozesses über eine engere europäische Zusammenarbeit bei der beruflichen Bildung fest. Ziel dieses Prozesses ist es, die Wirksamkeit, Qualität und Attraktivität der beruflichen Bildung in Europa zu verbessern. Er will dazu anregen, dass die verschiedenen beruflichen Weiterbildungsmöglichkeiten im Kontext des lebenslangen Lernens und mithilfe der Instrumente für das lebenslange Lernen stärker genutzt werden.

Der Kopenhagen-Prozess besteht aus:

  • einer politischen Dimension, die zur Aufstellung gemeinsamer europäischer Ziele und der Reformierung der nationalen Berufsbildungssysteme beitragen soll;
  • der Entwicklung gemeinsamer europäischer Bezugsrahmen und Instrumente, die die Transparenz und die Qualität im Hinblick auf Kompetenzen und Qualifikationen verbessern und die Mobilität erleichtern;
  • der Zusammenarbeit, um auf europäischer Ebene das gegenseitige Lernen zu fördern und auf einzelstaatlicher Ebene alle relevanten Interessengruppen einzubeziehen.

Die in der Kopenhagener Erklärung aufgestellten Prioritäten bilden die Grundlage für eine freiwillige Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung. Mit Blick auf 2010 werden folgende Ziele angestrebt:

  • die Stärkung der europäischen Dimension in der beruflichen Bildung;
  • die Verbesserung von Information, Orientierung und Beratung sowie der Transparenz bei der beruflichen Bildung;
  • die Entwicklung von Instrumenten für die gegenseitige Anerkennung und Validierung von Kompetenzen und Qualifikationen;
  • die Verbesserung der Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung.

Kommuniqué von Maastricht vom 14. Dezember 2004 zu den künftigen Prioritäten der verstärkten Europäischen Zusammenarbeit in der Berufsbildung

Das Kommuniqué von Maastricht bestätigt, dass es mit dem Kopenhagen-Prozess gelungen ist, die Sichtbarkeit und das Profil der Berufsbildung auf europäischer Ebene zu verbessern. Gleichzeitig schreibt das Kommuniqué die Prioritäten der Kopenhagener Erklärung fort. Zusätzlich und erstmalig werden spezifische Prioritäten für die Arbeiten zur beruflichen Bildung auf nationaler Ebene vorgegeben:

  • Einsatz gemeinsamer Instrumente und Bezugspunkte, um die Reform und die Weiterentwicklung von Berufsbildungssystemen und Berufsbildungspraxis zu unterstützen;
  • Verbesserung der öffentlichen und/oder privaten Investitionen in die Berufsbildung;
  • Unterstützung und Weiterentwicklung der Berufsbildung mithilfe europäischer Fonds, wie den Europäischen Sozialfonds und den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung;
  • Weiterentwicklung der Berufsbildungssysteme, um den Bedürfnissen benachteiligter Menschen und Gruppen gerecht zu werden;
  • Umsetzung offener Lernansätze sowie Schaffung flexibler und offener Rahmenbedingungen für die Berufsbildung, um die Durchlässigkeit zwischen verschiedenen Ebenen der Aus- und Weiterbildung und Kontexten zu ermöglichen;
  • Steigerung der Bedeutung und Qualität der Berufsbildung durch Einbeziehung aller wichtigen Interessengruppen;
  • Ausbau lernfördernder Umgebungen in Ausbildungseinrichtungen und am Arbeitsplatz;
  • ständige Weiterentwicklung der Kompetenzen der Lehrkräfte und Ausbilder/innen in der Berufsbildung.

Kommuniqué von Helsinki vom 5. Dezember 2006 über die verstärkte europäische Zusammenarbeit in der Berufsbildung

Das Kommuniqué von Helsinki bewertet den Kopenhagen-Prozess und überprüft seine Prioritäten und Strategien. Seit der Verabschiedung des Kommuniqués von Maastricht wurden Fortschritte bei den gemeinsamen europäischen Rahmen und Instrumenten für die Berufsbildung erzielt. Der EUROPASS wurde als einheitlicher Rahmen für die Transparenz von Qualifikationen und Fähigkeiten angenommen , und derzeit werden ein Europäischer Qualifikationsrahmen, ein Europäisches Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (ECVET) entwickelt und ein Europäischer Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung gearbeitet. Zu folgenden Prioritäten sind jetzt weitere Maßnahmen erforderlich:

  • Verbesserung von Image, Stellenwert und Attraktivität der Berufsbildung;
  • weitere Entwicklung, Erprobung und Nutzung gemeinsamer europäischer Instrumente für die Berufsbildung, damit diese 2010 zur Verfügung stehen;
  • ein systematischerer Ansatz zur Verstärkung des gegenseitigen Lernens und der Zusammenarbeit, insbesondere durch die Nutzung konsistenter und vergleichbarer Daten und Indikatoren;
  • Einbindung aller Akteure in die Arbeiten zur Umsetzung des Kopenhagen-Prozesses.

Kommuniqué von Bordeaux (EN ) (FR ) vom 26. November 2008 über die verstärkte europäische Zusammenarbeit bei der Berufsbildung

Das Bordeaux-Kommuniqué überprüft die Prioritäten und Strategien des Kopenhagen-Prozesses im Licht eines künftigen Programms für die berufliche Aus- und Weiterbildung in der Zeit nach 2010. Dieser Prozess hat zur Verbesserung des Images der Berufsbildung beigetragen, ohne dabei die Vielfalt der nationalen Berufsbildungssysteme zu beeinträchtigen. Dennoch bedarf es neuer Impulse, insbesondere im Hinblick auf:

  • die Durchführung von Instrumenten und Programmen für die Berufsbildung, um die Zusammenarbeit auf europäischer und nationaler Ebene zu fördern;
  • die weitere Verbesserung der Qualität der Berufsbildungssysteme und der Attraktivität der beruflichen Bildung bei allen Zielgruppen;
  • eine bessere Verknüpfung von Berufsbildung und Arbeitsmarkt;
  • eine Konsolidierung der europäischen Kooperationsabkommen.

Kommuniqué von Brügge vom 7. Dezember 2010 zu einer verstärkten europäischen Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung für den Zeitraum 2011-20

Das Kommuniqué von Brügge legt die langfristigen strategischen Ziele für die europäische Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung für den Zeitraum 2011-20 fest. Diese Ziele bauen auf den Erfolgen der Vergangenheit auf und berücksichtigen gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen sowie die Grundsätze des Kopenhagen-Prozesses.

Der Kopenhagen-Prozess hat entscheidend dazu beigetragen, das Bewusstsein für die Bedeutung der beruflichen Bildung auf europäischer wie auf einzelstaatlicher Ebene zu schärfen, vor allem durch die Umsetzung der gemeinsamen europäischen Instrumente für die berufliche Bildung sowie durch Grundsätze und Richtlinien. Trotzdem muss die Kommunikation verbessert werden, um die einschlägigen Akteure besser einzubeziehen und die berufliche Bildung besser mit anderen Politikbereichen zu verknüpfen, um den sozioökonomischen Herausforderungen besser zu begegnen und Mobilität und lebenslanges Lernen in die Realität umzusetzen.

Damit die berufliche Bildung gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen gerecht wird, müssen die europäischen Systeme der beruflichen Bildung:

  • flexibel und von hoher Qualität sein;
  • sich an die Entwicklung des Arbeitsmarkts anpassen und die entstehenden Bereiche und Kompetenzen bzw. Fähigkeiten besser verstehen;
  • maßgeschneiderte Berufsbildungsangebote für eine alternde Gesellschaft zur Verfügung stellen;
  • die Nachhaltigkeit und herausragende Qualität der beruflichen Bildung durch ein gemeinsames Konzept für die Qualitätssicherung sicherstellen;
  • die Menschen dazu befähigen, sich an neue Entwicklungen anzupassen und mit dem Wandel Schritt zu halten. Zu diesem Zweck müssen sie in der Lage sein, Schlüsselkompetenzen zu erwerben;
  • Hindernisse für die grenzübergreifende Mobilität von Lernenden und Lehrenden beseitigen;
  • eine nachhaltige Finanzierung der beruflichen Bildung gewährleisten und sicherstellen, dass die Ressourcen effizient eingesetzt und gerecht verteilt werden.

Der Kopenhagen-Prozess ist fester Bestandteil des strategischen Rahmens „Allgemeine und berufliche Bildung 2020” (ET2020) und kann dazu beitragen, die Ziele der Strategie Europa 2020 für den Bildungsbereich zu erreichen. Vor diesem Hintergrund fordert die globale Vision für die berufliche Bildung europäische Berufsbildungssysteme, die bis 2020 attraktiver, integrativer, relevanter, leichter zugänglich, stärker laufbahnbezogen, flexibler und innovativer sind. Aufbauend auf dieser Vision fordern die 11 langfristigen strategischen Ziele für die europäische Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung für den Zeitraum 2011-20 zusammen mit den 22 kurzfristigen Zielen für 2011-14 (die konkrete Maßnahmen auf nationaler Ebene für das Erreichen der strategischen Ziele aufzeigen) vor allem:

  • die Verbesserung der Qualität und Effizienz der beruflichen Bildung sowie die Erhöhung ihrer Attraktivität und Relevanz;
  • lebenslanges Lernen und Mobilität als Realität;
  • die Förderung von Kreativität, Innovation und Unternehmergeist;
  • die Förderung von Gerechtigkeit, sozialem Zusammenhalt und aktivem Bürgersinn.

Hintergrund

Auf der Tagung des Europäischen Rates im März 2000 in Lissabon wurde die Bedeutung der Entwicklung einer Berufsbildung mit hohen Qualitätsansprüchen anerkannt, um soziale Integration, Kohäsion, Mobilität, Beschäftigungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu fördern.

Der Europäische Rat von Barcelona hat im März 2002 die Schaffung eines spezifischen Prozesses für die Berufsbildung gefordert, der dazu beitragen würde, dass die europäischen Berufsbildungssysteme bis 2010 zu einer weltweiten Qualitätsreferenz werden. Deshalb verabschiedete der Rat im November 2002 eine Resolution über die verstärkte Zusammenarbeit bei der Berufsbildung.

Letzte Änderung: 08.04.2011

Siehe auch

Generaldirektion Bildung und Kultur der Europäischen Kommission:

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